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Orobanche caerulescens ist eine Bewohnerin der asiatischen Steppenländer, die im Gebiete nur aneinzelnen vorgeschobenen Standorten vorkommt. In Deutschland nur in Bayern (bei Forstenried nächstMünchen, bei Regensburg, Schwandorf, Velburg am Hauenstein, Ronsolden, Ummelsdorf, Kastl, Plech, Hiltpolt-stein in der Oberpfalz, Obertrubach in Oberfranken etc., Pfaffenberg bei Aschaffenburg), in Westpreussen (imWeichselgebiet bei Lessen, Graudenz, Mewe, Dirschau und Danzig), in Ostpreussen (am Alleufer bei Burgersdorf)und ehemals (1830) auch in Brandenburg zwischen Oderberg und Liepe. In Oesterreich in Böhmen (auf demSchreckenstein bei Aussig, bei Tschernosek, Schnedowitz, Weisswasser, Leitmeritz, auf dem Georgsberge), inMähren (bei Mohelno, Eibenschütz und mehrfach um Brunn), in Niederösterreich (um Wien, Mödling,Langenlols, Krems, Stattersdorf am Wagram, Retz, Angern an der March); angeblich auch in Oberösterreich.
Allgemeine Verbreitung: Nord- und Mittelasien bis Japan, Russland, Oesterreich-Ungarn, Deutschland.
Die mitteleuropäische Pflanze gehört zur var. occidentälis Beck, welche sich durch kleine, kaumdie Tragblätter überragende, höchstens 2 cm lange Blüten auszeichnet.
159. Orobanche cernua Loefling (= O. cumäna Mutel). Nickende Sommerwurz.Stengel kräftig, bis 40 cm hoch, an der Basis kaum verdickt, kleiig-drüsig behaart,
reichlich beschuppt, gelblich. Schuppenblätter eiförmig bis eilanzettlich, ganzrandig oder etwas
gezähnelt, drüsig. Aehre reich- und dicht-blütig, zuletzt etwas verlängert, mit schliesslichwagrecht abstehenden Blüten. Blüten nur voneinem eiförmigen Tragblatt gestützt, das be-deutend kürzer ist als die Blüten, ohne Vor-blätter. Kelch aus zwei freien, meist bis zurMitte zweispaltigen, gelblichen oder bläulichen,drüsig-behaarten Hälften bestehend, die 1 /->bis Vs so lang sind als die Blumenkrone.Blumenkrone unter der Einfügungsstelle derStaubblätter bauchig erweitert, in der Mitteverengt und bogig nach vorn gekrümmt, gegenden herabgebogenen Schlund schwach er-weitert, am Grunde weiss, glänzend, gegenden Saum zu blauviolett, aussen spärlichdrüsenhaarig, fast kahl. Oberlippe 2-lappig,mit schmalen, kahlen, am Rande gezähnelten,aufrecht abstehenden Lappen. Unterlippe3-lappig mit kleinen, abgerundeten oder spitzenLappen. Staubblätter etwas unter der Mitteder Kronröhre eingefügt. Staubfäden kahloder oben spärlich drüsenhaarig. Antherenkahl oder an der Naht etwas wollig, getrocknetweiss. Fruchtknoten eiförmig. Griffel kahloder schwach drüsig. Narbe 2-lappig mit war-zigen, weisslichen Lappen. — VI, VII.
Schmarotzt auf Artemisia-Arten. Bis-her einzig in Oesterreich, auf dürren Hügelnin Tirol (zwischen Hochgalsaun und Göflan),auf Artemisia alpina schmarotzend gefunden(von Tappeiner).
Allgemeine Verbreitung: Spanien,Südfrankreich, Südtirol, Liparische Inseln,
Fig. 82. Oroba|nche caerulescens Steph. a Habitus( 2 /5 natürl. Grösse), b Blüte mit Tragblatt (von der Seite).c Kelch mit Tragblatt. — Orobanche caryophyllaceaSm.d Habitus der auf Galium schmarotzenden Pflanze, e Blüte,/Längsschnitt durch dieselbe. — Orobanche TeucriiHolandre, g Blüte von der Seite, h Blüte im Längsschnitt.i Fruchtknoten.