Tafel 234.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Verbascum phoeniceum (pag. 8).
2. Verbascum nigruin (pag. 11).„ 2 a. Staubblatt.„ 3. Verbascum thapsiforme (pag. 14).
3a. Eines der beiden längeren Staubblätter.
3b. Eines der drei kürzeren Staubblätter... 3c. Fruchtknoten.
Fig. 3d. Oberes Stengelblatt.„ 3e. Querschnitt durch den Samen.„ 4. Verbascum Lychnitis L. (pag. 12).„ 4a. Halbreife Kapsel.„ 4b. Tragblatt.,, 4 c. Querschnitt durch die Kapsel.
14*. Blüten in Aehren, Trauben oder einzeln................... 15.
15. Blüten einzeln in den Blattachseln. Laubblätter ganzrandig .... Lindernia DCLXXVII1.15*. Blüten in Aehren oder Trauben...................... 16.
16. Kelch aufgeblasen, an der Spitze verengt, vierzähnig . . A lect orolophus DCLXXXVII1.
16*. Kelch röhrig oder glockig, nicht aufgeblasen................. 17.
1". Blätter fiederspaltig................. Pedicularis DCLXXXIX.
17*. Blätter ungeteilt ........................... 18.
18. Oberlippe der Blumenkrone seitlich zusammengedrückt mit umgeschlagenen Rändern. Unterlippeim Schlund mit zwei Höckern..................Melampyrum DCLXXXIII.
18*. Oberlippe der Blumenkrone helmförmig oder fast flach. Unterlippe im Schlund ohne Höcker. 19.
19. Blüten gross, gelb. Antherenfächer am Grunde stumpf....... Mimulus DCLXX1V.
19*. Blüten mittelgross bis klein. Antherenfächer am Grunde spitz ..........20.
20. Pflanze kahl, fettig glänzend. Blüten klein, gelb mit purpurn punktierter Unterlippe. Frucht1-fächerig und 1-samig. Grundachse dicht beschuppt............ Tozzia DCLXXXIV.
20*. Pflanze nicht fettig glänzend.......................21.
21. Ausdauernde Alpenpflanze mit trübvioletten Blüten...... Bartschia DCLXXXVII.
21*. Einjährige Kräuter...........................22.
22. Blumenkrone fleischrot oder gelb und dann mit weit heraustretenden Staubblättern
Odontites DCLXXXVI.
22*. Blumenkrone weiss oder lila, die Unterlippe mit gelbem Schlundfleck und violetten Streifen;
selten die Blumenkrone ganz gelb, dann aber die Staubblätter nicht weit heraustretend. Euphr asia DCLXXXV.
DCLXVIII. Verbascum 1 ) L. Königskerze. Franz.: Molene, bonhomme;engl: Mullein; ital.: Verbäsco, tasso-barbasso.
Fast durchwegs zweijährige Kräuter mit steif aufrechtem, einfachem oder oberwärts(mit aufrechten Aesten) verzweigtem Stengel. Laubblätter ungeteilt (selten die grundständigenbuchtig-gelappt); die grundständigen in deutlicher Rosette (Fig. 8), die Stengelblätter zahlreich,kurz gestielt oder sitzend und oft herablaufend. Stengel und Blätter spärlich bis sehr dichtmit quirlig-ästigen, von oben gesehen scheinbar sternförmigen Haaren (Fig. JA, e) bekleidetbis dicht filzig. Blüten einzeln oder in büschelförmigen Trugdolden zu schlanken, einfachen oderästigen Trauben vereinigt. Kelch glockig, regelmässig fünfzähnig. Blumenkrone radförmigbis weit trichterig, mit kurzer Röhre und fast regelmässigem, fünfspaltigem Saum; die dreiunteren Lappen etwas grösser als die beiden oberen. Blüten meist gelb, selten weiss oder purpur-violett. Staubblätter fünf, der Kronröhre eingefügt, alle oder nur die oberen mit dichtweiss- oder violett-wolligen Staubfäden, die beiden unteren oft mit herablaufenden Antheren.Frucht eine eiförmige (Fig. 3 c) oder kugelige, zweiklappig aufspringende Kapsel mit zwei-spaltigen Klappen. Samen zahlreich (Taf. 234, Fig. 4 c), prismatisch, mit derben, warzigenoder welligen Längsleisten versehen (Fig. ld).
Die Gattung umfasst 240 Arten, von denen die grösste Zahl dem östlichen MittelmeergebieteGriechenland, Nordasien) angehört. Die ausgesprochen xerophil (Wolliger Ueberzug) gebauten Verbascum-
l ) Pflanzenname bei Plinius.