Druckschrift 
6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
Seite
61
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

61

In schattigen Wäldern, besonders Buchenwäldern; zerstreut von der Ebene bis indie Voralpen.

In Deutschland ziemlich verbreitet in Bayern und Württemberg, in Baden (im Schwarz wald, Oden-wald und auf der Rheinebene sehr häufig, im Jura jedoch sehr selten und im Muschelkalkgebiet fast fehlend),im Elsass verbreitet. In den mitteldeutschen Gebirgen meist nicht selten, im Flachlande besonders im Westen, wiein den Buchenwäldern der Hohen Geest, ziemlich häufig, im Osten besonders in der Nähe der Ostseeküste und aufdem Landrücken nicht selten, fehlt aber in Posen (früher bei Buchwald) und im nordwestlichen Brandenburg,in Schlesien nicht selten. In Oesterreich besonders in den Gebirgen zerstreut, fehlt aber im eigentlichenTirol; in Vorarlberg jedoch vorkommend. In der Schweiz zerstreut, in Graubünden und im Tessin fehlend;im Wallis nur östlich von Saxon (Massongez, Sembrancher, Pierre a. voir).

Allgemeine Verbreitung: Südliches Mittel- und Süd-Europa.

74. Veronica SCUtelläta L. Sumpf-Ehrenpreis. Ital.: Capellina, gramignella.

Taf. 237, Fig. 3.

Ausdauernd. Wurzel faserig. Stengel aus liegendem Grunde aufsteigend, ästig,10 bis 50 cm lang, meist ganz kahl. Laubblätter lineal-lanzettlich, sitzend, spitz, ganzrandigoder entfernt gezähnelt mit rückwärts gerichteten Sägezähnen (Taf. 237, Fig. 3 b), kahl,glänzend. Blüten lang gestielt, in blattwinkelständigen, stets einzeln stehenden und nichtgegenständigen, lockeren Trauben. Blütenstiele nach dem Verblühen nach abwärts gerichtet,gleich der Traubenspindel und den Kelchen kahl. Kelch vierteilig. Blumenkrone radförmigmit kurzer Röhre, meist bläulich oder rötlich, 4 bis 5 mm breit. Kapsel breit nierenförmig,tief und spitz ausgerandet (Taf. 237, Fig. 3 a), 2 bis 4 mm lang und 4 bis 5 mm breit. Samenschildförmig, 1,8 mm lang. — VI bis IX.

Verbreitet und meist nicht selten in Mooren, Sümpfen, an Gräben, Teichen; vonder Ebene bis in die Voralpen (Wallis 1700 m, Bayern 800 m), aber hie und da, wie inGraubünden und im bayerischen Jura, fehlend.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa, Algier.

Aendert ab: var. pilösaVahl (= var. pubescens Koch, = V. Parmularia Poit. et Turp.). Stengel,Blütenstiele, oft auch der Kelch und der Rand der Kapsel, reichlich behaart (Zerstreut an austrocknenden Stellen,wie auf der Rheinebene in Baden, bei Nürnberg, Lüneburg und hie und da in der noiddeutschen Ebene).

75. Veronica anagallofdes') Guss. Schlamm-Ehrenpreis. Fig. 35a und b.

Ausdauernd. Wurzel faserig. Stengel aufrecht oder aus kurz kriechendem Grunde auf-steigend, 10 bis 30 cm hoch, reichästig, vierkantig, dünn, nicht hohl, kahl. Laubblätter lanzettlichoder länglich-lanzettlich, mit schmaler, seicht herzförmiger Basis sitzend, spitz, ganzrandigoder seicht gezähnt, kahl. Blüten in zahlreichen, reichblütigen, schief abstehenden, blatt-winkelständigen Trauben. Blütenstiele ziemlich lang, spitzwinkelig abstehend, gleich derTraubenspindel und den Kelchen fein drüsenhaarig. Kelch vierteilig. Blumenkrone rad-förmig mit sehr kurzer Röhre, 2 bis 3 mm breit, weiss, im oberen Teile oft bläulich gescheckt.Kapsel elliptisch, 2 bis 2,5 mm lang, fast doppelt so lang als breit, gestutzt, so lang oderetwas länger als der Kelch (Fig. 35b). Fruchtstiele fast wagrecht abstehend. — VI bis X.

Sehr zerstreut an schlammigen Ufern, Gräben in Deutschland (in Bayern beiAugsburg, Mering, Maisach, am Wertachufer bei Pfersee, in Schlesien bei Breslau, in Hannoverbei Neuhaus a. d. Oste, in Posen bei Wreschen, in Ostpreussen bei Thorn) und Oester-reich (hie und da in Mähren, Niederösterreich und angeblich auch in Südsteiermark).In der Schweiz bisher nicht nachgewiesen.

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa bis Südfrankreich, Ostdeutschland, Oester-reich, Nordafrika, Westasien.

>) Wegen der Aehnlichkeit mit Veronica Anagallis; vgl. pag. 62.