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Schwaben). Dasselbe mag auch für Bachblume (Nahegebiet, Tirol) zutreffen. In Pfungen (Henneberg),Bummel (Kärnten) erscheint nur der zweite Bestandteil des Wortes, in Wass erpf unde (Nordböhmen) vertrittdas Wasser den Bach. Die Bezeichnungen Lömek (Nordl. Braunschweig, Göttingen), Lömke (Göttingen),Lünick (Altmark), Lünich (Mecklenburg) scheinen mir [Marzell] zurückzugehen auf das jetzt seltene, veralteteAdjektiv „lumm" (mhd. lüeme) = schlaff, nicht derb, weich, was gut zu der Beschaffenheit unserer Art passenwürde; vgl. übrigens auch die Bezeichnungen der Bachbunge im Dänischen als lemmike.
Ausdauernd. Wurzelstock krie-chend. Stengel aus liegendem Grundeaufsteigend, bis 50 cm hoch, stielrund,kahl. Blätter alle gestielt, eiförmig oderbreit-elliptisch, stumpf, schmal gesägt,kahl, glänzend. Blüten in lockeren,blattwinkelständigen, schief abstehen-den Trauben. Tragblätter lineal, so langoder kürzer als die Blüten. Blüten-standsachsen und Blütenstiele kahl.Kelch 4-teilig. Blumenkrone radförmigmit sehr kurzer Röhre, 4 bis 9 mm breit,azurblau (Taf. 237, Fig. 6 a). Frucht-stiele fast wagrecht abstehend. Kapselherzförmig, fast kugelig, an den Kantenschmal flügelig umrandet, 3 bis 4 mm
lang (Taf. 237, Fig. 6b). Samen 0,5 mm lang. — V bis VIII.
An Bächen, Quellen, in Wassergräben; von der Ebene bis in die Voralpen und
stellenweise selbst bis in die Alpenregion (Gr. St. Bernhard 2470 m) verbreitet und häufig.Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa, West- und Nordasien bis Japan
und zum Himalaya, Nordafrika.
Eine Wasserform (f. subm ersa Glück) mit flutendem, reichästigem und Adventivwurzeln treibendemStengel, mit zahlreichen kleinen und zarten, eilänglichen bis ei-lanzettlichen, stumpfen, mit verschmälerter Basissitzenden, ganzrandigen Blättern ist besonders in den Bächen des fränkischen Jura häufig anzutreffen.
Bastarde sind in der Gattung Veronica im allgemeinen sehr selten. Bisher wurden beobachtet:1. Veronica lutea X V. Paederota (= V. Churchi'llii Huter, =V. Pächeri Prohaska, =V. mäior Wettst.) inKärnten. — 2. V. longi foli a x V. spicata (= V. Mannheimiensis Fr. Zimmermann) in Westpreussen undbei Mannheim. — 3. V. spicata subsp. orchidea x V. Teucrium subsp. Pseudochamaedrys in West-preussen. — 4. V. aphylla X V. b ellidioides im Wallis. — 5. V. agrestis X V. T ourn ef ortii (= V.Wiesbauriäna Schuster) bei Garmisch in Bayern. — 6. V. opaca X V. Tournef o rtii (= V. macro-s p er ma Schuster) bei München. •—7- V. opaca X V. Tournefortii (= V. Vo lim an ni Schuster) bei Geltingin Bayern. — 8. V. agrestis X V. polita (= V. Pr echt eis b aueri Schuster) bei Velburg in Bayern. —9. V. opaca X V. polita (= V. Wfldtii Schuster) bei Brunn in Mähren. — 10. V. Austriaca subsp.dentata X V. prostrata (= V. Janchenii Watzl) in Niederösterreich und in der Schweiz. — 11. V.Austriaca subsp. dentata X V. Teucrium subsp. Ps eudochamaedrys (= V. Handelii Watzl) beiBaden in Niederösterreich. — 12." V. Chamaedrys X V. Teucrium subsp. Pseudochama e dry s (= V.amphibola Hausskn.) bei Weimar und bei Schöneberg bei Berlin. — Vgl. auch pag. 54.
Fig.36. Veronica Beccabunga L. Phot. B. Haldy, Mainz.
DCLXXX. Wulfenia 1 ) Jacq. Kühtritt.
Die Gattung Wulfenia umfasst vier Arten, die eine sehr eigenartige Verbreitung haben. WulfeniaCarinthiaca kommt nur an sehr beschränkten Standorten in Kärnten und Montenegro, W ulfenia B aldäcc iiDegen nur in Albanien, Wulfenia Orientälis Boiss. in Syrien und Wulfenia Amherstiäna Benth.im Himalaya und in Afghanistan vor. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese isolierten Standorte als Relikteaufzufassen sind und dass die Gattung ehedem ein weit grösseres und geschlosseneres Areal bewohnte.
') Nach dem um die Flora der österreichischen Alpenländer, besonders Kärnten, hochverdientenBotaniker Franz Xaver Frhr. v. Wulfen, geb. 1728 zu Belgrad, gest. 1805 in Klagenfurt.