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1. Obere Blätter sitzend. Stengel kahl oder spärlich drüsenhaarig. Blüten sehrgross. M.guttatus nr. 38.1*. Alle Blätter kurz gestielt. Ganze Pflanze klebrig, zottig. Blüten klein. M. moschätus nr. 39.
38. Mimulus guttätus 1 ) DC. (= M. lüteus auctorum nee L., = M. Langsdörffii Donn).Gelbe Gauklerblume. Taf. 237, Fig. 1 und Fig. 23.
Zu Gauklerblume vgl. pag.36 Anm. 11 Nach der Blü-tenform heisst die Pflanze in Gotha Löwenzänge[= -zunge] (vgl.Antirrhinum maius, pag. 19). In St. Gallen und in Unterwaiden nenntman sie Fü (n) f w u n d e (n) - B1 ü e m 1 i, indem man die roten Flecken,wie sie sich bisweilen auf der Blüte finden, auf die fünf Wunden Christideutet. Gelbe Bachbumel (Kärnten: Feldkirchen) weistaufdenStandort der Pflanze hin (vgl. Veronica Beccabunga, pag. 63).
Ausdauernd. Wurzelstock kriechend. Stengelaufrecht, 30 bis 60 cm hoch, kahl oder etwas drüsen-haarig, meist vom Grunde an ästig. Blätter gegen-ständig, kahl, die untersten gestielt, nierenförmig oderherz-eiförmig, die mittleren und oberen fast kreisrund,mit breit abgerundetem oder herzförmigem Grundesitzend, abgerundet, stumpf, ausgebissen-gezähnelt.Blüten einzeln in den Achseln der oberen Blätter, ge-stielt, zu endständigen Trauben vereint. Blütenstiele zurBlütezeit etwa so lang wie der Kelch, später ver-längert. Kelch über 1 cm lang, fünfkantig, glockig,ungleich fünfzähnig, schwach zweilippig. Blumenkrone3 bis 4 cm lang, lebhaft gelb; die Unterlippe im Schlündekahl, oft rot punktiert. Kapsel eiförmig, über 1 cm lang,in dem etwas vergrösserten Kelch eingeschlossen(Taf. 237, Fig. la, b). — VII, VIII.
Aus Amerika (Nordamerika, Chile) stammendeGartenzierpflanze, die leicht verwildert und vielerorts,besonders an Ufern, sich völlig (mitunter in Menge) eingebürgert hat.
In Deutschland in Bayern in Schwaig bei Steingaden und bis Fischbachau am Fuss der Alpen,bei Tegernsee, im Bodenseegebiet und im bayrischen Walde (stellenweise geradezu gemein). Ziemlich ver-breitet in Württemberg und Baden (Oppenau), sowie im Elsass, In der Rheinprovinz und in Westfalen seltenund unbeständig, vollkommen eingebürgert hingegen in Thüringen, bei Lauterburg am Harz, in Sachsen undim Gebiete der Sudeten sowie an der Neisse in Schlesien. Ebenfalls häufig an den meisten Flüssen der nordwest-deutschen Ebene und in Hinterpommern; im übrigen Teile des Flachlandes zerstreut und oft unbeständig, amhäufigsten noch in Brandenburg bei Brandenburg, Luckenwalde und Boitzen. InOsterreich besonders in Böhmenmehrfach eingebürgert, wie im Erzgebirge, bei Eisenstein im Böhmerwalde, bei Budweis, ferner in Mähren beiSaar, Teltsch, in Oberösterreich bei Steyr, in Salzburg bei Filzmoos, in Tirol im Zillertale, in Kärnten beiMösl nächst Feldkirchen, Paternion, Winklern. In der Schweiz bisher nur bei Neuenburg, am ZürcherSee bei Uetikon, Mannedorf sowie bei Häggenswil und St. Gallen. — Die Pflanze wurde in Schottland schon 1815,in England 1824 beobachtet. In Deutschland trat sie zuerst in den Jahren 1855 und 185? in Brandenburg auf.
39. Mimulus moschätus 2 ) Dougl. Moschuskraut.
Ausdauernd. Stengel liegend oder aufsteigend, bis 25 cm lang, klebrig-zottig.
Blätter gegenständig, kurz gestielt, eiförmig, spitz, dicht klebrig-behaart. Blüten einzeln
in den Achseln der oberen Blätter, kurz gestielt. Blütenstiele drüsig-zottig. Kelch fünf-
k antig, glo ckig, lern lang. Blumenkrone 2cm lang, gelb; die Unterlippe im Schlünde
1 ) Lat. guttätus = bespritzt, punktiert, gefleckt.
2 ) Lat. moschätus = nach Moschus duftend.
Fig. 23. Mimulus guttätus DC. in Württemberg.Phot. Forstassessor O. Feucht, Stuttgart.