oder grob gekerbt; die unteren kurz gestielt, die oberen sitzend. Blüten einzeln, langgestielt in verlängerter, meist ästiger Traube, die Blütenstiele 3 bis 4 mal so lang alsder Kelch, wie die Blütenstandsachse drüsig-behaart. Kelchzipfel feindrüsig gewimpert.Blumenkrone flach radförmig, im Durchmesser bis 25 mm breit, dunkelpurpurviolett mitweisslicher Röhre. Staubfäden purpurwollig; Antheren nierenförmig, nicht herablaufend.Kapsel eikegelig, 6 bis 7 mm lang. — V, VI.
Auf trockenen Wiesen, Heiden, Steppen, Brachen, im östlichen Teile des Gebietes;im übrigen Teile ab und zu auf Composthaufen verschleppt.
Allgemeine Verbreitung: Ostdeutschland, Oesterreich-Ungarn, Nord- undMittel-Italien, Südrussland, Balkanhalbinsel, Westasien.
In Deutschland in Mittel- und in Oberschlesien mit Ausnahme des höheren Berglandes ziemlichverbreitet, ferner in Posen, nordwestlich bis zur Linie Czarnikau-Bromberg-Inowrazlaw-Strelna, in Brandenburgund der Provinz Sachsen bis Neuhaldensleben-Rogätz, Burg bei Magdeburg, Pietzpuhl, Magdeburger Forth,Rhinow, Gollssen. In Sachsen bei Mühlberg a. d. Elbe, Alden bei Zwickau, Tinz bei Gerau. Ferner einge-bürgert bei Danzig und stellenweise eingeschleppt in West- und Ostpreussen. Vorübergehend eingeschleppt auchbei Essen, hie und da in der Rheinprovinz, bei Nürnberg, im Hafen von Mannheim, bei Berg am Laimbis Perlach, Feldkirchen, Trudering, Haching und Nymphenburg bei München. In Oesterreich im nörd-lichen Zentralböhmen nicht selten bei Prag, Lissa, Senftenberg, Jaromei', Königgrätz, Jungbunzlau, Böhmisch-Leipa, Leitmeritz, Teplitz, Bilin, Kosteletz, Brüx, Laun, Saaz, verbreitet im mittleren und besonders imsüdlichen Mähren; ferner im östlichen Niederösterreich, wie im Marchfeld von Stillfried bis Schlosshof, auf•den gegen das Marchfeld abfallenden Hügeln von Hausbrunn bis zum Bisamberge bei Wien, auf den Hain-burger Bergen und im südlichen Wiener Becken, besonders gegen die ungarische Grenze zu. In Oberösterreicheingeschleppt bei Wels. In Steiermark sehr zerstreut an der ungarischen Grenze bei Pettau, Rohitsch, Cilli:in Kärnten angeblich im Lavanttale, in Krain im südlichen Landesteile bei Mariafeld und Praewald sowie imangrenzenden Küstenlande; in Tirol im äussersten Süden bei Cles, Trient, Rovreit und am Fusse des MonteBaldo. Fehlt in der Schweiz.
Aendert nur wenig ab. Eine Schattenform ist f. foliösum Domin.Stengel dichter beblättert. Blätter dünner und grösser; noch das fünfte Stengel-blatt erreicht eine Länge von 5 cm (Auf dem Georgsberge bei Raudnitz inBöhmen).— Mit weissen Blüten (flore albo) bei Mannheim 1910.
2. Verbascum Blattäria l ) L. Schaben- oder Mottenkraut.Engl.: Moth-Mullein. Fig. 1.Pflanze zweijährig. Wurzel spindelförmig. Stengel auf-recht, bis 1,5 m hoch, einfach, kahl, nur im Blütenstand drüsig-flaumig. Laubblätter kahl, die grundständigen in deutlicherRosette, verkehrt-eilänglich, in den kurzen Stiel verschmälert,buchtig - fiederlappig und seicht gekerbt; die unteren und mitt-leren Stengelblätter länglich, sitzend, stumpf oder spitz, ungleich-massig grob gesägt, die obersten aus herzförmig-stengelum-fassender Basis dreieckig-länglich, zugespitzt, gezähnt. Blüteneinzeln, lang gestielt in verlängerter, einfacher Traube. Blüten-stiele etwa doppelt so lang als der Kelch, gleich der Blüten-achse drüsig-flaumig. Kelchzipfel dicht drüsig-flaumig. Blumen-krone radförmig, im Durchmesser 2 bis 2,5 cm breit, hellgelb, mitviolettem Schlünde, aussen drüsig und oft rostrot überlaufen.Staubfäden purpurwollig; Antheren orangerot, nierenförmig, dieder beiden längeren Staubblätter am Staubfaden kurz herab-laufend (Fig. lb). Kapsel kugelig, 6 bis 7 mm lang. — VI bis VIII.
Fig-, 1. Verbascum Blattäria L-
a Habitus {'/;inaturl. Giösse). 5Langes,
c kurzes Staubblatt, d Samen.
*) Von Iat. blatta, Schabe, Motte. Schon bei Plinius Pflanzenname.