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förmig, fast sitzend, wenig gedreht, gewöhnlich nur oberwärts drüsig. Perigonblätter zu-meist frei (Fig. 446 b), an der Spitze nach aufwärts gebogen, anfangs glockig-zusammen-
neigend, die seitlichen äusseren zuletzt abstehend, weiss-lich, grünnervig. Aeussere Perigonblätter lanzettlich bislinealisch-lanzettlich, meist stumpflich, 3-nervig, gleich-lang, am Grunde konkav oder fast sackartig-vertieft;die seitlichen innern linealisch, fast spateiförmig, 1-nervig,zuweilen am Grunde mit dem mittlem äussern verwachsen.Lippe länglich-eiförmig, konkav (Fig. 446 c), weisslich,in der Mitte grün, nach vorn kreisförmig-verbreitert, amRande gekerbt. Säulchen grün. Anthere und Narbe aufgetrennten Stielen (Fig. 446 d). Narbenhöhle länglichbis fast elliptisch, am Rande ganz kahl. — VII.
Selten und nicht überall auf sumpfigen, moorigenWiesen, Heiden, auf moorigen Waldstellen; von derEbene bis in die Voralpen (in Nordtirol bis ca. 1300 m).Fehlt im nördlichen und nordöstlichen Deutschland (nörd-lich bis Darmstadt, Augsburg, Deggendorf).
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Süd-europa (im W T esten nördlich bis Grossbritannien undBelgien), Kleinasien.
CXCVIII.
Zweiblatt.
Fig. 446. Spiranthes aestivalis Rieh,
a Habitus ( 2 /s nat. Grösse), h Perigonblätter
und Lippe, c Lippe, d Gestieltes Staubblatt,
die Narbe n überragend, e Staubblatt.
Listera 1 ) R. Br.
Grundachse kriechend, aus mehreren Jahrgängenzusammengesetzt, mit langen, fadenförmigen Wurzeln.Stengel über dem Grunde mit 2 (sehr selten 3) fast gegen-ständigen, ungestielten Laubblättern. Lippe länger alsdie übrigen Perigonblätter, lang, schmal, an der Spitzetief 2-spaltig (Taf. 68, Fig. 5 und 25). Säulchen kurz,dick, mit einer die aufrechte Anthere ganz oder teil-weise bedeckenden kuppenförmigen Spitze (clinandrium).Klebkörper klein, kugelförmig oder undeutlich.
Die Gattung umfasst ca. 10 Arten, welche in Europa (hiernur nr. 726 und 727), im gemässigten Asien und in Nordamerikavorkommen.
1. Pflanze kräftig (20 bis 65 cm hoch). Blätter breit-eiförmig, derb. Lippe gelblich L. ovata nr. 726.
1*. Pflanze zart (4 bis 20 [30] cm hoch). Blätter herzförmig, dünn. Lippe rotviolett L. cordata nr. 727.
726. Listera oväta R. Br. (= Ophrys oväta L., = Neöttia latifölia Rieh., = N. ovata
Bluff et Fingerh.). Wald-Zweiblatt, Rattenschwanz, wilder Durchwachs. Franz.: Double
feuille; engl.: Tway-blade. Taf. 76, Fig. 2, Taf. 68, Fig. 5 und Fig. 4471.
Ausdauernd, 20 bis 50 (65) cm hoch. Grundachse walzlich, meist wagrecht — tief imBoden — kriechend, mit zahlreichen, langgestreckten, geschlängelten Wurzeln. Stengel kräftig,aufrecht, unter den Blättern meist 4-kantig, kahl, über den Blättern stielrundlich, drüsig-behaart,am Grunde mit wenigen enganliegenden Scheidenblättern. Laubblätter meist 2 (selten 3 oder 4),abstehend, eiförmig bis breit-eiförmig (seltener länglich), 5 bis 10 cm lang und 3 bis 8 cm breit,
] ) Benannt nach dem englischen Petrefaktengelehrten Martin Li st er (geb. 1638, gest. 1712); zuletztLeibarzt der Königin Anna von England.