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Im Süden der Alpen erscheint diese Art an steinigen, buschigen Abhängen in Gesellschaft vonLuzula nivea (Bd. II, pag. 179), Primula acaulis, Potentüla silvestris, Chaerophyllum hirsutum, Knautia drymeja,Aspidium filix mas und A. Phegopteris, Athyrium filix femina, Poa nemoralis, in den Voralpen von Ober-bayern in Begleitung von Polygonatum verticillatum, Epipactis rubiginosa, Origanum vulgare, Eupatoriumcannabinum, Carduus defioratus, Buphthalmum salicifolium etc.
221. Galium MolIÜgO 1 ) L. Gemeines Labkraut. Franz.: Caille-lait blanc, gailletcommun; engl.: Hedge bedstraw; ital.: Caglio bianco, pergolato. Taf. 249, Fig. 3 und
Fig. 116.
Der Name Labkraut rührt daher, dass die Pflanze wie der Kälberlab die Milch zum Gerinnenbringt; volkstümlich scheint er nicht zu sein. Im Volk wird die Art vielfach nach dem gliederartig zusammen-gesetzten Stengel benannt: Glieder-gras, -kr ettich-, gänglein (Riesen-gebirge), Littgängehe (Eifel). AndereNamen sind: Oarkräutle [Eierkraut](Tirol), wilde Eierrötz (Böhmer-wald), Brossenkraut (Weststeier-mark), Reinmännlein (Egerland),Gehännswedel (Nordböhmen), Sül-verrägen (Juist), Grillenkraut(bayer. Schwaben), weisse Kunkel-nägela (Schwab. Alb), Buebechrut(Aargau). Die schweizerischen NamenHeuchläber, Kliberen, Kläberberuhen auf Verwechslung mit GaliumAparine (vgl. pag. 22S).
Ausdauernd, (10) 25 bis100 (150) cm hoch. Wurzelstockkräftig walzenförmig, kurze,kriechende Stämmchen treibend.Stengel liegend, aufsteigend oderaufrecht, schwach vierkantig, an den Gelenken etwas verdickt, glatt, meist kahl, mit ver-längerten Stengelgliedern, ästig mit abstehenden Aesten. Laubblätter zu 4 bis 8 quirlig,lineal bis verkehrt-eilänglich, 12 bis 25 mm lang und 2 bis 8 mm breit, vorn abgerundetmit plötzlich aufgesetzter Stachelspitze, ganzrandig, flach oder am Rande nur leicht um-gebogen, nicht zurückgerollt, dunkelgrün, unterseits nicht glänzend. Blüten in schmaler bisumfangreicher Rispe. Blütenstiele fädlich, meist länger als die Blüten, vor dem Auf-blühen aufrecht, zuletzt meist gespreizt. Blumenkrone 2 bis 4 mm breit, weiss, ihre Zipfelin eine fädliche Spitze verlängert (Taf. 249, Fig. 3a und 3b). Frucht 1 mm lang; die Teil-früchtchen halbkugelig, etwas runzelig, zuletzt schwärzlich (Taf. 249, Fig 3 c). — VI bis X.Sehr häufig und verbreitet auf Wiesen, an Hecken, Mauern, Zäunen, Strassen- undWaldrändern, in Gebüschen, Weinbergen, um Kohlenmeiler; steigt im Wallis bis 2100 m,in Graubünden (Puschlav) bis 2100 m, in Tirol (Rofen im Oetztal) bis 2040 m, in Bayernbis 1670 m hinauf.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa mit Ausnahme der italienischen Inselnund von Griechenland, des arktischen Skandinaviens und von Russland; Kaukasus, nörd-liches Kleinasien, Ostindien (bis Ceylon und Birma).
Galium Mollugo ist eine ausserordentlich formenreiche Pflanze (vgl. H. Braun in Oesterr. Bot.Zeitschr. XLII [1902], pag. 130 ff.).
1. subsp. MollligO (L.) Hayek. Blütenstand locker, reichblütig, meist weitschweifig mit wagrecht ab-stehenden unteren Aesten (vgl. aber f. praeflorens). Laubblätter meist gegen die Spitze verbreitert. Hieher
] ) Vom lat. mollis = weich. Auch Name einer habituell etwas ähnlichen Aizoaceengattung.
Fig. 116. Galium Mollugo L. Phot. V. Zünd, München.