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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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ist Digitalis seit dem 11. Jahrhundert im Gebrauch. In Deutschland wurde die Pflanze 1542 durch LeonhardFuchs bekannt. Verfälschungen derselben sind besonders früher häufig vorgekommen und zwar durch die

Blätter von Inula squarrosa, Symphytum offi-cinale, besonders aber von Verbascum nigrumund verwandten Arten, was sich aber durchdas Vorhandensein der charakteristischenquirlästigen Haare der Verbascum-Artenleicht feststellen lässt (vgl.Bd.VI,Fig.7). DieBlätter der übrigen wegen ihres geringerenGehaltes an wirksamen Stoffen nicht offi-zineilen Digitalis-Arten sind nie filzig undkommen wegen dieser äusseren Verschie-denheit bei Verfälschungen nicht in Betracht.

81. Digitalis ambfgua Murray

(= D. grandiflöra Jacq., = D. och-roleüca Lam.). GrossblütigerFingerhut. Franz.: Digitale ä gran-des fleurs; engl.: Yellow fox-glove.Taf. 240, Fig. 2, Fig. 40 und 42 c.

Auf der schwäbischen Alb heisstdiese Art Fingerkraut, Gäle Finger-hüet, Glogga, Maiglogga. Vgl. auchD. purpureal

Ausdauernd. Wurzelstockwalzlich, schief oder abgebissen,mehrköpfig. Stengel aufrecht, ein-fach, 30 bis 100 cm hoch, unten kahl,oben drüsig-flaumig. Laubblätternur unterseits an den Nerven undam Rande etwas flaumig, sonst kahl, die unteren länglich- bis verkehrt-lanzettlich, in denkurzen Stiel allmählich zugeschweift, die mittleren und oberen eilanzettlich, mit abgerun-detem Grunde sitzend; alle spitz, unregelmässig schmal gesägt. Blüten in anfangs ge-drungen-kegelförmiger, später lockerer, einseitswendiger Traube, nickend. Tragblätterlanzettlich bis lineal-lanzettlich, etwa doppelt so lang wie die 5 bis 12 mm langen, drüsig-flaumigen Blütenstiele. Kelch 5-teilig, mit schmal-lanzettlichen, ungleichen, drüsig-flaumigenZipfeln. Blumenkrone röhrig-glockig, 3 bis 4 cm lang mit kurzer, ausgerandeter Ober-lippe und etwas längerer, dreilappiger Unterlippe, blass ockergelb, innen braun genetztund gefleckt, aussen fein drüsig-behaart. Kapsel eiförmig, im Kelch eingeschlossen, drüsig-flaumig. VI bis IX.

In lichten Wäldern, an steinigen, buschigen Abhängen, in Holzschlägen, im Voralpen-gestäude; von der Ebene bis in die Krummholzregion verbreitet und nur in Nordwest-deutschland fehlend. Erreicht seine Nordwestgrenze an der Linie WinterbergMedebachRintelenHelmstedtHitzackerSchwerinMalchowUckermünde GollnowRummels-berg StolpDanzig. Steigt in Tirol bis 1800 m, im Wallis bis 2000 m hinauf.

Allgememeine Verbreitung: Belgien, Frankreich, Pyrenäen, Ober-Italien,Deutschland, Schweiz, Oesterreich-Ungarn, nördliche Balkanhalbinsel, Rumänien, Mittel-und Süd-Russland, Bithynien, westl. Sibirien.

Aendert ab: var. acutiloba Neilr. mit spitzen Zipfeln der Unterlippe (Besonders in den Alpen-ländern). var. obtusiloba Neilr. mit stumpfen Zipfeln der Unterlippe (Verbreitet).

Fig. 40. Digitalis ambigua Murr. Phot. E. R. Pfenninger, München.