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1 (1914) Anorganische Chemie
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Calcium und seine Salze.

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Die Kalköfen sind häufig für kontinuierlichen Betriebeingerichtet, ähnlich den Hochöfen; in dem Maße, wie mander unteren Öffnung den gebrannten Kalk entnimmt, fülltman in die obere Öffnung, dieGicht", neues Materialnach. Steigt die Temperatur zu hoch und ist zu vielKieselsäure vorhanden, bildet sich Calciumsilikat; ein solcherKalk löscht sich mit Wasser nicht, er isttotgebrannt".Kalk, der viel Ton enthält, heißt mager, im Gegensatz zuden besseren Sorten, demfetten Kalk".

Das Handelspräparat enthält vielfache Verunreinigungen,Silikate, Eisen, Aluminium und Alkaliverbindungen. Fürden pharmazeutischen Gebrauch eignet sich sehr gut deraus weißem Marmor dargestellte Ätzkalk, Calcaria ustae marmore.

Ätzkalk ist in sehr gut verschlossenen Gefäßen aufzu-bewahren, er zieht sonst leicht Kohlensäure aus der Luftan und zerfällt zu einem staubigen PulverzerfallenerKalk".

Calcaria usta, Gebrannter Kalk, CaO, bildetdichte, weißliche Massen, die, mit der Hälfte ihresGewichtes Wasser besprengt, sich stark erhitzen undzu Pulver zerfallen,gelöschter Kalk". Mit 3 bis4 Teilen Wasser bildet er einen dicken Brei,dieKalkmilch".

Prüfung. Auf Calciumcarbonat und -Silikat (inHN0 3 soll er fast ohne Aufbrausen und bis auf einen ge-ringen Rückstand, etwa 1 / 10 , löslich sein).

Aqua Calcariae, Kalkwasser, stellt man her,indem man 1 Teil gebrannten Kalk mit 4 TeilenWasser löscht und den entstandenen Brei mit 50 TeilenWasser mischt. Wenn sich die Mischung geklärt hat,gießt man die klare, wässerige, alkalihydroxydhaltigeFlüssigkeit fort, schüttelt den Bodensatz mit 50 TeilenWasser kräftig durch und läßt absetzen. Zum Ge-brauch wird das Kalkwasser filtriert.

Prüfung. Kalkwasser sei klar, farblos und von starkalkalischer Reaktion; es enthält etwa 0,15°/ 0 Ca(OH) 2 .