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subsp. ambfgua Kroesche. Stiele der reifen Kapseln massig abstehend und + gekrümmt, daher die reifeFruchttraube etwas locker. Kapseln mehr oder weniger stumpf. — Hieher: var. deci'piens Kroesche. Kapsel etwa
3 mm lang und breit.__var. par vicapsuläta Kroesche. Kapsel kleiner, 2 bis 3 mm lang und breit. — subsp.
divaricata Kroesche. Stiele der reifen Kapseln + weit abstehend, wagrecht oder schräg, nicht oder weniggekrümmt, daher die reife Fruchttraube „massig bis sehr gespreizt". Kapseln oft massig spitz. — Hieher: var.tjpica Kroesche. Kelchzipfel 1 bis 1,5 mm breit, mit scharfer Spitze. — var. contigua Kroesche. Kelchzipfel1>5 bis 2 mm breit, rhombisch lanzettlich, mit kurzer, scharfer Spitze. Die subsp. divaricata dürfte eher zu V.anagalloides gehören, die Kroesche als dritte Varietät oder konstante Landform dazuzieht, obwohl sie ihm nurnach der Beschreibung bekannt ist. Ueberhaupt stellt Kroesche's Studie eine sehr beachtenswerte Arbeit überden Variationskreis der Veronica Anagallis im westlichen Braunschweig dar; um aber den ganzen Formenkreisrichtig beurteilen zu können, bedarf es sehr eingehender Beobachtungen im ganzen Verbreitungsgebiete der Art.
77. Veronica aquätica ßernh. (? = V. Anagallis L. var. spathuläta W. Sonder).
Wasser-Ehrenpreis. Fig. 35e bis h.
Ausdauernd. Wurzel faserig. Stengel aufrecht oder aus kurzkriechendem Grundeaufsteigend, (5) 20 bis 70 (100) cm hoch, reich ästig, schwach 4-kantig, kräftig, hohl,kahl. Blätter lanzettlich bis länglich, mit schmalem, seicht herzförmigem Grunde sitzend,spitz, ganzrandig oder seicht gezähnt, kahl, glänzend. Blüten in reichblütigen, aufrechtabstehenden, blattwinkelständigen Trauben. Blütenstiele fast wagrecht abstehend, samt derTraubenspindel und den Kelchen meist kahl. Kelch 4-teilig. Blumenkrone radförmig mitsehr kurzer Röhre, 4 bis 5 mm breit, blassrosarot. Fruchtstiele wagrecht abstehend.Kapsel rundlich-elliptisch (Fig. 35f), 3 bis 4 mm lang, spitz ausgerandet, etwas länger alsder Kelch. Samen 0,5 mm lang. — VII bis X.
Zerstreut und selten an stehenden Gewässern. In Deutschland um Hamburgund im Gebiete der unteren Elbe, in Schleswig-Holstein, auf den Inseln Borkum und Rügen, inPosen, hie und da im nordostdeutschen Flachlande und mehrfach in Bayern. In Oester-reich zerstreut in Böhmen, Mähren und Niederösterreich. In der Schweiz bisher intypischer Form nicht beobachtet (vgl. aber var. tenella).
Aendert ab: var. glandulösa Celak. Blütenstand drüsig behaart (Selten bei Stade in Böhmen undNiederösterreich). — var. dasypoda Uechtr. Blütenstand behaart. Stengel am Grunde mehr minder zottigbehaart (Selten im Flachland). — var. [laticärpa Kroesche. Kapsel breiter als lang, 11mm breit und3 bis 3.5 mm lang, an der Spitze ausgeschnitten (Westliches Braunschweig). — var. obtusifölia Junge.Nebenstengel zahlreich, bogig aufsteigend, wurzelnd. Untere Blätter stumpf-abgerundet. VIII bis X. — Aucheine Form mit sterilen Kapseln (subf. sterHis Kroesche) und eine Form mit teilweise behaartem Stengel(lusus pilösa Kroesche) wurden in Braunschweig beobachtet. — Eine stets sterile Wasserform (f. submersaGlück) mit unverzweigtem Stengel, grösseren, meist unverzweigten Blättern wurde in der Rheinebene und beiRegensburg in stets fliessendem Wasser beobachtet. — Ferner gehört nach Schuster (Mitteilungen der bayer.bot. Gesellsch. 1, nr. 40) hieher (und nicht zu V. Beccabunga): var. tenella (Schmidt als Art). Stengel nur bis20 cm hoch. Blätter kurz und breit, nur 1 bis 2 cm lang, die unteren ganzrandig und oft stumpf, kurz gestielt.Blütentrauben armblütig. Von kleinen Formen der V. Beccabunga durch die deutlich vierkantigen Stengel zuunterscheiden (Selten in Böhmen, Niederösterreich und in der Schweiz). — Ueber weitere Formen vgl. Jungein'Abhandl. des Botan. Vereins der Provinz Brandenburg, LIII (1911).
78. Veronica Beccabunga 1 ) L. Bachbungen-Ehrenpreis. Franz.: Cressoniere,salade de chouette, cresson de cheval, cresson des chiens; engl.: Brooklime; ital.: Becca-bunga. Taf. 237, Fig. 6 und Fig. 36.
Der zweite Bestandteil des Wortes Bachbunge (vgl. Anm.) soll zu dem althochd. bungo (mittelhochd.bunge) = Knolle gehören. Aber auf welchen Teil der Pflanze soll dies Bezug nehmen? Jedenfalls machtdieses Wort Bachbunge die sonderbarsten Wandlungen durch, wie folgende Formen zeigen: Bachbummel(Nahegebiet), Bachbumbel (Elsass), Bachbumel, -bungel (Kärnten), Bachbummele, -bumbele,-bungele (Schweiz), Bachbumme, -bammele (Graubünden), Bachbun (Gotha). Volksetymologischean Bohne bezw. an „Baum" sind Bachbohn' (Gotha), -bohna (Schwäbische Alb), Bachbaum (bayr.
*) Lateinisierung des deutschen „Bachbungen".