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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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orte liegen bei 2000 m, die tiefsten bei 1000 m Meereshöhe. Als Begleitpflanzen führt Scharfetter u. a.

Picea excelsa, Larix decidua, Pinus montana, Alnus viridis ; Geum montanum, Viola biflora, Daphne Mezereum,

Rhododendron ferrugineum, Vaccinium Myrtillus, V. Vitis idaea,Calluna vulgaris an. Auch in Montenegro tritt Wulfenia nochunterhalb der Baumgrenze in Gesellschaft von Pinus Peuce auf.

DCLXXXr. Digitalis 1 ) L. Fingerhut.

Franz.: Digitale; engl.: Fox-glove; ital.: Digitale,

digitello, erba aralda.

Ausdauernde Stauden mit steif aufrechtem,meist einfachem, mitunter verholzendem Stengel und ab-wechselnden, ungeteilten Blättern. Nebenblätter fehlend.Blüten in endständigen, walzlichen oder kegelförmigen,oft einseitswendigen Trauben. Kelch kurzglockig,ungleich 5-teilig. Blumenkrone glockig oder röhrig-glockig, mit schiefem, ungleich 2-lippigem Saum; dieOberlippe kurz, ausgerandet oder 2-zähnig, die Unter-lippe länger vorgezogen, 3-spaltig mit meist grösseremMittelzipfel. Staubblätter 4, 2-mächtig, dem Grundeder Blumenkrone eingefügt (Taf. 240, Fig. 2a, 3a). An-theren 2-fächerig, mit zuletzt am Grunde verschmel-zenden Fächern. Kapsel eiförmig, 2-fächerig (Taf. 240,Fig. 3b), 2-klappig aufspringend, vielsamig. Samenkahnförmig ausgehöhlt (Taf. 240, Fig. 2 c und 3 c).

Die Gattung umfasst 26 Arten, die von den KanarischenInseln bis nach West- und Mittelasien verbreitet sind.

Alle Digitalis-Arten sind heftig wirkende Giftpflanzen,welche die Glykoside Digitalin, Digitoxin (das wirksamste Herz-gift) und Digitonin enthalten, von denen die beiden erstgenanntenstarke Herzgifte sind, während letzteres unwirksam ist. Medi-zinisch (vgl. pag. 67) wird aber nur Digitalis purpurea verwendet.

Wegen ihrer grossen, lebhaft gefärbten Blüten sind manche Digitalis-Arten beliebte Zierpflanzen, sovor allem die auch in Westdeutschland heimische Digitalis purpurea. Seltener werden Digitalis aüreaLindl. mit grossen, gelben Blüten aus Griechenland und Kleinasien, die südeuropäische, rostbraun blühende D.ferrugineaL., die osteuropäische D. lanata Ehrh., D. ambfgua Murr, sowie die prächtige, strauchige, immer-grüne, grosse, gelbliche, rostbraun überlaufene, hängende Blüten tragende D. Sceptrum L, von den KanarischenInseln kultiviert. Digitalis ferruginea L. und D. lanata Ehrh. wurden ehemals längere Zeit in Niederösterreich beiBaden (und letztere auch bei Weissenbach a. d. Triesting) infolge ehemaliger Aussaat verwildert beobachtet.

1. Laubblätter unterseits graufilzig. Blüten purpurrot, selten weiss . . . . D. purpurea nr. 80.1*. Laubblätter nicht filzig. Blüten gelb oder rotbraun............... 2.

2. Blüten rotbraun. Mittelzipfel der Unterlippe fast so lang wie die Kronröhre. D. levigata nr. 83.2*. Blüten hellgelb. Mittelzipfel der Unterlippe viel kürzer als die Kronröhre....... 3.

3. Stengel und Blütenstiele drüsig-behaart. Blumenkrone über 3 cm lang . D. ambigua nr. 81.3*. Stengel und Blütenstiele kahl. Blumenkrone ungefähr 20 mm lang.....D. lutea nr. 82.

Fig. 38. Wulfe n ia C ar in t hi aca Jacq. «Habitus

(i/i natürl. Grösse), b Krone (aufgeschnitten) mit

Stempel, c Frucht mit Kelch, d Samen.

80. Digitalis purpurea L. Purpurroter Fingerhut. Franz.: Digitale pourpree,gant de bergere, gant de Notre-Dame, gantiere, gantelee; engl.: Purple fox-glove; ital.:

Guancelli. Taf. 240, Fig. 1 und Fig. 39.

Die Pflanze erhielt ihre Volksbenennungen nach der Form der Blüten: Fingerhut (auch mundartlich),Fingerpiepen (Münsterland), Fingerglöckerln (Niederösterreich), Eisenhut (Nordböhmen), Liebfrauen-Handschuh (Oberösterreich). In der Gegend von Selters (Taunus) heisst der FingerhutPutschen".

') Vom lat. digitus = der Finger.