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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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82. Digitalis lutea L. Gelber Fingerhut. Ital.: Aralda, erba-aralda. Taf. 240,

Fig. 3 und Fig. 41.

Ausdauernd. Wurzelstock walzlich schief, mehrköpfig. Stengel aufrecht, einfach,bis 70 cm hoch, kahl. Blätter kahl, die unteren länglich, in den kurzen Stiel allmählichverschmälert, die mittleren und oberen eilanzettlichbis lanzettlich, mit abgerundetem oder schwach um-fassendem Grunde sitzend; alle spitz, schmal und spitzgesägt. Blüten in anfangs gedrungener, später etwaslockerer, meist einseitswendiger Traube. Tragblättereilanzettlich, spitz, etwas länger als die ungefähr 5 mmlangen Blütenstiele, fein drüsig - gewimpert. Kelch5-teilig, mit lineal-länglichen, 5 bis 6 mm langen, feindrüsig - gewimperten Zipfeln. Blumenkrone röhrig-glockig, 20 bis 25 mm lang, hell-zitronengelb; dieOberlippe 2-zähnig mit dreieckigen spitzen Zähnen, dieUnterlippe 3-lappig mit dreieckigem, spitzem, seitlichemund vorgezogenem Mittellappen, der viel kürzer ist alsdie Kronröhre. Blumenkrone aussen feindrüsig behaart,innen zerstreut bärtig. Kapsel eiförmig, drüsig-flaumig. VI bis VIII.

An buschigen Abhängen, Waldrändern, Felsenim südwestlichen Deutschland, in der Schweiz und imwestlichen Tirol; im übrigen Gebiete nur verwildert.

In Deutschland im Elsass und in Baden ziemlich ver-breitet, mit Vorliebe auf Kalkboden, ferner in den' Rheinlandenim Mosel-, Nahe-, Glan- und Saargebiet und be Mayen, inWürttemberg bei Altenburg, Künzelau, Belsenberg, Forchtenberg,Ehningen, Hossingen-Unterdigisheim, Pfullingen, St. Johann, Det-tingen, Urach, in Hohenzollern (Hechingen), in Bayern zerstreut inder mittleren (Heidenburg) und nördlichen Pfalz. Im übrigen Ge-biete nur hie und da verwildert und stellenweise eingebürgert;so in der Pfalz am Donnersberge und bei Wachenheim, in Schlesienbei Schmiedeberg, Fürstenstein, Gnadenfeld, in Westpreussen beiKadinen und Elbing. In der Schweiz besonders auf Kalkbodenziemlich allgemein verbreitet und im Wallis bis 1800 m ansteigend;nur im Kanton Schaffhausen bisher nicht beobachtet. In Oester-reich nur in Vorarlberg und im ganzen westlichen Tirol, fernerin Niederösterreich bei Baden, aber hier wohl infolge ehemaligerAussaat eingebürgert wie auch bei Arnau in Böhmen.

Allgemeine Verbreitung: Nördliches Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Schweiz, Oesterreich-Ungarn (östlich bis Galizien).

Fig. 41. Digitalis lutea L. Phot. ForstassessorO. Feucht, Stuttgart.

83. Digitalis levigäta Waldst. et Kit. Glatter Fingerhut. Fig. 42 a und b.

Ausdauernd. Wurzelstock walzlich, kurz, mehrköpfig. Stengel aufrecht, einfach,30 bis 100 cm hoch, kahl. Laubblätter kahl, die unteren verkehrt-eilanzettlich, allmählich inden Stiel zugeschweift, die mittleren und oberen lanzettlich, mit verschmälertem Grunde sitzend;alle spitz, ganzrandig oder entfernt gezähnelt. Blüten in auch anfangs ziemlich lockeren,einseitswendigen Trauben. Tragblätter schmal-lanzettlich, viel länger als die kahlen, 3 bis8 mm langen Blütenstiele. Kelch 10 mm, fünfspaltig, mit eilanzettlichen, spitzen, häutig-berandeten Zipfeln, kahl. Blumenkrone glockig, mit der Unterlippe 3 mm lang, aussen