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oberen lanzettlich, die unteren oft dachziegelig sich deckend. Aehre zylindrisch, reich-und dichtblütig, mit aufrechten Blüten. Blüten von einem Tragblatt und zwei Vorblätterngestützt, die fast so lang sind wie der glockige, 5-zähnige Kelch (Fig. 81g). Kronesehr gross, 26 bis 35 mm lang, über dem unteren, etwas erweiterten Drittel schwach ein-geschnürt, dann weit trichterig erweitert (Fig. 81f), blauviolett, spärlich drüsig-behaart.Oberlippe 2-lappig, mit meist spitzen, oft zurückgeschlagenen Lappen. Unterlippe3-lappig, mit quadratischen oder elliptischen, vorn abgerundeten, an den Seiten ausge-schweiften, mit dicht behaarten Falten versehenen Lappen. Staubfäden über dem unterstenDrittel der Blumenkrone eingefügt, an der Basis spärlich kurzhaarig, sonst kahl oder ander Spitze mit einzelnen Drüsenhaaren besetzt. Antheren gegen den Grund zu wollig-zottig (Fig. 81h). Griffel drüsig-behaart. Narbe 2-lappig, weiss, samtig. — VI, VII.Schmarotzt auf Artemisia campestris. Zerstreut durch das Gebiet.
In Deutschland ziemlich verbreitet im Elsass, in Baden (aber nicht im Bodenseegebiet), in derRheinprovinz, in der Pfalz, um Darmstadt, bei Mainz, in Bayern nördlich der Donau; ferner bei Hanau, Halle, Brem-bach in Sachsen-Weimar, auf der Bosel bei Meissen, bei Eulau, Bobernig, Leuben, Ramern, Josefinenberg undjohnsberg in Schlesien, Sondersleben in Anhalt, mehrfach in Brandenburg (Rathenow, Potsdam, Lychen,Frankfurt a. d.O. etc.), auf dem Feldberg in Mecklenburg-Strelitz, in Westpreussen. In Oesterreich in Böhmen(Prag, Saidschitsch, Leitmeritz), Mähren (Nikolsburg, Polauer Berge, Brunn, Aujezd, Mohelno, Sponau), inNiederösterreich (Wien, Krems, Dürnstein, Absdorf, Matzen), in Salzburg (Gaisberg bei Salzburg), Steiermark(Graz) und Tirol (in den grossen Alpentälern ziemlich verbreitet). In der Schweiz zerstreut in den KantonenWallis (im mittleren Haupttal), Waadt und in dem südlichen Graubünden (Unterengadin, Puschlav).
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, Kleinasien.
Aendert ab: var. ionäntha (Kern.) Beck. Blüten intensiv violett (Tirol, Schweiz). — var. lamp-T äntha Beck. Blüten gelblichweiss, nur gegen den Saum violett überlaufen (Auf dem Hradischken beiLeitmeritz in Böhmen). — var. robüsta Dietr. Stengel sehr kräftig, ästig (Ehemals bei Potsdam). — In Nieder-österreich erscheint O. arenaria als Bestandteil der „Federgrasflur", ähnlich wie O. caerulescens.
158. Orobanche Caerulescens Stephan. Bläuliche Sommerwurz. Fig. 82 a bis c.Stengel kräftig, einfach, 9 bis 40 cm hoch, nach dem Grunde zu meist allmählichkeulig verdickt, gelblich, unten ziemlich kahl, oben reichlich weisswollig, unten spärlich,oben reichlich beschuppt. Schuppenblätter eilanzettlich, meist ganzrandig, dem Stengelangedrückt; die unteren ziemlich kahl, die oberen aussen wollig behaart. Aehre eiförmigbis zylindrisch, reich- und dichtblütig, mit zuerst mehr aufrechten, dann vorgebogenenbis wagrecht abstehenden Blüten. Blüten ohne Vorblätter, nur von einem Tragblatt gestützt;dieses etwas kürzer bis länger als die Blüten und wollig behaart (Fig. 82 b). Kelchaus 2 getrennten, eilanzettlichen, bis zur Mitte zweispaltigen Hälften gebildet (Fig. 82 c),wollig-behaart, gelblichweiss. Blumenkrone 10 bis 23 mm lang, über der Einfügungsstelleder Staubblätter verengt und von hier an nach vorwärts gekrümmt, fast wagrecht abstehend,g e gen den Schlund zu etwas erweitert, an der Basis gelblichweiss, gegen den Saum zuhellblau oder lila. Oberlippe 2-lappig, mit kurzen, breiten, abstehenden, am Rande schwachgekerbten, kahlen Lappen. Unterlippe vorgestreckt oder etwas herabgeschlagen, länger alsle Oberlippe, 3-lappig; der Mittellappen etwas länger als die seitlichen, alle rundlich,e t was gezähnelt und mit weissen Längsfalten versehen. Staubblätter 6 bis 7 mm über demjrunde der Blumenkrone eingefügt; die Staubfäden am etwas verbreiterten Grunde schwachbehaart, sonst kahl. Antheren kahl, getrocknet gelblichweiss. Fruchtknoten der Längenach 2- bis 6-furchig. Griffel kahl oder mit einzelnen Härchen besetzt. Narbe gelblich-weiss. — VI, VII.
Auf sandigem Boden; auf Artemisia campestris schmarotzend. Zerstreut im öst-lichen Deutschland (westwärts bis Asch äff enburg) und in Oesterreich. Fehlt inder Schweiz gänzlich.