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gebartet, rot punktiert. Kapsel eiförmig, 1 cm lang, im Kelch eingeschlossen. Die ganzePflanze moschusartig duftend. — VI bis VIII.
Aus dem mittleren Nordamerika stammende Zierpflanze, die leicht verwildert undsich an feuchten, buschigen Abhängen, Ufern usw. einzubürgern scheint.
Wurde in Deutschland wiederholt, doch meist nur vorübergehend beobachtet, so ehemals zwischenMünster undGunsbach, ferner bei Altenhausen, Wriezen, Bremen, in Schlesien an derNeisse, beiOberlangenbielauundGoldberg, im Hardtgebirge (Pfalz) bei St. Johann Kreuz, auf der Rheininsel bei Ketsch und im Hafen von Mann-heim. Wirklich eingebürgert wohl nur in Sachsen im Göltzschtale und auf der Dresdener Heide, sowie inOesterreich in Böhmen zwischen Aussergefield und Bergreichenstein im Böhmerwalde, bei Rosenberg undan der Moldau zwischen Wettin und Mühlhausen. In der Schweiz bisher nur als Gartenunkraut in Meggenim Kanton Luzern und bei Zürich beobachtet.
DCLXXVI. Gratfola 1 ) L. Gnadenkraut. Franz.: Gratiole.
Die Gattung umfasst 35 Arten in Europa, Asien und Nordamerika. Adventiv wurde im Hafen vonMannheim (1909) Gratiola Virginiäna L. konstatiert.
40. Gratiola officinälis L.
Gemeines Gnadenkraut.Tai 237, Fig. 2 und Fig. 26f.
Franz.: Au pauvre homme.
Das in früheren Zeiten (vgl. Anm.) viel medizinisch verwendete Kraut wird in den Apotheken ver-langt als Erdgalle, Gallenkraut, Allerheiligenkraut, Gottes gnadenkraut, Purgierkraut,Gichtkraut, Grazede (= gratia dei!).
Ausdauernd. Wurzelstock kriechend, walzlich, gegliedert. Stengel aufrecht oderaufsteigend, 15 bis 40 cm hoch, kahl, hohl, einfach oder ästig. Blätter gegenständig, kahl,lanzettlich, spitz, mit halbstengelumfassender Basis sitzend, spitz, schmal und scharf gesägt,dreinervig, beiderseits drüsig - punktiert. Blüten einzeln in den Blattachseln. Blütenstielekahl, kürzer als ihr Tragblatt. Kelch fünfteilig (Taf. 237, Fig. 2a). Blumenkrone 8 bis10 mm lang, zweilippig mit weiter Röhre und fünf spaltigem Saum mit flachen Lappen,weiss, rötlich geädert und oben oft rötlich überlaufen. Staubblätter zwei (Fig. 26f), anStelle des oberen ein sehr kleines, an Stelle der beiden unteren zwei fädliche Staminodien.Antherenfächer getrennt, auf dem flächenförmigen Connectiv quergestellt. Kapsel vier-klappig, fach- und wandspaltig, ei-kugelig, zugespitzt. — VI bis VIII.
An nassen Stellen, an Ufern, Gräben, in Tümpeln, auf Sumpfwiesen ziemlich ver-breitet, aber nicht häufig. Fast nur in der Ebene (Graubünden: Splügen 1470m).
In Deutschland ziemlich verbreitet, aber streckenweise, so in Oberschlesien, ganz fehlend; inWestpreussen nur an der Weichsel, in Ostpreussen nur an der Memel. Fehlt auch in den höheren Alpentälern.In Oesterreich meist nicht selten, aber in höheren Gebirgslagen, wie z. B. in ganz Salzburg, fehlend; in Ober-österreich nur bei Arbing nächst Perg. In der Schweiz ziemlich verbreitet.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Süd-Europa, Nord- und West-Asien,
Nord-Amerika.
Ändert wenig ab: f. nätans Hausm. (= f. submersa Glück). Stengel bis 1 m lang, flutend, mit Ad-ventivwurzeln an der Insertionsstelle der Blätter (Montiggler See in Südtirol).
DCLXXVII. Limosella 2 ) L. Schlammkraut.
Die Gattung umfasst 8 Arten, die über die ganze Erde verbreitet sind.
41. Limosella aquätica L. Wasser-Schlammkraut. Taf. 237, Fig. 4.Einjährig. Wurzel büschelig-faserig. Blätter in grundständiger Rosette, langgestielt,lineal-spatelig bis lanzettlich, ganzrandig, kahl, in tieferem Wasser oft auch schmal-lineal,aus den Achseln der Blätter an den Spitzen wurzelnde Ausläufer entspringend. Blüten
') Vom lat. gratia = Gnade; weil die Pflanze als sehr heilkräftig galt.2 ) Vom lat. limösus = sumpfig.