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Blumenkrone eingeschlossen (Taf. 240, Fig. 5 a). Narbe kugelig, jederseits mit einem flügei-förmigen Zahn (Taf. 240, Fig. 5b). Kapsel 2-fächerig, 2-klappig mit zuletzt 2-spaltigenKlappen, vielsamig. — V bis VII.
In Felsspalten und an grasigen, steinigen Stellen der Voralpen- und Hochgebirgs-region; fast ausschliesslich auf Kalk. In der Schweiz sowohl in den Alpen als im Juraverbreitet, im Wallis von 1200 bis 2350 m, am Schillerstein und bei Sisikon am Vierwald-stättersee bis an den Seespiegel (437 m) herabsteigend, ebenso an der Kandermündungbei Thun und am Genfersee (Weinbergmauern von Lavaux). Auch noch in Oesterreichin Vorarlberg im Raetikon (Drei Schwestern, Gampertontal etc.) und bei Stuben am Arl-berg (aber nicht bei Bregenz) sowie in Tirol (im Dalgonetal bei Stenico). Fehlt inDeutschland vollständig.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Südfrankreich, Westalpen, Sardinien,Balearen, Apenninen.
Die Blüten von Erinus sind homogam, sodass Selbstbestäubung möglich ist. Der von einem amGrund des Fruchtknotens liegenden Ringe abgeschiedene Honig sammelt sich am Grunde der etwa 5 mm langenKronröhre an. Als Besucher der Blüten wurden in den Pyrenäen Schmetterlinge und eine Fliege beobachtet.
DCLXXXIII. TÖZZia 1 ) L. Alpenrachen.
Die Gattung umfasst ausser unserer Art einzig noch die spezifisch kaum verschiedene, in der Tatraheimische T. Carpatica Wol.
85. Tozzia alpfna L. Gemeiner Alpenrachen. Taf. 242, Fig. 1.
Ausdauernd, bis 50 cm hoch. Wurzelstock ästig, kriechend, dicht beschuppt.Stengel aufrecht, ästig, 10 bis 50 cm hoch, kahl oder an den Kanten spärlich behaart.Laubblätter gegenständig, kahl, glänzend, etwas fleischig, eiförmig, spitz, mit abgerundetemoder schwach herzförmigem Grunde sitzend, beiderseits mit je 1 bis 3 groben Sägezähnenversehen. Blüten sehr kurz gestielt, in lockeren, tragblätterigen, end- und seitenständigenTrauben. Tragblätter den Laubblättern gleichgestaltet, nur kleiner. Blütenstiele etwa1 mm lang. Kelch glockig, undeutlich zweilippig, fast 5-zähnig, kaum 2 mm lang. Blumen-krone 6 bis 8 mm lang, mit schmaltrichteriger Röhre und 5-spaltigem, undeutlich zwei-lippigem Saum; die Oberlippe flach, 2-spaltig, die Unterlippe 3-spaltig mit fast gleichen,stumpfen Zipfeln. Staubblätter vier, der Blumenkronröhre eingefügt, zweimächtig, mitfreien, am unteren Ende zugespitzten Antheren. Blumenkrone goldgelb mit purpurnpunktierter Unterlippe. Kapsel kugelig, bespitzt, 2 bis 2,5 mm lang. — VI, VII.
An feuchten, kräuterreichen Stellen, an Alpenbächen, um die Sennhütten; in denhöheren Voralpen und Alpen sowie in den Karpaten. Gern auf Kalk.
In den Alpen allgemein verbreitet, doch meist nicht häufig; im Wallis zwischen 1000 und 2000 m, inTirol bis 2400 m, in Bayern zwischen 950 und 2080 m, in Oberösterreich bis 2200 m. Ferner im Gebiete derKarpaten in Schlesien auf dem Malinow, auf der Barania und an der Quelle der Schwarzen Weichsel.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Jura, Alpen, Karpaten, Siebenbürgen,nordwestl. Balkan.
Der Wurzelstock ist bei Tozzia ähnlich wie bei Lalhraea squamaria mit fleischigen Schuppen bedeckt,die auch einen ähnlichen, aber einfacheren Bau zeigen wie bei dieser, indem sie an den Rändern nach vornzu eingeschlagen sind und so einen Hohlraum, der nur durch einen schmalen Spalt mit der Aussenwelt kom-muniziert, einschliessen. In diesem Hohlraum finden sich zahlreiche wasserabsondernde Drüsen. —Verbreitungder Samen durch Ameisen wie bei Melampyrum (jedoch ohne äusserlich wahrnehmbares Elaiosom).
I
') Nach dem italienischen Botaniker Lucas Tozzi, Professor in Rom (geb. 1633 zu Folignano, gest.171/ zu Neapel), der 1703 ein Verzeichnis der Pflanzen von Toskana herausgab. Ausserdem schrieb er einenKommentar zum Hippokrates.