_
22
3400 m, im Berninagebiete bis 3187 m , m Bayern bis 2750 m, in Tirol bis 2840 m, in Steier-mark bis 2400 m. Auf Kalk und Urgestein. Wird von den Alpenflüssen weit in dieEbene hinausgeführt, so am Rhein bis Basel und bis Oberbaden (früher auf einer Rhein-insel zwischen Steinenstadt und Neuenburg 220 m), am Bodensee bei Wasserburg, an derHier bis Ulm und Dillingen an der Donau, am Lech bis Mering, an der Isar bis Föhringunterhalb München, am Inn bis Oberaudorf ca. 470 m und bis Pfunzen bei Rosenheim,an der Enns bis Steyr, an der Ybbs bis Ulmerfeld.
Allgemeine Verbreitung: Gebirge der Pyrenäenhalbinsel, Alpen, Jura, Ape-ninnen, Karpaten, illyrische Gebirge und westl. Balkan.
Linaria alpina gehört zu den charakteristischsten Bewohnern der alpinen Schutthalden besonders derKalkalpen, kommt aber auch in den Zentralalpen nicht selten vor. Meist tritt sie in Gesellschaft von Thlaspirotundifolium, Galium Helveticum, Dryas octopetala, Papaver alpinum, Silene inflata subsp. alpina, in den Ost-alpen auch von Cerastium Carinthiacum auf. Sie gehört zu den Schuttüberkriechern, welche schlaffe, losebeblätterte, von einem Punkt ausgehende oberirdische Triebe aussenden, die den Schutt oberflächlich überkriechenoder sich durch denselben durcharbeiten. Bestäubt wird Linaria alpina hauptsächlich von Hummeln, deren8 bis 9 mm langer Rüssel genau so lang ist wie der Sporn der Blumenkrone.
Von Abänderungen sind zu erwähnen : f. cöncolor Bruhin (= f. uni'color Gremli) mit einfarbig violetterBlumenkrone (Hie und da, besonders auf Urgestein). — f. flava Gremli. Blumenkrone einfarbig gelb (AmRhein bei Sargans beobachtet). — f. rösea Ronniger. Blüten rosenrot mit orangegelbem J Gaumen (Tirol,Steiermark). — Wichtiger scheint die var. p etrse a (Jord.) Gremli. Blätter schmäler. Blüten kleiner mit schlankeremSporn. Fruchtstand verlängert (So im Jura, angeblich auch bei Versam in Graubünden und am Lac de Taneyund bei Chavalard in Wallis).
17. Linaria Monspessuläna 1 ) (L.) Mill. (= Antirrhinum repens L., = Antirrhinum Monspessu-lanum L. = Linaria repens Mill., = Linaria striata DC). Gestreiftes Leinkraut. Fig. 9.
Ausdauernd. Wurzelstock holzig, kriechend. Stengel auf-recht, 10 bis 50 cm hoch, kahl, ästig. Laubblätter kahl, schmallanzettlich bis lineal, spitz, ganzrandig, die unteren quirlig, dieoberen wechselständig. Blüten in meist zahlreichen lockeren Trauben.Blütenstiele etwa so lang wie der Kelch, gleich der Traubenspindelkahl. Kelch bis fast zum Grunde 5-teilig, mit lanzettlichen, spitzenZipfeln. Blumenkrone ohne Sporn 7 bis 10 mm lang, bläulich- odergelblich-weiss, mit gelbem, selten weissem Gaumen ; Oberlippe zwei-spaltig, zurückgeschlagen, dunkelviolett gestreift. Kapsel kugelig, etwaslänger als der Kelch (Fig. 9c). Samen eiförmig, scharf dreikantig,auf den Flächen eingestochen punktiert (Fig. 9d). — VII, VIII.
Auf feuchten Wiesen, Aeckern, an unkultivierten Orten, Mauern,einzig in Südwestdeutschland; im übrigen Gebiete nur verschleppt.
Im Gebiete wirklich einheimisch wohl nur in Lothringen (bei Saarburg)und im Elsass (bei Nordhausen, Gershausen und in den Tälern der Vogesen beiSiegolsheim, Wildenstein, Wesserling). Im übrigen Deutschland vielfach ver-schleppt, stellenweise eingebürgert, so in der Rheinebene, in Baden bei Heidelberg,bei Mannheim, in Thüringen und in Hannover bei Hardinghausen, Liegnitz, Alt-wasser. Vorübergehend eingeschleppt auch in Westpreussen (Danzig, Redlau)und Ostpreussen (Memel); ebenso in der Schweiz im unteren Rhonetal imKanton Waadt und Wallis, bei Zürich, Freiburg, Buchs. In Oesterreich bishernicht beobachtet.
Allgemeine Verbreitung: Gross-Britannien, Belgien,Frankreich, Westdeutschland, Spanien, Oberitalien, Dalmatien. Ein-geschleppt auch in Norwegen und Schweden.
Fig. 9. Linaria Monspes-suläna (L.) Mill. a Habitus( J /3 natürl. Grösse), b Teil desFruchtstandes, c Fruchtkapselmit Stiel, d Samen.
') Mons Pessulänus, lat. Name von Montpellier.