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2. Monocotyledones 2 (1907)
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innern ziemlich gleichgestaltet, grün bis violettpurpurn. Lippe länger als die übrigenPerigonblätter, länglich-zungenförmig (Taf. 68, Fig. 25), herabhängend, am Grunde jederseitsmit einem linealischen, abstehenden, zugespitzten Zahn, vorn tief (oft bis über die Mitte)2-spaltig, mit linealischen, spreizenden, zugespitzten Abschnitten (zwischen den letzterngelegentlich ein kleines Zähnchen). Säulchen kurz, dick, mit einem kleinen zahnartigenFortsatz. Fruchtknoten spindelförmig, nicht gedreht. V bis VIII.

Zerstreut und nicht überall zwischen Moos in feuchten Nadel- seltener Laubwäldern,auf moosigen Baumstrunken, gelegentlich auch in Felsspalten; besonders in der Bergregion,vereinzelt bis an die obere Waldgrenze (bis ca. 1800 m).

Fehlt in Deutschland im mittlem und nördlichen Gebiet stellenweise vollständig, so in der Rhein-provinz, in Hessen, in Westfalen, in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg. In der Provinz Brandenburg einzigin Forst (hier an der Malxe im Eulaner Bruch von Paul Decker 1903 entdeckt). Auch sonst über grosseGebiete hin (auch innerhalb der Berg- und Voralpenzone) gänzlich fehlend (in Kärnten z. B. nördlich derDrau nur bei Klagenfurt und im Lavanttal).

Allgemeine Verbreitung: Zerstreut durch Europa (im Süden fast nur imGebirge; fehlt in der ungarischen Tiefebene, in Belgien, Holland und in der immergrünenRegion des Mittelmeergebietes), Transkaukasien.

Wie bei L. ovata können auch bei dieser Art gelegentlich 3 oder 4 Laubblätter konstatiert werden.Ebenso wurden schon Exemplare mit fehlender Lippe und mit verwachsenen seitlichen innern Perigonblätternbeobachtet. L. cordata ist ein sehr unscheinbares, zwischen Laubmoosen oder auf tiefer Modererde wachsendesPflänzchen, welches als Humuspflanze von dem Substrat unabhängig ist (kommt auf Kalk- und Urgebirge vor).Seine Hauptverbreitung hat es in den Fichtenwäldern der Berg- und subalpinen Region, wo es zuweilengesellig in Gesellschaft von Goodyera repens (nr. 729), Coralliorrhiza, Pirola uniflora, secunda und media, Lycopodiumannotinum und selago, Melampyrum silvaticum, Oxalis acetosella, Paris quadrifolius, Veronica officinalis, Carexpallescens und ornithopoda, Fragaria vesca, Bellidiastrum Michelii, Hieracium murorum, Homogyne alpina,Phyteuma spicatum, Viola silvatica etc. auftritt (Wettersteingebirge). Als schattenliebende Pflanze ist L. cordatagegen intensives Sonnenlicht ziemlich empfindlich, weshalb das Pflänzchen ähnlich wie Epipogium beim Lichten desWaldes verschwindet (im südlichen Baden deshalb bei Fützen verschwunden!). Interessant ist das gleichzeitigeVorkommen dieser sonst typischen Bergwaldpflanze auf den Hochmooren der deutschen Mittelgebirge (z. B. imRiesengebirge [auf dem Schwarzberg oberhalb Johannisbad], im Böhmerwald auf dem Spitzberg etc.) sowiein Norddeutschland. Im Erzgebirge tritt sie in den Sphagnumpolstern gemeinsam mit Carex limosa (Bd. IIpag. 92), Ledum palustre, Eriophorum gracile (Bd. II, pag. 21) etc. auf.

CXCIX. NeÖttia 1 ) Adanson. Nestwurz.

Zu dieser Gattung gehören nur 3 Arten (in Europa einzig nr. 728), welche in Europa und im nördlichenAsien vorkommen.

728. Neottia Nfdus ävis 2 ) Rieh. (= N. vulgaris Kolbenheyer, = Listera Nidus ävis Hook.,

= Ophrys Nidus ävis L., = Epipäctis Nidus avis Crantz, = Neottidium Nidus ävis Schlecht.).

Vogel-Nestwurz, Lederorchis, Wurmwurz. Franz.: Nid d'oiseau; engl.: Bird's-Nest;

ital.: Nido d'ucello. Taf. 76, Fig. 4, Taf. 68, Fig. 22 und Fig. 447 a bis e.

Ausdauernd, 20 bis 35 (60) cm hoch. Ganze Pflanze gewöhnlich gelblichbraun,an Eichenholz erinnernd. Grundachse kräftig, walzlich, horizontal. Wurzeln zahlreich, fleischig,verflochten, nestartig angeordnet, ohne Wurzelhaare. Stengel dick, aufrecht, gerillt, ledergelb bishellbraun, kahl oder oberwärts ± drüsenhaarig, mit 4 bis 5 anliegenden, scheidenartigen, lanzett-lichen Schuppenblättern. Blütenstand reichblütig, oft verlängert, am Grunde meist locker(die untersten Blüten zuweilen entfernt), oberwärts dicht. Tragblätter linealisch-lanzettlich,zugespitzt, ungefähr halb so lang als der kahle oder drüsig-behaarte, gestielte (Stiel

') Gr. VBOVUä [neottiä] und vsovzla [neottia] = Nest; nach der Gestalt des Wurzelstockes.2 ) Lat. nidus = Nest und ävis = Vogel; vgl. Anm. 1.