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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Istrien, Russland, Kaukasusländer, Kleinasien, Syrien, Persien, Arabien, Afghanistan, Buchara,Transkaspien, Indien, Mongolei, Tibet, Aegypten, Algier.

160. Orobanche caryophylläcea 1 ) Sm. (= O. vulgaris Poiret, = O. Galii Duby).

Labkraut-Sommerwurz. Fig. 82d bis f.

Stengel schlank bis kräftig, 10 bis 60 cm hoch, am Grunde + verdickt, gelblichoder lila, drüsig-behaart, unten reichlich, oben entfernt beschuppt. Schuppenblätter bis2,5 cm lang, die unteren eilänglich, die oberen lanzettlich. Aehre kurz und wenigblütig,oder zylindrisch und reichblütig, meist locker. Blüten aufrecht abstehend, nur von einemder Blüte an Länge ungefähr gleichkommenden Tragblatt gestützt (Fig. 82 e), ohne Vor-blätter, nach Nelken duftend. Kelch aus 2 freien oder vorn miteinander verbundenen, biszur Mitte 2-spaltigen, eiförmigen Hälften bestehend. Blumenkrone \J bis 35 mm lang,weitröhrig, über der Einfügungsstelle der Staubblätter etwas aufgeblasen und von hieran glockig erweitert, hell-braunviolett, oft rötlich ; reichlich blass-drüsenhaarig, ihre Rücken-kante vom Grunde an leicht gekrümmt, an der Oberlippe plötzlich abwärts und zuletztwieder aufwärts gebogen. Oberlippe gekielt, schwach ausgerandet, mit erst aufgerichteten,dann vorgestreckten Lappen. Unterlippe etwas herabgeschlagen, 3-lappig mit fast gleich-grossen, längsfaltigen, gezähnelten Lappen. Staubblätter am oder nahe dem Grunde derKronröhre eingefügt (Fig. 82 f). Staubfäden unten verbreitert und dicht behaart, obenreichlich drüsenhaarig. Antheren kahl oder an der Naht etwas warzig, getrocknet braun.Fruchtknoten vorn gefurcht. Griffel besonders oben drüsenhaarig. Narbe 2-lappig, dunkel-purpurn bis bräun. VI, VII.

Schmarotzt auf Galium-Arten (besonders auf Galium verum, G. Mollugo und G. luci-dum), ferner auf Asperula glauca und Sherardia arvensis, angeblich auch auf Stachys rectus.Verbreitet fast durch das ganze Gebiet, in den Alpen bis gegen 1600 m (Puschlav 1500 m,Wallis 1560 m) hinaufsteigend.

Orobanche caryophylläcea ist die verbreitetste Orobanche-Art Deutschlands, die aber in der nord-westdeutschen Ebene fehlt; auch in Westpreussen (nur um Kulm, Putzig und Graudenz wachsend) und Posen istsie selten (doch auf Rügen: Göhren) und fehlt in Ostpreussen. Nichtsdestoweniger ist sie keineswegs überallhäufig und gehört in Süddeutschland, dort, wo Orobanche lutea, gracilis und alba vorherrschen, zu den wenigerhäufigen Arten. In Oesterreich ist sie in Böhmen zerstreut, in Mähren im mittleren und südlichen Landes-teile verbreitet, im nördlichen nur bei Stramberg, in den Alpenländern verbreitet. In der Schweiz ziemlichverbreitet; fehlt jedoch in den Urkantonen sowie in den Kantonen Luzern und Zug.

Allgemeine Verbreitung: Mittel- und (seltener) Südeuropa, Kaukasusländer.

161. Orobanche Teücrii 2 ) Holandre (= O. atrorubens F. G. Schultz). Gamander-

Sommerwurz. Fig. 82 g bis i.

Stengel schlank, an der Basis wenig verdickt, gelb, reich drüsig-behaart, 15 biscm hoch, unten reichlich, oben locker beschuppt. Schuppenblätter eilanzettlich, hell-raun, angedrückt. Aehre kurz bis zylindrisch, wenig (5- bis 20-blütig). Blüten aufrechtstehend, nur von einem eilanzettlichen Tragblatt gestützt (dieses meist etwas kürzers die Kronröhre), ohne Vorblätter (Fig. 82 g). Kelch aus zwei freien oder vorn mit-nander verbundenen, drüsig-behaarten, ungleich 2-zähnigen, undeutlich längsnervigenaltten bestehend. Blumenkrone 20 bis 30 mm lang, bräunlichlila, mit hellen Drüsenhaarenreichlich besetzt, selten (f. aürea Alois Teyber) goldgelb, über der Einfügungsstelle derotaubfäden etwas bauchig erweitert, von da an in den weiten Schlund allmählich über-gehend^ ihre Rückenkante erst leicht gebogen (Fig. 82h), dann gerade oder schwach

') Vom lat. Caryophyllus = Nelke; wegen des nelkenartigen Geruches.2 ) Schmarotzt auf Arten der Gattung Teucrium.