Schwefel. 19
saure Kalium (vgl. organische Chemie: SenJöl) undeinige ätherische Öle und Harze.
01 Innung: 1. In der Roraagna gewinnt man den
Schwefel aus schwefelhaltiger Erde durch Destillation auseisernen oder tönernen Retorten; in Sizilien schichtet mandie schwefelhaltige Erde in mit Mauerwerk eingefaßtenGruben zu meterhohen Haufen auf und gewinnt denSchwefel durch Ausschmelzen; den geschmolzenen Schwefelsammelt man in Kanälen, in denen man ihn erstarren läßt;man erhält ihn so in großen, würfelförmigen Blöcken:
Blockschwefel, Rohschwef el. Um diesen zureinigen, destilliert (raffiniert) man ihn aus gußeisernenRetorten und leitet die Dämpfe in Kammern; bei lang-samer Sublimation kommt der Schwefel in den Kammernnicht zum Schmelzen und man bekommt den Sulfur sub-limatum; läßt man die Temperatur in den Kammernüber 111» steigen, schmilzt der Schwefel; man gießt ihnin die bekannten konischen Formen aus und erhält denSulfur citrinum, Sulfur in baculis, Stangen-schwefel. Der nach dem Ausschmelzen in den Grubenverbleibende Rückstand, der noch viel Schwefel enthält,kommt gepulvert als Sulfur griseum, Grauer Schwefel,Sulfur caballinum, Roßschwefel in den Handel.
2. Durch Rösten von Eisenkies: 3FeS 2 = 2S -f- Ee 3 S 4 ;PeS 2 = PeS + S; vgl. S. 24.
3. Große Mengen Schwefel werden bei der Reinigungdes Rohleuchtgases gewonnen; um dieses von H 2 S zu be-freien, leitet man es durch ein Gemisch von Sägespänen,Calciumhydroxyd und Eisenoxyd und extrahiert den ent-standenen Schwefel mit Schwefelkohlenstoff.
Fe 2 0 3 + H 2 S = S + 2PeO + H 2 0.
4. Bei der Sodafabrikation nach Leblanc (S. 76)hinterbleibt Schwefelcalcium CaS als Nebenprodukt, ausdem man durch Behandlung mit Wasser und KohlendioxydSchwefelwasserstoff darstellt, den man zu Schwefel undWasser verbrennt (regenerierter Schwefel nach Chance-Claus).
CaS -4- H 2 0 -f C0 2 = CaC0 3 + H 2 S,H„S + 0 = S + H 2 0.