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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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einzeln, grundständig, auf 2 bis 5 cm langen Stielen. Kelch fünfspaltig; Kelchzipfel ei-förmig, spitz, zuletzt nach auswärts gekrümmt. Blumenkrone etwas länger als der Kelch, rad-förmig-glockig, mit regelmässig-fünfteiligem Saum und offenem Schlünde, 2 bis 3 mm lang,weiss oder blasslila (Tai 237, Fig. 4 a). Staubblätter vier, zweimächtig. Kapsel kegelig,zweiklappig aufspringend. VII.

An sandigen oder schlammigen Ufern, in Pfützen, Lachen, Tümpeln, an nassen Stellen(oft unter Wasser), durch das ganze Gebiet sehr zerstreut und mancherorts fehlend. Vonder Ebene vereinzelt bis in die Alpen (Engadin: Pontresina, ca. 1830 m).

Allgemeine Verbreitung: Nord- und Mittel-Europa, Sibirien, Ägypten,Abessinien, Amerika, Australien.

Ändert ab: f. tenuifölia (Hoffmann) Fiek. Blätter schmal-lineal, ohne Blattspreite (So bei Hanauin Hessen-Nassau, wo in dem alsMissisipi" bekannten Sumpfgebiete Tausende von Individuen dieser Zwerg-form einen mehrere Quadratmeter bedeckenden Rasen bilden; auch in Schlesien am Ufer der Oder bei Breslauund in der Schweiz). f. nätans Glück. Pflanze grösser. Blattspreiten schwimmend. Blüten kleistogam, ge-schlossen bleibend (Auf der Schweineweide bei Kork in Baden und beim Lehnhof bei Hanau). f. caulescensKoch. Pflanze hochwüchsiger, einen entwickelten Stengel bildend (Mannheim).

DCLXXVIII. Lindernia 1 ) All. (=Vande"llia L. z. T.) Büchsenkraut.

Die Gattung umfasst 29 Arten, von denen 26 über das tropische und subtropische Afrika, Asien undAustralien verbreitet sind; 2 Arten in Amerika ;(eine davon in Europa adventiv), in Europa nur unsere Art.

42, Lindernia Pyxidäria 2 ) All. (=Vandellia Pyxi-daria Maxim.). Gemeines Büchsenkraut. Fig. 24.

Einjährig. Stengel liegend, am Grunde meistästig, 2 bis 10 cm lang, vierkantig, kahl. Blättergegenständig, elliptisch, sitzend, am Grunde schmalzugerundet, dreinervig, kahl. Blüten gestielt, einzeln inden Blattachseln. Kelch fünf teilig (Fig. 24b), mit linealen,sägezähnig-gewimperten, 4 bis 6 mm langen Zipfeln.Blumenkrone 6 bis 8 mm lang, weiss, oben rötlich, mitbauchiger Röhre und zweilippigem Saum; die Oberlippeausgerandet oder zweilappig, die Unterlippe dreilappig(Fig. 24 c). Staubblätter vier, zweimächtig, die vorderenim Schlünde, die hinteren in der Röhre der Blumen-krone eingefügt. Fruchtknoten einfächerig (Fig.24f).Kapsel zweispaltig (Fig. 24 d) mit ungeteilten Klappen,kürzer als der Kelch. VIII, IX.

Sehr zerstreut an feuchten, sandigen Stellen,Ufern, Gräben, auf dem Grunde abgelassener Teiche.

In Deutschland sehr selten in der A Rheinebene, ^inBaden und im Elsass, in Schlesien zerstreut, besonders um Breslau;im übrigen Deutschland sehr selten und meist unbeständig. InOesterreich in Böhmen an den südböhmischen Teichen, inMähren an der Thaya bei Neumühl und an der March bei Ung.-Hradisch; in Niederösterreich an Teichen bei Hoheneich und ander March von Stillfried bis Baumgarten. Hie und da in Mittel-Und Südsteiermark und in Krain, in Kärnten zwischen Gässlingund St. Martin nächst Klagenfurt, später nicht mehr beobachtet.In der Schweiz nur bei Locarno (Riva di Mappo).

') Nach dem Strassburger Botaniker und Arzt FYanz Balth. Lindern, geb. 1682 zu Buchs weiler, gest. 1755.2 ) Vom griech. .-rtOg [pyxis] = Büchse.

Fig. 24. Lindernia Pyxidäria All. a Habitus

( l /2 natürl. Grösse), b Blüte, c Krone (ausgebreitet).

d Fruchtkapsel mit Kelch, c Samen, f Querschnitt

durch den Fruchtknoten.