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2. Monocotyledones 2 (1907)
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weise nur äusserst sporadisch auf; so in Lothringen nur bei Remilly, in Württemberg vereinzelt im Oberland(Langenau, Ummendorf, Unteressendorf, am Schwaigfurtweiher, Wolf egg, Wurzach, Ravensburg, Eriskirch), in Badenzerstreut in der Rheinebene und als Seltenheit im Bodenseegebiet (Mindelsee), in Niederösterreich einzig beiMoosbrunn und Siebeneich im Marchfeld, selten in Mähren (Olmütz, Prossnitz [Wrbatek]), Böhmen (Teinitz, Holstein),österr. Schlesien (Wagstadt) etc. In der norddeutschen Tiefebene (auch auf den Nordseeinseln, wo sie in denDünentälern auftritt) ist L. ziemlich verbreitet. In nassen Jahren erscheint sie stets reichlicher. Sie tritt vorallem in den Hochmooren (Schienken, Kolken, Torfstichverlandung), doch auch in den Flachmooren (Rhynchos-poretum, Eriophoretum, Sphagnetum, Schoenetum) auf; in den letztern zuweilen mit Dianthus superbus, Heleo-charis paucifiora, Carex flava (vgl. auch Malaxis, nr. 730). Die Hauptknospe, aus welcher im nächsten Jahrder Blütenstengel hervorgeht, bildet sich in der Achsel des obersten Laubblattes aus. Dicht über derselbenentsteht durch Anschwellung des Stengelgrundes eine elliptische, flachgedrückte Knolle, welche bis zum nächstenJahr frisch bleibt und von den nackten Resten der Blätter umgeben wird. Zuweilen trägt sie auch noch denabgestorbenen Fruchtstand (Fig. 447 i). Die blühende Pflanze weist also stets 2 Knollen auf. Auf der Knollefinden sich zuweilen auch Adventivknospen.

CCIII. CoralHorrhfza 1 ) Chatelain. Korallenwurz.

Zu dieser Gattung gehören ca. 12 Arten, welche in Europa, im extratropischen Asien,amerika und Mexiko verbreitet sind. In Europa einzig nr. 733, mit saprophytischer Lebensweise.

Nord-

733. Coralliorrhiza innäta 2 ) R. Br. (= C. trifida Chatelain, = C. nemorälis Sw., = C.Coralliorrhiza Karsten, = C. dentäta Host, = C. Neottia Scop., = C. intacta Cham, etSchlecht., = C. Halleri Rieh.). Wald-Korallenwurz. Franz.: Coralline; engl.: Coral

root. Taf. 76, Fig. 8 und Taf. 68, Fig. 19.

Ausdauernd, 7 bis 25 (30) cm hoch. Grundachse fast wagrecht, flach ausgebreitet,schwach zusammengedrückt, fleischig, gelblichweiss bis bräunlich, korallenartig verzweigt.Wurzeln fehlend. Stengel schlank, aufrecht oder aufsteigend, zuweilen gestreift, kahl,bleich, gelblichgrün, mit meist 3 (2 bis 7) spreitenlosen, etwas bauchigen, lockern,stumpflichen, häutigen, oberwärts erweiterten, etwa bis zur Mitte reichenden Scheiden-blättern. Blütenstand gewöhnlich schlank, locker, mit 4 bis 9 (12) kleinen, aufrecht ab-stehenden, gelblichweissen Blüten. Tragblätter sehr klein, 3-eckig, häutig, spitz, seltener2- bis mehrzähnig, hellgelb, 1-nervig, viel kürzer als der spindelförmige, nicht gedrehte,gestielte Fruchtknoten. Perigonblätter zusammenneigend oder die äussern abstehend; dieletztern aus keilförmigem Grunde linealisch-lanzettlich, spitz, gelb bis gelbgrün, 3 bis6 mm lang, oberwärts mit bräunlichen oder rötlich-purpurnen Rändern (Taf. 68, Fig. 19),die seitlichen äussern mit dem Grunde des Säulchens zu einem kurzen, spornartigen Kinnverwachsen. Seitliche innere Perigonblätter länglich, etwas kürzer als die äussern, gelblich,innen rötlichbraun punktiert, dem Säulchen gewöhnlich anliegend. Lippe länglich, stumpf,2 bis 3 mm lang, am Grunde schmal keilförmig mit 2 Längsleisten, nach abwärts gerichtet,fast stets auch 3-lappig, in der Mitte weiss, rot punktiert oder liniert. Säulchen ziemlichlang, fast zylindrisch, nach vorwärts gekrümmt, vorn rot gesprenkelt. Narbenhöhle 3-eckig.Frucht ziemlich gross, nach abwärts gerichtet, hängend, mit den Perigonblättern langeerhalten bleibend, mit 3 schwachen, knorpeligen Kanten. V bis VII.

Zerstreut, aber stellenweise über grosse Gebiete hin ganz fehlend, in der Moorerdeoder zwischen Moosen von schattigen Wäldern (besonders der Berge und Voralpen), inabgefallenem Laub, in Torfsümpfen, zwischen Erlen, auf modernden Stämmen, in Torf-teichen, auf bemoosten Steinblöcken; von der Ebene bis in die Alpen (vereinzelt bis gegen2000 m hinaufsteigend).

*) Gr. xoQdXAiov [korällion] = Koralle und gi^a [rhiza] = Wurzel; nach der Gestalt der Grundachse.2 ) Lat. innasci (Supinum innätum) = verwachsen.