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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
Seite
88
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Allgemeine Verbreitung: E. brevipila bewohnt zwei getrennte Verbreitungs-gebiete, von denen das eine die Südalpen von Frankreich durch die Schweiz und Tirolbis Kärnten und Steiermark sowie die Apenninen, das zweite die Karpaten, Galizien,Nordostdeutschland, Westrussland, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark und dasnördliche Grossbritannien umfasst.

Im Gebiete hauptsächlich nur die autumnale subsp. brevipila (Burnat et Gremli) Wettst. mit meistim unteren Teile ästigem Stengel und kurzen Stengelinternodien. In Deutschland nur in Westpreussen beiMarienwerder und Danzig sowie in Ostpreussen bei Braunsberg. In O ester reich zerstreut durch Tirol undKärnten, ferner in Salzburg bei Tamsweg und in Steiermark bei Murau und Neumarkt. In der Schweiz zer-streut im Wallis und Tessin, ferner im Vorder- (zwischen Ruis und Tavanasa) und Hinterrheintal, im Misox,Calancatal. bei Stampa in Graubünden und bei Wyla im Kanton Zürich. Die ästivale Rasse, subsp. tenuis(Brenner) Wettst. (= var. vernälis [List.] Abrom.), mit gestreckten, die Blätter an Länge übertreffenden Inter-nodien, zur Blütezeit noch erhaltenen unteren Laubblättern und einfachem oder im oberen Teil kurz ästigemStengel selten in Ost- und Westpreussen.

102. Euphrasia Curta (Fr.) Wettst. (= E. parviflöra Fr. z. T., = E. officinälis Buchenauz. T.). Blauer Augentrost. Fig. 50a bis k.

Einjährig, (3) 5 bis 40 cm hoch. Stengel aufrecht, einfach oder ästig, von nach

rückwärts gerichteten krausen Härchen flaumig. Unterste Stengelblätter stumpf, mit 3

bis 7 stumpfen Zähnen, die mittleren undoberen eiförmig, gegen die Basis zu ambreitesten, spitz, jederseits mit 4 bis 7 spitzen,aber nicht begrannten Zähnen. Tragblätterkürzer und breiter als die Stengelblätter,beiderseits mit 4 bis 7 spitzen, aber nichtoder nur sehr kurz begrannten Zähnen(Fig. 50 d bis i), abstehend oder bogigzurückgekrümmt. Blätter alle graugrün, ge-trocknet unterseits runzelig, beiderseitsmehr oder minder dicht mit weissen, kleinenBörstchen besetzt. Kelch auf den Nerveng oder auch auf der Fläche kurz weissborstig,j^ju zur Fruchtzeit etwas aufgeblasen (Fig. 50 c).Blumenkrone 4 bis 5 mm lang, gegen Endeder Blütezeit nicht verlängert (Fig. 50 b),weiss oder lila, mit einem gelben Fleck unddunklen Streifen auf der Unterlippe. Kapselso lang oder etwas länger als der Kelch,gestutzt oder seicht ausgerandet, am Randestark borstig gewimpert. V bis IX.

Auf trockenen Wiesen, Heiden,

durch Nord- und Mitteldeutschland bis in die Gebirge. In Oesterreich nur in

den Sudeten. Fehlt in der Schweiz gänzlich.

Allgem eine Verbreitung: Island, England, Schottland, Niederlande, Schweden,

Norwegen, Dänemark, Nord- und Mitteldeutschland, Böhmen, Karpaten, Westrussland.

Zerfällt in 2 Unterarten: subsp. CÜrta (Fr.) Wettst. Stengel meist im unteren Teile ästig. Inter-nodien kurz, untere Stengelblätter zur Blütezeit schon vertrocknet. Blüten meist weisslich. In Deutsch-land zerstreut in Hannover, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern, Brandenburg, Posen, Ost-und Westpreussen, Provinz Sachsen, Schlesien, besonders im Iser- und Riesengebirge, in der Lausitz. InOesterreich nur um Grottau, Reichenberg, im Iser-, Riesen- und Mensegebirge.

Fig. 50. Euphrasia curta (Fr.) Wettst. a Habitus, b Blüte.c Kelch mit Frucht, d bis i Tragblätter. Je E. curta var. glab-rescens Wettst. Euphrasia nemorosa (Pers.) Gremli.I Habitus, vi Blüte, n Fruchtkapsel, o bis u Tragblätter.