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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Allgemeine Verbreitung: Skandinavien, Alpen, Mitteleuropa, Russland, Sibirien,Nordamerika.

M. monophyllos ist besonders in den östlichen Alpen ziemlich verbreitet. Hier erscheint die Pflanze(z. B. im Salzburgischen) entweder in den Bergwäldern (Misch- und Fichtenwald) in Begleitung von Scolopendrium,Sanicula, Senecio Fuchsii, Dentaria enneaphyllos und bulbifera, Aspidium lobatum, Aconitum lycoctonum, Paris,Galeobdolon luteum, Saxifraga rotundifolia, Anemone hepatica, Ranunculus lanuginosus, Lactuca muralis,Geranium Robertianum, Veronica urticifolia, Viola biflora etc. oder aber auf den kräuterreichen Bergwiesen (hierzuweilen gesellig) in Gesellschaft von Helleborus niger, Alchimilla vulgaris, Calamintha alpina, Aspidium filixmas und Robertianum, Geranium silvaticum, Geum rivale, Betonica alopecurus, Euphorbia cyparissias undverrucosa, Veratrum album (nr. 570), Valeriana montana, Thesium alpinum, Polygonum viviparum, Orchismaculatus (nr. 69"), Origanum vulgare etc. (in der östlichen Schweiz mehrfach in Begleitung von BotrychiumVirginianum). Nicht allzu selten treten an dem Stengel 2 Laubblätter (M. diphyllos Cham., = Microstylisdiphyllos Lind!.) auf, von denen dann das obere stets kleiner ist. Auch 3- und noch mehrblätterige Exemplare,bei denen die oberen Blätter tragblattartig ausgebildet waren, wurden schon beobachtet.

CCII. Liparis 1 ) Rieh. Glanzkraut.

Hieher zählt einzig die folgende Art.

732. Liparis Loeselii 2 ) Rieh. (= Sttirmia Loeselii Rchb., = Serapias Loeselii Hoffm.,Malaxis Loeselii Sw., = Ophrys Loeselii L., = O. latifolia L., = O. trigona Gil.). Torf-Glanzkraut. Engl.: Twayblade, Fen Orchis. Tat 76, Fig. 5, Tat 68, Fig. 18 und Fig. 447 i.,

Ausdauernd, 6 bis 20 cm hoch. Stengel am Grunde mit 2 etwas flachen, grünen,von Blattresten umgebenen Knollen, gerade aufrecht, meist 3- (zuweilen auch 4- oder 5-)kantig, oberwärts geflügelt, hell grünlichgelb. Laubblätter grundständig, fettig-glänzend,weich, in der Regel 2 (sehr selten 3), fast gegenständig, aus scheidigem Grunde länglich-elliptisch, 2 bis 8 cm lang und 0,7 bis 2,2 cm breit. Blütenstand locker, meist (1-) 3- bis10- (selten bis 18-) blutig. Blüten klein, fast aufrecht, blass gelbgrün. Fruchtknoten spindel-förmig, 3-kantig, nicht oder nur am Grunde etwas gedreht, mit 3-kantigem oder gefurchtemStiel. Tragblätter in der Regel klein, 3-eckig, schuppenförmig, 1-nervig, am Grundegekerbt, kaum so lang als der Blütenstiel (ausnahmsweise grösser, laubblattartig). Perigon-blätter frei, ausgebreitet; die äussern linealisch oder selten linealisch-lanzettlich (Tat 68,Fig. 18), gewöhnlich ein wenig eingerollt, die seitlichen innern meist etwas schmäler undkürzer. Lippe ungeteilt oder 3-lappig, nach aufwärts oder nach abwärts gerichtet, länglichbis länglich-eiförmig, stumpf, am Rande kleingekerbt, etwas konkav, am Grunde rinnig,so lang als die übrigen Perigonblätter, spornlos, 4 bis 5 mm lang. Säulchen länglich,2 bis 2,5 mm hoch, nach vorn gekrümmt. Staubbeutel eiförmig, hinfällig. Pollinien vonder Seite zusammengedrückt, paarig nebeneinander liegend. Narbenhöhle länglich, grün.V bis VII.

Ziemlich selten in Torf sümpfen, in Moospolstern, zwischen Schilf, in Dünentälern;nur in tiefern Lagen (kaum über 700 m hinaufsteigend).

Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt ganz im Norden und in der immer-grünen Region des Mittelmeergebietes), Nordamerika.

Diese kleine Orchidee wird wegen ihrer wenig auffälligen, grünen Blüten ähnlich wie Malaxispaludosa und Herminium leicht übersehen. Durch Trockenlegung und Drainierung von Torfsümpfen oderdurch den Torfstich ist sie stellenweise (z. B. bei Trelex am Fusse des Waadtländer Jura [nach Correvon],in Baden bei Bohlingen und im Binninger Ried, bei Czeitsch in Mähren) vollständig verschwunden; sie verhältsich also in dieser Beziehung ähnlich wie Carex chordorrhiza und microglochin (Bd. I, pag. 58 und 60),Scheuchzeria palustris (Bd. I, pag. 147), Juncus stygius (Bd. II, pag. 163) etc. Ueberhaupt tritt Liparis stellen-

J ) Gr. Imagög [liparös] = fett, glänzend; nach den fettig-glänzenden Blättern.

2 ) Benannt nach Johann Loesel (geb. 16'07, gest. 1657), Professor der Medizin in Königsberg.

Hegi, Flora. 54