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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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In der S chwelz in der ganzen nördlichen Kette von der Waadt bis St. Gallen; fehlt den Zentralalpen vollständig. Es ist eine auffallende Erscheinung, dass P. Oederi, die in der Schweiz, in Bayern und Tirol eine ausgesprocheneKalkpflanze ist, in Kärnten und Steiermark nur auf Urgestein vorkommt.

AllgemeineVerbreitung: Arktisches Europa, Skandinavien, Alpen, Karpaten,Ural, Sibirien und arktisches Asien, nord- und zentralasiatische Hochgebirge.

Bastarde sind innerhalb der Gattung Pedicularis im Gebiete der Alpen nicht gerade selten. Bisherwurden beobachtet: 1. P. rostrato-spicata X P. tuberosa (= P. Vülpii Solms, = P. pallescens Brügger).Blüten gelblichweiss, oft rötlich überlaufen. Tragblätter abnehmend gefiedert, die 2 bis 4 unteren Fiedern viellänger. Kelchzipfel nur an der Spitze schwach gezähnt (Tirol, Schweiz). 2. P. rostr ato-c apitata XP. tuberosa (= P. erubescens Kerner). Blüten gelblichweiss, rot überlaufen. Unterlippe nicht gewimpert.Tragblätter 3-spaltig. Stengel am Grunde behaart (Tirol, Salzburg, Kärnten, Samnaun in der Schweiz).3. P. Raetica X P. tuberosa (= P. affi'nis Steininger). Der vorigen sehr ähnlich, aber die Traube dichter,der Stengel hingestreckt oder aufsteigend, hin-und hergebogen (Schweiz). 4. P. gyroflexa X P. tuberosa(= P. Verlöti Arvet-Touvet, = P. Penzigii Steininger). Blüten blassgelb, oft rosenrot überlaufen. Kelch flaumigbis zottig. Blütenstand oben dicht, nach abwärts locker. Tragblätter 3-spaltig (Schweiz, Südtirol). 5 P. recutitaX P. tuberosa (= P. Huteri Kern.). Blumenkrone in dichter Traube. Kelch wollig. Oberlippe der Blumen-krone kurz geschnäbelt (Schweiz, Tirol). 6. P. elongata X P. rostrat o-c apit ata (= P. BohätschiiSteininger, = P. Ganderi Kern er). Von P. erubescens vor allem durch den kahlen Stengel verschieden (Tirolund Kärnten: Obere Fischbachalpe). 7. P. elongata X P. gyroflexa (= P. Kerneri Hut.). DerP. Verloti ähnlich, aber kahler (Roen bei Bozen). 8. P. recutita X P. ros trato-spicata (= P. atrö-rubens Schleich.). Von P. recutita durch die kurz geschnäbelte Oberlippe und den lockeren Blütenstand,von P. rostrato-spicata durch den dichten Blütenstand und dunklere, kürzer geschnäbelte Blüten verschieden(Schweiz, Steiermark [Hohenwart bei Oberwölz], Tirol). 9. P. asplenifolia X P. ro Strato- capitata(= P. pseu do- asplenifolia Steininger). Kelch zerstreut langhaarig. Blütenstand lockerer als bei P. aspleni-folia (Pfitschertal in Tirol, Samnaun in der Schweiz), 10. P. rosea X P. rostrato-capitata(= P. Hausmänni Huter). Blumenkrone gross, rosenrot, mit kurzem, scharf abgesetztem Schnabel derOberlippe. Kelch fast bis zur Oberlippe 5-spaltig, locker weisswollig (Sextental und Schiern in Tirol, Mittags-kofel bei Malborghet in Kärnten).

DCXC. Lathraea 1 ) L. Schuppenwurz.

Die Gattung, die früher zu den Orobanchaceen gestellt wurde, umfasst 5 Arten in der gemässigtenZone. Im westlichen und südlichen Europa ist L. clandesti'na (= Clandestina rectiflöra Lam.) einheimisch,mit grossen, violetten, rachenförmigen Blüten, in den Gebirgen des Balkan L. Rhodopea Dingler.

153. Lathraea Squamäria 2 ) L. Gemeine Schuppenwurz. Franz.: Clandestine

ecailleuse, herbe cachee, amourette, herbe a la matrice; engl.: Toothworth; ital.: Brucia.

fava, fuoco dei boschi. Taf. 244, Fig. 2 und Fig. 75 und Jb.

Die Pflanze heisst im Kanton Zürich Tüf els-Chru t, Bösi Blueme, in Baden (bei Oberhausen)Morchlebluoscht (= Morchelblüte). Die Form der Blüten gab Anlass zur Benennung Kuhtutten(Kärnten), die des Wurzelstockes zu Zah(n)würza (Schweiz); vgl. auch Dentaria. Im Göttingischen heisstdie Schuppenwurz Kum-weder, Weerkömen, dat verborgene Weerkömen [Wiederkommen] unddient als Mittel die (durch Zauberei) zum Versiegen gebrachte Milch des Viehes zurückzubringen (Wiederkommen" zu machen).

Ausdauernde, blattgrünlose Schmarotzerpflanze von 10 bis 25 cm Höhe. Wurzel-stock ästig, fleischig, dicht mit fleischigen, einen Hohlraum einschliessenden Schuppen vier-reihig besetzt. Stengel aufrecht, dick, saftig, kahl, rosenrot, selten weiss, mit zahlreichenabwechselnden, flachen, bleichen Schuppen besetzt. Blüten in einer dichten, einseits-wendigen, anfangs nickenden Traube. Tragblätter schuppenartig, ei- oder herzförmig,ganzrandig, fleischig. Kelch glockig, 5-zähnig, drüsig-behaart, lebhaft rosarot. Blumen-krone 15 bis 17 mm lang, wenig länger als der Kelch, zweilippig. Oberlippe ungeteilt,gestielt; die Unterlippe 3-lappig, der Mittelzipfel die seitlichen deckend. Blumenkrone

') Von griech./.a&Qalog [lathräios] = verborgen; nach der Unscheinbarkeit der Pflanze.2 ) Lat. squäma = Schuppe; nach dem mit Schuppen besetzten Wurzelstock.