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Schuppen. Blütenstand kurz, sehr locker, mit wenigen, (1) 2 bis 4 (8), grossen, hängenden,etwas nach Bananen duftenden Blüten (Taf. 68, Fig. 3 und 4). Tragblätter eiförmig,konkav, 3-nervig, dünn, weisslich (fast durchscheinend), anfangs die ganze Blüte — mit
Ausnahme des Sporns — einschliessend. Perigonblätterfrei, fast gleich lang, abstehend, rinnig, blassgelb; dieäussern linealisch, die seitlichen innern breiter (und zu-weilen auch länger), selten etwas rotviolett gefleckt.Lippe nach aufwärts gerichtet (Fruchtknoten und Blüten-stiel führen keine Drehung aus!), so lang (oder länger)aber breiter als die übrigen Perigonblätter, 3-lappig.Seitenlappen kurz, vorgestreckt, abgerundet, gelblichweiss.Mittellappen grösser, ungeteilt, weit abstehend und nachauswärts gebogen, fast 3-eckig, ganzrandig oder etwasgekerbt, weiss, mit 4 bis 6 Reihen purpurrot gefärbterPapillen oder Längsleisten, in der Mitte vertieft. Spornsackartig, stumpf, nach aufwärts gerichtet, lila oder rötlich.Säulchen kurz, ziemlich gerade, etwa halb so lang als diePerigonblätter. Pollinien gestielt, an einem herzförmigenKlebkörper angeheftet. Fruchtknoten oval bis kreisei-förmig, fast 3-eckig, nicht gedreht, gelb. Narbenhöhlebreit. Früchte länglich-eiförmig (selten ausgebildet). —VII, VIII.
Selten (stellenweise vollständig fehlend) in feuchten,schattigen Wäldern zwischen faulenden Blättern, auf tief-gründiger Moorerde, in der Nähe von Quellen oder Bächen;im mittlem und südlichen Gebiet besonders im Gebirge(in Tirol angeblich bis 1500 m). Fehlt im nordwestlichen Deutschland und in Kram vollständig.Allgemeine Verbreitung: Zerstreut durch Mittel- und Südeuropa (nördlich bisSkandinavien; fehlt in der ungarischen Tiefebene und in der immergrünen Region desMittelmeergebietes), Kaukasus, Sibirien.
Epipogium aphyllum, das zu den wenigen phanerogamen Saprophyten unserer Buchen- und Fichtenwäldergehört, vermehrt sich fast nur auf vegetativem Wege. Das Rhizom bildet verlängerte, fadenförmige Sprosse, welcheam Ende knollenartig anschwellen und hier neue Stöcke erzeugen. Zuweilen kommt es vor, dass die Pflanze jahrelang—■ ja jahrzehntelang — keine oberirdischen Blütenstengel hervorbringt, um dann plötzlich zur Freude ihrerBewunderer wiederum auf der Bildfläche zu erscheinen. Wurde z. B. in Ostpreussen erst nach vielen Jahrenwiederum 1908 im Kreise Lötzen aufgefunden. Starke Gewitterregen im Frühjahr sollen das Erscheinen derPflanze begünstigen (Irmisch).
Fig. 445. Epipogium aphyllum Sw., auf
genommen im Walde bei Oberaudorf (Ober
bayern). Phot. Regierungsrat G. Eigner
Speyer.
CXCVII. Spiränthes 1 ) Rieh. Drehwurz. Engl.: Ladies' Tresses; ital.
Testicolo odoroso, Viticcini.
Grundachse kriechend. Wurzeln alle oder teilweise zu zylindrischen Knollen um-gestaltet. Blütenstand stets ± deutlich gedreht. Blüten klein. Perigon von dem sitzendenFruchtknoten knieförmig abgebogen (Taf. 68, Fig. 13), oft wagrecht abstehend. Lippeungeteilt, nicht quergegliedert, ungespornt, rinnenförmig (Fig. 446 c). Säulchen kurz. Staub-beutel dem 2-spaltigen Fortsatz des Schnäbelchens aufliegend. Klebkörper linealisch.
') Gr. ontiga [spei'ra] = Windung (lat. spira; vgl. „Spirale") und ävfrog [anthos] = Blüte; nach demspiralig gewundenen Blütenstand.