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stumpf mit aufgesetztem Spitzchen, derb, ziemlich dick, grün, kahl, meist 5- (bis mehr- [18-])-nervig. Blütenstand ziemlich locker, langgestreckt, vielblütig. Tragblätter sehr klein (bis 3 mmlang), eiförmig-zugespitzt, grün. Perigonblätter grün bis gelbgrün, konkav, am Randezuweilen hellila; die äussern aus keilförmigem Grunde eiförmig, stumpflich, die seitlicheninnern schmäler, aber kaum etwas kürzer (Taf. 68, Fig. 5). Lippe 6 bis 10 mm lang,spornlos, aus keilförmigem Grunde verkehrt-eiförmig, am Grunde mit 2 sehr kleinen (fastrudimentären) Seitenlappen, vorn tief 2-spaltig, mit 2 zungenförmigen, gestutzten Abschnitten,gewöhnlich mehr als doppelt so lang als die übrigen helmartigen Perigonblätter, in derMitte mit einer grünen, gewöhnlich kräftigen Längsschwiele (letztere tritt in der Ausbuchtunggelegentlich als Zähnchen hervor), in der Regel gelbgrün. Säulchen kurz, dick, obengewölbt. Staubbeutel horizontal über der dicken Narbe stehend. Fruchtknoten kreiseiförmigbis kugelig, ±. langgestielt (Fig. 4471). — V bis VII.
Häufig und verbreitet in feuchten Gebüschen, in Laubwäldern, auf feuchten Wiesen,in Auen, an quelligen Orten; von der Ebene vereinzelt bis in die alpine Region (Alma-jurjoch bei St. Anton in Nordtirol 2000 m, Hochstadl in Kärnten 2100 m).
Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt im hohen Norden, in der ungarischenTiefebene und stellenweise in der immergrünen Region des Mittelmeergebietes), Kaukasus-länder, Ural.
Aendert etwas ab: f. stenoglössa Peterm. Laubblätter eiförmig, gewöhnlich 11-nervig. Lippeschmal, verlängert, länger als Blüte und Blütenstiel. — f. brach yglössa Peterm. Lippe nur s /i so lang als Blüteund Blütenstiel zusammen. — f. multinervia Peterm. Blätter rundlich bis fast kreisrund, gewöhnlich17- oder 18-nervig (Selten). — f. platyglössa Peterm. Lippe breit, kürzer als beim Typus, gewöhnlichverkehrt-herzförmig-dreieckig, mit eiförmigen bis ovalen Zipfeln. — Weitere Abänderungen sind wohl alsMonstrositäten aufzufassen (Laubblätter von einander entfernt, wechselständig [1. alternifölia Peterm.],Laubblätter 3 [1. trifoliäta] oder 4 [in 2 gekreuzten Paaren stehend], Blüten mit nach aufwärts gerichteterLippe etc.). — Die wenig auffälligen Blüten sind an Schlupfwespen und kleine Käfer angepasst und werden vondiesen auch bestäubt. Nektar wird von einer schmalen, in der Mitte der Lippe verlaufenden Rinne abgesondert. —Bei Listera ovata kann man sehr gut das Durchstossen des Bodens vermittelst der bohrartig ausgebildetenSprossspitze beobachten. Ebenso spielt bei dieser Art die Vorläuferspitze, die in Gestalt eines ca. 1 mm langen, ganzoder fast chlorophyllfreien Spitzchens dem eiförmigen Laubblatt aufgesetzt ist, eine gewisse Rolle. Die Funktionderselben ist nach Gentner (Flora 1905, pag. 50) in der Einleitung der Transpiration und Atmung sowie inder frühzeitigen Ablagerung von Sekretstoffen zu suchen. Wie bei Neottia kann auch bei L. cordata vegetativeVermehrung durch Umbildung von echten Wurzeln in Sprosse erfolgen. — L. ovata ist eine der wenigen ein-heimischen Orchideen, welche sich ohne sorgfältige Pflege in den Gärten — an schattigen Plätzen — kulti-vieren lässt und sich auch selbständig vermehrt. Die übrigen einheimischen Orchideen gehen in der Kulturgewöhnlich nach sehr kurzer Zeit, oft schon im folgenden Jahre (nach eigenen Erfahrungen z. B. Orchis globosus,ustulatus. latifolius und Morio, Gymnadenia albida, Nigritella nigra) ein und erweisen sich deshalb für die Kulturim Freien als sehr undankbare Gesellen.
727. Listera COrdäta R. Br. (= Ophrys cordata L., = Epipactis cordata All., = Neottiacordata Rieh.). Berg-Zweiblatt. Taf. 76, Fig. 3 und Taf. 68, Fig. 25.
Ausdauernd, 4 bis 20 (30) cm hoch. Grundachse dünn, schlank, kriechend, mitwenigen fädlichen Wurzeln. Stengel sehr zart, dünn, schlaff, aufrecht, im obern Teilkantig, fast kahl, blassgrün (häufig etwas rötlich), am Grunde mit 1 bis 2 lanzettlichen,eng anliegenden, hellbraunen Scheidenblättern. Laubblätter 2 (ausnahmsweise 3 oder 4), inoder etwas über der Mitte des Stengels stehend, fast gegenständig, herzeiförmig bis fast3-eckig, 10 bis 25 mm lang, mehrnervig-netznervig, oberseits glänzend grün, unterseitsetwas bläulichgrün. Blütenstand locker, 6- bis 12- (15-) blutig. Tragblätter eiförmig, fast3-eckig, spitz, kürzer als der Blütenstiel, grün, undeutlich 1-nervig. Perigonblätter länglich,stumpf, etwas abstehend, lange auf der fast kugeligen Frucht stehenbleibend; die äussern und