Blumenkrone sehr gross, 32 mm lang, schwefelgelb, die Spitze der Unterlippe blutrot.Blumenkronröhre leicht gebogen, nach vorn glockig erweitert; die Oberlippe sicheliggekrümmt, abgerundet, stumpf, zahnlos. Staubfäden kahl. Kapsel kugelig, kurz bespitzt,etwas länger als der Kelch. — VI bis VIII.
In Flachmooren, in moorigen Wäldern, an Ufern, in Auen, besonders im Flach-lande und im Vorlande der Alpen. Sehr zerstreut in Deutschland und in Oesterreich;fehlt in der Schweiz gänzlich.
In Deutschland in Baden einzig im Binninger Ried im Hegau (infolge fortschreitender Trocken-legung verschwunden), in Württemberg am Federsee im Oberamt Riedlingen sowie im Wurzacher Ried bei Diet-manns (noch 1907 bei Wildenstein im Oberamt Crailsheim) in Bayern zerstreut auf der unteren und oberenHochebene und im Bayrischen Wald, vereinzelt auch im Ries (südlich von Laub, zwischeu Mindling und Har-burg). Ferner in Mecklenburg (Peenewiesen bei Malchin, Runow östlich von Krinitz, früher auch bei Neu-brandenburg und Sülz), in Pommern (Lebamoor, Rügen, zerstreut in Neuvorpommern), Posen (Pakosch, Ottokim Bromberger Kreise), in Westpreussen (zerstreut) und Ostpreussen (ziemlich verbreitet). In Oesterreichnur in Salzburg (auf den Moorwiesen am Fuss des Untersberges) und in Steiermark (bei Trieben und Gaishornim Paltentale).
Allgemeine Verbr eitung: Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Deutsch-land, Oesterreich-Ungarn (inkl. Galizien), Rumänien, Sibirien, Mandschurei, Mongolei, Japan.
Diese prächtige Art ist in Bayern (Bezirksamt Freising) und im Herzogtum Salzburg gesetzlich geschützt.
150. Pedicularis acaülis Scop. Erd-Läusekraut. Fig. 74a und b.
Ausdauernd, 5 bis 10 cm hoch. Wurzelstock walzlich, mit dicken Fasern besetzt.Stengel fehlend. Laubblätter und Blüten daher grundständig. Laubblätter langgestielt,gefiedert, mit eiförmigen, doppelt - fiederspaltigen Fiedern. Blüten mehrere, auf 1 bis3 cm langen, dichtflaumigen Stielen, einzeln grundständig. Kelch glockig, locker wollig-behaart, bis zur Hälfte 5-spaltig mit eilanzettlichen, laubig verbreiterten, scharf gesägtenZipfeln. Blumenkrone bis 35 mm lang, weiss, rötlich überlaufen; die Röhre kaum längerals der Kelch. Oberlippe bogig gekrümmt, abgerundet, stumpf, zahnlos (Fig. 74b). Staub-fäden kahl. Kapsel kugelig, zusammengedrückt, schief stachelspitzig. — IV bis VI.
An feuchten, grasigen, schattigen Stellen, unter Gebüsch der Voralpen. Nur inOesterreich in Südtirol und Krain; fehlt in Deutschland und in der Schweizgänzlich.
In Tirol mehrfach auf dem Monte Baldo, sowie in Judikarien bei Ober-Crosette am Fuss der AlpeLenzada und bei Stelle nächst Tione, im Val Vestino (bei Soon). In Krain im Savetale zwischen Jauerburgund Zwischenwässern, in der Umgebung des Veldeser Sees, um Radmannsdorf, Steinbüchel, Kropp, Tabor beiBirkendorf, Strohinj bei Nakro, Mantschitz bei Krainburg, Godesitz bei Bischoflack, bei Stozice (Stoschze) undZadobrava an der Save bei Laibach, bei Altenberg nächst Adelsberg, Zirknitz, Blöke, im Laaser Tale undam Koziak bei illyr. Feistritz. Dei Standort Ottalez, wo Scopoli diese Art zuerst entdeckte, liegt bereitsim österreichischen Küstenlande.
Allgemeine Verbreitung: Voralpentäler von Tirol, Krain, Lombardei (Cesignoneam Comersee, Veltlin, Carennio), Venezien, dem österreichischen Küstenland und Südkroatien.
151. Pedicularis rösea Wulf. (= P. hirsüta Vill. nee L.). Rosarotes Läusekraut.
Fig. 74 c und d.
Ausdauernd, 2 bis 15 cm hoch. Wurzelstock walzlich, schief. Stengel einzeln,aufrecht, 1- bis 3-blätterig oder blattlos, unten kahl, oben lang weisshaarig. Laubblätterkahl, fiederteilig mit lanzettlichen, scharf eingeschnitten-gezähnten Zipfeln. Blüten in fastkopfigen, endständigen Aehren. Untere Tragblätter seicht geschlitzt, die oberen ganzrandig.Kelch glockig, dicht wollig-zottig, bis fast zur Hälfte 5-spaltig, mit lanzettlich-pfriemlichen,ganzrandigen Zähnen. Blumenkrone 12 bis 18 mm lang, rosarot (Fig. 74d); die Kronröhrelänger als der Kelch. Oberlippe gerade, zuletzt etwas gebogen und abgerundet, stumpf.