Druckschrift 
1 (1914) Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
53
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Metalle: Kalium. 53

Die verschiedenen Glassorten enthalten als einen ihrerwesentlichen Bestandteile Kieselsäure, vgl. S. 65, 79, 90,103; Quarzglas besteht nur aus amorphem SiliciumdioxydSiO_ 2 ; Jenaerglas enthält neben den Silikaten noch borsanresBlei und phosphorsaures Barium.

IL Metalle.

Kalium und seine Salze.

Kalium kommt in der Natur nur in gebundenem Zu-stande vor; die wichtigsten Mineralien, die als Ausgangs-material zur Darstellung anderer Kaliumverbindungendienen, sind Sylvin, Carnallit, Kainit, Schoenit. Diegenannten Salze finden sich in großen Mengen in den Salz-lagern von Mitteldeutschland (StaßfurterSalze, s. S. 66).

Kaliumhydroxyd, Kalium oausticum, Kaliumhydricum, Ätzkali, KOH, wird im großen dar-gestellt durch Kochen von Pottaschelösung mit Kalk-milch : K 2 C0 3 -f Ca(OH) 2 = 2 KOH -j- CaC0 3 . Die vondem Calciunicarbonatniederschlag getrennte Lösungwird zunächst in eisernen, dann, da konzentrierteKalilauge in der Hitze Eisen angreift, in silbernenGefäßen bis zur Trockene eingedampft und das Ka-liumhydroxyd schließlich geschmolzen und in die be-kannte Stangenform gebracht (Kai. caust. in baculis).Neuerdings gewinnt man es durch Elektrolyse vonChlorkaliumlösung: KCl -f- H 2 0 = KOH -f Cl -|- H.

Zur Darstellung des reinen Präparates geht manentweder von reinen Materialien aus oder man löstdas technische Produkt in Alkohol, wobei die Ver-unreinigungen (Kaliumchlorid, Kaliunacarbonat, Ka-liumsulfat u. a.) ungelöst bleiben; die alkoholischeLösung wird abfiltriert, der Alkohol abdestilliert und