Druckschrift 
6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
Seite
143
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

143

In Deutschland verbreitet und meist häufig im Elsass, in der Rheinprovinz, in Baden, Hessen,Württemberg, Bayern und Schlesien, ferner bei Düsseldorf, Duisberg am Neukamp (Rügen), auf dem Ziegenbergbei Höxter, bei Magdeburg, zerstreut in Brandenburg, Posen,bei Kriwitz in Mecklenburg, Schwarzau bei Berent, Lautenburgund (ehemals) Graudenz in Westpreussen, im PlauenschenGrunde bei Dresden und bei Löhma in Schleiz. InOesterreichzerstreut in Böhmen, ferner häufig im mittleren und südlichenMähren und in allen Alpenländern. In der Schweiz seltenum Basel, Schaffhausen, hie und da in St. Gallen und Graubünden.

Allgemeine Verbreitung: Mittel- undSüdeuropa, Kaukasusländer, Persien, Songarei, Altai.

Orobanche lutea ändert zuweilen in der Farbe derBlüten ab. Solche Farbenspielarten sind: f. porphyreaBeck mit dunkler, braunvioletter, f. liläcea Beck mitbleicher, gegen den Saum zu hellvioletter, f. lutea Beckmit hellgelber Blumenkrone. Eine sehr bemerkenswerte PflanzeJ st hingegen die var. Buekiäna (Koch) Beck. Kronröhreenger, ihre Rückenkante in der Mitte scharf gekrümmt. Blumen-krone hellgelb, mehr nach vorwärts gekrümmt, mit grösseren,aufrechten Zipfeln der Oberlippe, welche den abschüssigenfeil der Rückenkante verdecken. Diese Pflanze steht derOrobanche Alsatica sehr nahe, unterscheidet sich von ihr aberdurch die stärkere, aber weniger gleichmässig gekrümmteRückenkante und die über der Insertion der Staubblätter nichterweiterte Kronröhre. Selten und meist einzeln, bisher ausder Rheinprovinz (Ehrenbreitstein), aus Brandenburg (Prenzlau,Frankfurt a. d. Oder), Schlesien (Gipsgruben bei Dierschel),Niederösterreich (Leopoldsberg bei Wien und Kalvarienberg beiBaden) und Steiermark (Plabutsch bei Graz) bekannt.

163. Orobanche mäior L. (= O. elätior Sutton

nee Wallr., = O. Centaureae Scabiösae Schultz,

558 O. frägrans Koch, = O. stigmatodes Wimm.,

= " O. Köchii F. G. Schultz). Grosse Sommer-wurz. Fig. 84 e und f.Stengel kräftig, am Grunde verdickt, 20 bis

/0 cm hoch, gelb bis rotbraun, drüsigbehaart, sehr

reichlich beschuppt. Schuppenblätter 7 bis 20 mm lang, dreieckig-eiförmig, die oberen

lanzettlich, anliegend oder etwas abstehend. Aehre zylindrisch, dichtblütig. Blüten nur von

einem lanzettlichen, der Krone an Länge ungefähr gleichkommenden Tragblatt gestützt,

ohne Vorblätter (Fig. 84f). Kelch aus 2 vorn in der Regel miteinander vereinten, meist

ungleich 2-zähnigen, drüsenhaarigen, rotbraunen Hälften bestehend. Blumenkrone ungefähru mm lang, leicht gekrümmt, über der Einfügungsstelle der Staubblätter allmählich er-

^ eitert, ihre Rückenkante vom Grunde an gleichmässig nach vorn und über der Oberlippewas n ach aufwärts gekrümmt. Blumenkrone erst rosenrot, dann rötlichgelb, mit hellenrusenhaaren besetzt. Oberlippe gekielt, meist ungeteilt, mit rundlichen, abstehendenappen. Unterlippe vorgestreckt, 3-lappig, mit gezähnelten,. kahlen oder drüsig-behaartenappen. Staubblätter 4 bis 6 mm über dem Grund der Blumenkrone eingefügt, hier

^on einem gelben Fleck umgeben, unten an der Vorderseite reichlich behaart, obenrusenhaarig. Antheren hellbraun. Fruchtknoten walzlich-ellipsoidisch, im oberen Teil

*te der Griffel drüsig-behaart. Narbe 2-lappig, samtig, wachsgelb. VI bis VIII.

Schmarotzt auf Centaurea Scabiosa und C. variegata. Sehr zerstreut an buschigen,

sonnigen Hängen, an felsigen Stellen.

Fig-, 84. Orobanche lutea ßaumg. a f a\ Habitus(i/snatflrl. Grösse). & Blüte, c Fruchtknoten, rf Trag-blatt. O. maior L. e, ei Habitus. / Blüte.O. Laserpitii Sileris Reuter, g Blüte, h Frucht-knoten. /Staubfaden. £Same. /Drüsenhaardes Griffels.

*