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1 (1914) Anorganische Chemie
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Phosphor.

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stand flüchtige Flüssigkeit; sie enthält 6165 °/ 0 HN0 3 ;spez. G. = 1,3801,400. Die rohe Salpetersäureheißt auch Scheidewasser, weil sie aus einer Gold-Silberlegierung nur das Silber löst, wodurch diesebeiden Metalle geschieden werden können.

Acidum nitricum fumans, Rote rauchendeSalpetersäure, ist eine klare rotbraune, beim Er-wärmen flüchtige Flüssigkeit, welche erstickende, gelb-rote Dämpfe ausstößt; sie enthält mindestens 86°/ 0HN0 3 . Spez. G. mindestens 1,486. Über die Dar-stellung siehe S. 33.

Bei der Handhabung der roten rauchenden Salpeter-säure sei man sehr vorsichtig; auf organische Stoffe wirktsie ungemein energisch, häufig unter Entzündung ein. Manbewahre sie in der Apotheke an einem kühlen, vor direktemSonnenlieht geschützten Orte, getrennt von allen übrigenChemikalien auf; ihre Dämpfe sind ein gefährlicher Feindder Schilder von Gefäßen, die mit der Zeit durch sie völligzerstört werden.

Königswasser. Aqua regis, Acidum chloronitio-sum, ist eine Mischung von 3 Teilen konzentrierter Salz-säure und 1 Teil konzentrierter Salpetersäure. In der Hitzeentwickelt dieses Gemisch freies Chlor und NitrosylchloridNOC1, welche die Wirksamkeit des Königswassers bedingen.

HN0 3 -f 3HCl = 2C1+NOC1 -4- 2H 2 0.Seinen Namen hat es daher, weil es das Gold, denKönig der Metalle, auflöst. Es findet u. a. Anwendungw der toxikologischen Chemie zum Zerstören von organischenSubstanzen.

Phosphor.

Gelber Phosphor ist zuerst im Jahre 1669 von demAlchiaiisten Brand in Hamburg aus Harn dargestelltworden; Beine Darstellung aus Knochen lehrte 1771 Scheele.Die rote Modifikation wurde 1844 von E. Kopp entdecktund von Sohrötter seit 1848 genau untersucht.

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