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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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76. Veronica Anagällis 1 ) L. Ufer-Ehrenpreis. Franz.: Mouron d'eau. Fig. 35 c und d.

Ausdauernd. Wurzel faserig. Stengel aufrecht oder aus kriechendem Grunde auf-steigend, 20 bis 70 cm hoch, ästig, schwach vierkantig, hohl, kahl. Laubblätter lanzettlich bislänglich, mit schmaler, seicht herzförmiger Basis sitzend, spitz, ganzrandig oder seicht ge-zähnt, kahl, glänzend. Blüten in zahlreichen, reichblütigen, blattwinkelständigen Trauben.Blütenstiele ziemlich lang, spitzwinkelig abstehend, gleich der Traubenspindel und denKelchen meist kahl. Kelch vierteilig (Fig, 35d). Blumenkrone radförmig mit sehr kurzer Röhre,4 bis 5 mm breit, rosarot, selten bläulich oder weiss. Fruchtstiele spitzwinkelig abstehend.Kapsel eirundlich, 3 mm lang, wenig länger als breit, spitz ausgerandet, 2,5 bis 3,5 mmlang, so lang wie der Kelch (Fig. 35d). Samen 0,5 mm breit. — V bis IX.

Verbreitet und meist häufig an quelligen Stellen, Gräben, Ufern, bis in die Vor-alpentäler (Wallis 1450 m, Tirol 1260 m); hie und da aber streckenweise fehlend, wie z. Bim bayerischen Walde.

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa mit Ausnahme des hohen Nordens,Nordafrika, West- und Nordasien, Nordamerika.

Aendert ab: f. terrestris Aschers. (? = var. minor Vahl). In allen Teilen kleiner. Stengel zarter,stets unverzweigt (Hie und da auf feuchtem Sand). — var. an agallif 6rm is (Boreau als Art) Beck.Blütenstand drüsig-behaart (Sehr zerstreut in Niederösterreich, Tirol. Bayern.) — var. ulväcea Hausm. GrosseRasen im Wasser bildend. Blätter sehr gross und breit, wellig-kraus, gelbgrün. Stengel flutend (Bisher nurin Tirol bei Antholz und um Bozen). — Weniger auffallend ist die f. submersa Glück mit ebenfalls unter-getauchtem Stengel, grösseren, ganzrandigen,mitunter schwachwelligen, hell- bis oliven-grünen Blättern (Zerstreut). — Neuerdingsversucht E. Kroesche (vgl. XVII. Jahresber.d. nat. Ver. Braunschweig und Allg. Bot.Zeitschrift 1912 pag. 59 ff.) die in Braun-schweig beobachteten Formen der VeronicaAnagaliis folgendermassen zu gliedern:subsp. genuina Kroesche. Stiele der reifenKapseln schräg aufwärts gerichtet und starkgekrümmt, daher die reife Fruchttraube dicht.Kapseln + stumpf. — Hieher var. typlcaKroesche. Mittlere Stengelblätter elliptisch,lang verkehrt-eiförmig oder lang eiförmig,stumpf oder kurz spitz. Kapsel eiförmig-rundlich, meist 3 bis 3,5 mm lang und breit.Blumenkrone 5,5 bis 7 mm breit. Traubekahl. — var. procerifölia Kroesche.Ebenso, aber Spreiten etwas schlanker. — var.angustifölia Kroesche. Spreiten nochschmäler. — var. longicärpa Kroesche.Wie procerifölia, aber Kapsel elliptisch, etwa3mm breit und 4mm lang. — var. grandi-flöra Kroesche. Wie var. procerifölia, aberdie Blumenkrone 7 bis 9 mm breit und dieKapsel 3 mm breit und 4 mm lang. An dieseFormen werden dann noch die oben erwähntenvar. an aga'lliformi s und var. ulvaceaangereiht. Bei allen Varietäten kommen Land-formen mit nicht hohlem Stengel und meistkleineren Blüten und Wasserformen mithohlem Stengel und grösseren Blüten vor.—*) Alter Pflanzenname für die bekannte Primulaceengattung, der unsere Art von den vorlinne'schenAutoren als Anagällis aquatica gegenüber gestellt wurde.

Fig. 35. Veronica anagal loide s Guss. a Habitus (^natürl. Grösse), b Un-reife Kapsel mit Kelch. — Veronica Anagällis L. c Habitus ('/anatürl.Grösse), d Unreife Kapsel mit Kelch und Tragblatt. — Veronica aquaticaBernh, e Blütenspross (»/3natürl. Grösse). /Unreife, ^-aufgesprungene Kapsel.

h Samen.