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Metalloide.
Silicium.
Silicium kommt nicht frei vor, ist aber in gebundenemZustande außerordentlich weit verbreitet. In Form vonSiliciumdioxyd, Kieselsäureanhydrid, Kieselerde, Si0 2 , findetes sich kristallinisch als Quarz, körnige, weiße bis grau-weiße Massen, wesentlicher Bestandteil von Granit,Porphyr, Gneis (vgl. S. 122); der gewöhnliche Sand undKieselstein sind Si0 2 , Sandstein besteht aus durch einBindemittel zusammengehaltenen Quarzkörnern. Kristalli-siertes Si0 2 bildet den Bergkristall, farblose hexagonaleSäulen, Amethyst (durch Mangan violett), Bauchtopas(braun bis schwarz); Infusorienerde, Kieselgur, ausden Panzern von Diatomeen bestehend, ist amorphes Si0 2 .
Aus wasserhaltiger Kieselerde bestehen Opal, Chry-sopras, Heliotrop, Jaspis, Karneol, Feuerstein,Katzenauge, Tigerauge, Onyx; Achat und Chalce-don enthalten neben Si0 2 noch wasserhaltiges Si0 2 . InForm von kieselsauren Salzen findet Silicium sich imFeldspat, Granit, Porphyr, Gneis, s. auch S. 122.
Offizinell sind einige Salze von Kieselsäuren (LiquorNatrii silicici und Talcum). Die der Orthokohlensäure H 4 C0 4entsprechende Orthokieselsäure H 4 Si0 4 ist nur in Formeiniger Salze bekannt, z. B. Olivin Mg 2 Si0 4 , Zirkon, ZrSi0 4 .Von dieser Orthokieselsäure leiten sich Polykieselsäuren inder Weise ab, daß m Moleküle H 4 Si0 4 unter Abgabe vonn Molekülen Wasser sieh zusammenlagern. So entsteht z. B. aus3H 4 Si0 4 —5H 2 0 die Säure H 2 Si 3 0 7 , und aus4II 4 Si0 4 — 7H 2 0 die Säure H 2 Si 4 0 9 .
Ein Gemisch der Natriumsalze dieser beiden Säurenbildet den wesentlichen Bestandteil des offizineilen LiquorNatrii siliciei. Von der Säure H 4 Si 3 0 8 , entstanden ans3H 4 Si0 4 — 4H 2 0, leiten sich die Feldspate KAlSi 3 0 8 undNaAlSi 3 0 8 ab; s. S. 122.
Der Metakohlensäure H 2 C0 3 entspricht die Metakiesel-säure, die durch Austritt von einem Molekül Wasser auseinem Molekül Orthokieselsäure entsteht: H 4 Si0 4 — H 2 0 =H 2 Si0 3 . Das saure Magnesiumsalz dieser Metakieselsäurebildet den wesentlichen Bestandteil des offizinellen Talcum;weiteres über diese Verbindungen siehe Seite 122 und 125.