Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
395
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

-----.,,.,.,.

. -

395

Fehlt im nordwestdeutschen Flachlande vollständig, ebenso auf den Nordseeinseln und in Westfalen.In der Rheinprovinz sehr selten (nur zwischen Hüttgeswasen und Allenbach).

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (nördlich bis Island, fehlt in denNiederlanden, in der ungarischen Tiefebene und in der immergrünen Region des Mittel-meergebietes), Sibirien, Nordamerika.

Aendert wenig ab: var. ericetörum [Drey.] Rchb. Pflanze kleiner und gedrungener. Rippendes Fruchtknotens wellig-gekerbt (Hie und da zuweilen mit dem Typus an trockenen Stellen). Als Selten-heiten wurden gelegentlich auch Monstrositäten beobachtet (d. h. gegabelte Blütenstände, Blüten mit je 8 Perigon-blättern.) Die Korallenwurz ist ein Saprophyt, der keine Wurzeln erzeugt. Das charakteristische Rhizombesitzt jedoch Wurzelhaare (Goebel). Wie verschiedene andere Orchideen erzeugt auch diese Art nicht in jedemJahr einen Blütenstengel. Ebenso ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Corallorrhiza an einzelnen Stellen mitBaumsaaten (ebenso wie Pirola uniflora, secunda und umbellata) eingeschleppt wurde. Nach Gradmann dürftedies namentlich in den Fichten- und Föhrenpflanzungen der Fall sein, zumal C. ursprünglich nur im Laubwaldzu Hause gewesen sein soll. In Kärnten bevorzugt sie in der Tat entschieden das Laubwaldgebiet (Scharfetterbriefl.). Wie verschiedene andere Orchideen (z. B. Listera cordata) tritt C. gegenwärtig an sehr verschieden-artigen Standorten (Pflanzenvereinen) auf. In den Alpen gehört sie dem Bergwald an, wo sie im Fichtenwaldauf wenig begrastem Boden nicht allzu selten in Begleitung von Aspidium spinulosum, Pirola uniflora, Lyco-podium selago und annotinum, Majanthemum bifolium (nr. 637), Polygonatum verticillatum (nr. 642), Homo-gyne alpina, Lysimachia nemorum, Fragaria vesca, Sanicula, Vaccinium myrtillus, Hypnum splendens, Sphagnumquinquefarium Warnst, (nach Dr. Paul [briefl.] das häufigste Sphagnum der Bergwälder!), Epilobium montanum,Melampyrum silvaticum, Circaea alpina, Galium rotundifolium etc. angetroffen wird. In Norddeutschland macht siezwischen Erlen-, Moos- und Waldmooren, zwischen moosigen Plätzen der Nadelwälder oder dem Humusbodender Mischwälder keinen Unterschied.

Den Orchideen wird sehr oft die Familie der Burmanniäceae angegliedert (Staubblätter 6 odernur die 3 des innern Kreises ausgebildet. Konnektiv stark entwickelt), welche in den Urwäldern und Savannender Tropen (ausserdem wenige Arten in Nordamerika) zu Hause ist. Beide Familien (Orchidaceen und Bur-manniaceen) bilden zusammen die Reihe der Microsperma e. Im Linne'schen System repräsentieren dieOrchideen die 20. Klasse Gynändria (Staubfäden und Griffel verwachsen).

54*

J