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Allgemeine Verbreitung: Ganz Mittel- und Südwesteuropa (bis Schweden,Herzegowina und Albanien).
Aendert ab (vgl. Simonkai in Ascherson-Festschrift): var. Bälticum Hayek (= Chaenorrhinumminus Simk.). Stengel ausgebreitet, reichästig, feindrüsig-flaumig. Blütenstiele doppelt so lang als derKelch. Blüten 8 bis 9 mm lang. So bisher nur in der Weichselniederung bei Bromberg (ferner in Dänemarkund Schweden). — var. viscidum (Mch.) Hayek (= Chaenorrhinum viscidum Simk.). Stengel aufrecht mitaufrecht abstehenden Aesten, dicht drüsig-flaumig. Blütenstiele doppelt bis viermal so lang als der Kelch.Blumenkrone 6 bis 7 mm lang (Die häufigste Form). — var. praeter m issum (Delast.) Hayek (= Ch.praetermissum Lange). Die ganze Pflanze kahl. So bisher nur bei „Gertitz" (wo?) (nach Simonkai) und beiCoppet in der Westschweiz.
DCLXXIII. Anarrhinum 1 ) Desf. (= Simbuleta Forsk.) Lochschlund.
Die Gattung umfasst 12 Arten, die im Mittelmeergebiete bis Arabien und Abessinien vorkommen.
29. Anarrhinum bellidifölium 2 ) Desf. (= Simbuleta bellidifolia
Westst, = Antirrhinum bellidifölium L.). Massliebchenblätteriger
Lochschlund. Fig. 17-
Zwei- bis mehrjährig. Stengel aufrecht, 30 bis 70 cm hoch,kahl, einfach oder von der Mitte an in wenige schlanke und lange Aestegeteilt. Blätter kahl, zweigestaltig; die grundständigen in einer Rosetteangeordnet, verkehrtei- bis spateiförmig, in den Stiel zugeschweift, un-gleich doppeltkerbzähnig. Stengelblätter wechselständig, schmallineal, un-geteilt oder in drei lineale Zipfel gespalten. Blüten in schlanken, zuletztsehr verlängerten, oft einseitswendigen Trauben, kurz gestielt, von drei-spaltigen, kurzenTragblättern gestützt. Kelch fünfspaltig, mit eiförmigen,spitzen Zipfeln, viel kürzer als die Blumenkrone. Blumenkrone 3 bis4 mm lang, hellviolett mit weiter Röhre und zweilippigem Saum; dieOberlippe zweispaltig, zurückgeschlagen, die Unterlippe länger, drei-lappig, ohne Ausstülpung im Schlünde. Kapsel kugelig (Fig. 17d),vielsamig, am Scheitel eines jeden Faches sich mit einem Loch öffnend.Samen körnig (Fig. 17e). — VI.
An Felsen, steinigen Stellen, auf steinigen Aeckern. Nur inWestdeutschland im Flussgebiete der Mosel und Saar und imRuwertal bei Trier, bei Spalt bei Nürnberg (hier kürzlich entdeckt), sowiein der West Schweiz bei Peney im Kanton Waadt. Adventiv ausser-dem im Hafen von Mannheim (1881, 1894). Fehlt in O esterreichvollständig.
Allgemeine Verbreitung: Spanien, Portugal, Frankreich,Westdeutschland und Westschweiz.
Fig. 17. Anarrhinum
bellidifölium Desf.
a, m Habitus (ca. '/ünatürl.
Grösse). b,c Blüte, d Frucht
mit Kelch, e Same.
DCLXXIV. Scrophllläria 3 ) L. Braunwurz. Franz.: Scrophulaire; engl.:Figwort;
ital.: Scrofularia.
Zweijährige oder ausdauernde, selten einjährige Kräuter oder Halbsträucher. Blättergegenständig, gestielt, ungeteilt oder handförmig fiederspaltig. Blüten in lockeren Trug-dolden in den Blattachseln oder zu endständigen Rispen vereint. Kelch weitglockig, fünf-teilig (Fig. 18b, c) mit breiten Abschnitten. Blumenkrone mit bauchiger Röhre und kurzem
1 ) Von griech. avev (äneu) = ohne und (>ig (rhis) = Nase; gleichfalls analog Antirrhinum gebildet.
2 ) Von lat. Bellis = Gänseblümchen und folium = Blatt.
3 ) Von lat. seröphula = Halsgeschwür. Die Pflanze gilt als Heilmittel gegen Scrophulose.