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medizinische Verwendung unserer Art gegen „Aissen", „Blätzen" (Geschwüre), Feigwarzen, „Fell in den Augen",Grind: Eisse [n] chrut, -würz (Schweiz), Blatzgrud (Gotha), Faign wua[r]zl (Oesterreich), Fellwurz(Niederösterreich), Gr undheelenbloar [Grindheüblätter] (Westfalen), Wundblad (Ostfriesland), Aller-weltheilchrut (Thurgau). — Im romanischen Graubünden heisst die Pflanze erba da verm [Wurmkraut](Poschiavo), erba murela (Brusio).
Ausdauernd. Wurzelstock walzlich, knotig (Taf. 236, Fig. 3a), wagrecht. Stengel auf-recht, 40 bis 120 cm hoch, meist einfach, kahl, vierkantig (aber nicht geflügelt). Blätter gegen-ständig, kurz gestielt, kahl, eiförmig bis eilänglich, an der Basis kurz keilig, abgerundet oderseicht herzförmig, einfach, gegen die Basis tiefer und oft doppelt, gesägt; die unteren stumpf-lich, die oberen spitz. Blüten in lockeren, armblütigen, in den Achseln lanzettlicher Trag-blätter stehenden und eine endständige Rispe bildenden Trugdolden. Verzweigungen desBlütenstandes zerstreut kurz-stieldrüsig. Kelchzipfel stumpf, schmal randhäutig. Blumenkrone5 bis 6mm lang, braunrot, am Grunde grünlich (selten gelbgrün); die Oberlippe länger als dieUnterlippe, gerade vorgestreckt. Staminodium abgestutzt oder seicht herzförmig. — VI, VII.
In Gebüschen, Auen, Wäldern, Holzschlägen, durch das ganze Gebiet verbreitetbis in die Voralpen (bis 1850 m); nur auf den friesischen Inseln fehlend.
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa; zerstreut und selten in Westasien,häufig in Ostasien.
Eine Form mit stark drüsigem Blütenstand ist S. Stiriaca Rechinger.
34. Scrophularia Scopölü 1 ) Hoppe (= S. auriculata Scopolinee L., = S. glandulösa Waldst. et Kit.). Drüsige Braun -
wurz. Fig. 21.Ausdauernd. Wurzelstock walzlich, reichfaserig. Stengelaufrecht, 40 bis 70 cm hoch, vierkantig (nicht geflügelt), untenkurz-flaumig, oben reichlich drü,sig-flaumig. Blätter gegenständig,gestielt, eiförmig, stumpflich, am Grunde abgerundet oder herz-förmig, grob einfach bis doppelt kerbsägig. Blüten in arm-blütigen, von kleinen Tragblättern gestützten und eine endständigeRispe bildenden Trugdolden. Verzweigungen des Blütenstandesdicht kurz-drüsenhaarig. Kelchzipfel stumpf, mit braunem Haut-rande. Blumenkrone 7 bis 9 mm lang, rotbraun; die Oberlippelänger als die Unterlippe, gerade vorgestreckt. Staminodium querelliptisch (Fig. 21b). Kapsel bespitzt, 6 mm lang. — VI bis IX.In Wäldern, Gebüschen, Holzschlägen, um Almhütten;im Gebiete des Gesenkes und der Karpaten in Schlesien undMähren, in Schlesien bis in die Ebene herabsteigend und vonder Weichsel bis Thorn verschleppt. Ferner in den südlichenKalkvoralpen von Kärnten (vom Predil und Raibl ostwärts),Krain und Südsteiermark (hier auch noch im Gebiete der Win-dischen Bühel). Steigt in Untersteiermark bis 1500 m Höhe hinauf.Zufällig verschleppt auch beim Südbahnhof von München, im Hafenvon Mannheim und im Innsbrucker botanischen Garten. Fehlt inder Schweiz gänzlich.Fig.21. scrophuiariascopoiii A11 g em ein e V e r b r e i tun g: Ostdeutschland, Oester-
Hoppe, a Blutenspross (*/a naturl. o ö
Grösse), t Blüte (ausgebreitet). reich-Ungarn, Italien, Sizilien, Südrussland, Kaukasus, Balkan-
c Querschnitt durch den Frucht- , . . i ■ o l J
knoten, d Blattrand (vergrSssert). halbmsel, Rleinasien. hingeschleppt auch in benweaen.
sa
J ) Benannt nach dem berühmten Botaniker Joh. Ant. Scopoli, geb. 1725 zu Cavalese in Fleimstal inTirol, zuletzt Professor der Naturgeschichte in Schemnitz und Pavia, gest. 1788, Verfasser der „Flora Carniolica".