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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Arten sind Pollenblumen; doch sondern einige Arten (V. phoeniceum, V. Blattaria u.a.) auch am Grunde der Kron-blätter spärlichen Nektar ab. Den langen Haaren der Staubblätter wurde früher bloss die Funktion zugeschriebenden auffliegenden Insekten einen Halt zu bieten, obwohl schon lange bekannt war, dass sie auch von manchen Tierenabgefressen werden. Neuere Untersuchungen haben aber ergeben, dass dieselben Zucker und andere Nahrungsstoffeenthalten und so direkt alsFutterhaare" ein Anlockungsmittel für die Insekten bilden, welche diese aussaugen.Die Blüten derVerbascum-Arten sind homogam, manchmal auch schwach proterogyn oder proterandrisch. Die Narbeüberragt die Staubblätter, so dass die anfliegenden, mit dem Pollen einer anderen Blüte beladenen Insekten erst dieNarbe berühren und so Fremdbestäubung stattfindet. Selbstbestäubung durch den auf die tiefer gelegene Narbeherabfallenden eigenen Pollen ist zwar möglich, aber wirkungslos. Die Besucher der Verbascum-Arten sind haupt-sächlich Schwirrfliegen, Bienen und Hummeln. Die etwas Schleim enthaltenden Blüten der Verbascum-Arten, be-sonders von V. Thapsus, V. thapsiforme und V. phlomoides, sind ein beliebtes Volksmittel (Himmelbrandtee") gegenkatarrhalische Erkrankungen und sind auch als Flores Verbasci offizinell (Pharm. Germ., Austr., Helv.).Adventiv wurden bisher beobachtet: Verbascum sinuätum L. aus den Mittelmeerländern, beiMannheim, im Suganertal, am Caldonazzosee und bei Roncegno in Südtirol sowie bei Zürich und Solothurn in derSchweiz, V. ovalifdlium Donn. aus dem Kaukasus und V. virgätum Spreng, aus Südwesteuropa in derUmgebung von Berlin und bei Basel, V. Orientale Bieb. bei Nürnberg, Mannheim und beim Südbahnhof München,V. Banäticum Schrad. beim Südbahnhof München, V. erubescens bei Zürich sowie eine dem V. gracili-flörum Del. nahestehende Art bei Orbe in der Schweiz. Als ornamentale Zierpflanze findet in neuerer ZeitVerbascum Olympicum Boiss. aus Bithynien Verwendung.

1. Blüten lang gestielt, einzeln zu Trauben angeordnet............... 2.

1*. Blüten kurz gestielt, gebüschelt oder teilweise einzeln, zu einfachen oder ästigen Aehren oder

Trauben zusammengestellt.............................3.

2. Blüten violett. Blätter unterseits flaumig........ . . V. phoeniceum nr. 1.

2*. Blüten gelb. Blätter kahl................. V. B 1 att aria nr. 2.

3. Staubfäden purpurwollig......................... 4.

3*. Staubfäden weisswollig......................... 7

4. Blütenstand rispig-ästig. Blütenstiele nur wenig länger als der Kelch........ 5.

4*. Blütenstand einfach oder am Grunde mit einzelnen Aesten. Blütenstiele doppelt so lang als der Kelch 6-

5. Untere Blätter in den Blattstiel zusammengezogen, am Grunde nicht eingeschnitten

V. Austriacum nr. 4.

5*. Untere Blätter am Grunde meist herzförmig, seltener zusammengezogen, tief eingeschnitten

gekerbt. Einzig in der Südschweiz.................... V. Chaixii nr. 3.

6. Untere und mittlere Blätter einfach gekerbt, unterseits dünn filzig . . . . V. nigrum nr. 5.6*. Untere und mittlere Blätter fast buchtig doppelt-gekerbt, unterseits dicht wollig-filzig. Nur in

Südtirol, Steiermark, Kärnten, Krain sowie im Tessin............. V. lanatum nr. 6-

7. Alle Staubblätter weisswollig........................ 8.

7*. Die beiden unteren Staubblätter kahl.................... 11.

8. Blätter filzig, herablaufend. Die zwei längeren Staubblätter an der Spitze kahl. Gebirgsgegendender Schweiz und (sehr selten) von Tirol............... V. crassifolium nr. 11.

8*. Blätter nicht herablaufend........................ 9.

9. Blätter oberseits kahl, unterseits fein graustaubig-filzig...... V. Ly chnit is nr. 7-

9*. Blätter beiderseits filzig......................... 10.

10. Blattfilz bleibend, dünn. Sehr zerstreut in Oesterreich....... V. spe cio sum nr. 9.

10*. Blattfilz dick-flockig, abfällig.............. V. p ul v erulen tum nr. 8.

11. Die zwei längeren Staubblätter etwa viermal so lang als ihre kurz herablaufenden Antheren

V. Thapsus nr. 13.11.* Die zwei längeren Staubblätter etwa doppelt so lang als ihre lang herablaufenden Antheren 12.

12. Jedes Blatt bis zum nächst unteren herablaufend....... V. thapsiforme nr. 12.

12*. Blätter kurz- oder gar nicht herablaufend......... . V. phlomoides nr. 10.

I. Verbascum phoenfceum 1 ) L. Purpurrote Königskerze. Taf. 234, Fig. 1.

Zwei- bis mehrjährig. Wurzel spindelförmig, später verholzend. Stengel aufrecht,bis 1 m hoch, fein flaumig, im Blütenstand drüsig-behaart. Laubblätter oberseits spärlichbehaart, unterseits flaumig, die grundständigen in deutlicher Rosette, eiförmig oder elliptisch,an der Basis in den kurzen Stiel kurz zugeschweift bis herzförmig, am Rande ausgeschweift

') Gr. (folvi'i [phofnix] = purpurrot, dunkelrot.