Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
381
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

381

knoten kahl, spindelförmig, 6-rippig. Perigonblätter aufgerichtet, zusammenneigend,gelblichweiss (bei Schattenformen mitunter hellgelb), meist 5-nervig, 15 bis 20 mm lang;die äussern länglich, ziemlich stumpf. Lippe ungefähr 2 /s so langals die übrigen Perigonblätter, innen gelb. Hinteres Glied beider-seits mit einem fast 3-eckigen, abgerundeten, aufgerichtetenLappen (Fig. 443 b), am Grunde verschmälert, sackartig-vertieftund oft bräunlichgelb oder orangerot; vorderes Glied breiter alslang, herzeiförmig, gewöhnlich gekerbt, mit 3 (4 oder 5) hervor-ragenden Längsleisten. Staubbeutel rundlich (Fig. 443 c, d).Säulchen fast zylindrisch. Frucht aufrecht - abstehend, mit 3knorpeligen, vorspringenden Kanten. V, VI.

Zerstreut meist vereinzelt in lichten, schattigenLaubwäldern, in Auen, Vorhölzern, Gebüschen; in der Ebene undin der Bergregion (vereinzelt bis 1300 m). Fehlt stellenweise in

Norddeutschland.

Allgemeine Verbreitung:

Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis

Dänemark und Skandinavien; fehlt in

Holland), Kaukasusländer, Kleinasien.

Wie die vorige Art ist auch C. pallensabgesehen von der Grösse und Zahl der Blütenwenig veränderlich. Dagegen wurden bei ihrschon mehrfach Monstrositäten beobachtet(gabelig-geteilter Blütenstand, Blüten mit 6 Peri-gonblättern und 2 Lippen, Doppelblüten etc.).

721. Cephalanthera ensifölia 1 )

Rieh. (= C. Xiphophyllum Rchb. f.,= C. angustifölia Simonkai, = C.longifolia Fritsch, = Seräpias longi-folia Scop., = S. grandiflöra L., = S.Xiphophyllum Ehrh., = S. ensiföliaMurr, = Epipäctis longifolia Wett-stein, = E. grandiflöra All.). Schwert-blätteriges Wald vöge lein. Fig. 444.

Zum Unterschied von dem eigent-lichen Maiglöckchen (Maieriesli", vgl. Bd. I,

pag. 274), mit welcher Pflanze C. ensifölia in der Bergregion häufig zusammenvorkommt, wird diese Art in der Schweiz (Zürcher-Oberland) alswildesMaieriesli" bezeichnet.

Ausdauernd, 15 bis 60 cm hoch. Grundachse horizontal,mit braunen, rauhen, an der Spitze zuweilen gabelig-geteiltenWurzeln. Stengel schlank, stielrund oder gestreift, fast bis zurAehre beblättert, am Grunde mit spitzen, nicht selten auch ge-stutzten Scheidenblättern. Laubblätter aufrecht abstehend,lanzettlich, zugespitzt, lebhaft grün, deutlich 2-zeilig angeordnet,längsnervig, die untern häufig stumpf, die obern linealisch-lanzettlich, pfriemlich, den Blütenstand zuweilen überragend.

Fig. 443.Cephalanthera pallens Rieh.a Habitus('/snatürl.Grösse), b Lippe.5 Verwachsungsstelle, c Säulchenmit Narbe und überragender, ge-stielter Anthere. d Anthere.

Fig. 444.Cephalantheraensifolia Rieh.am Habitus (>/s natiirl. Grösse).b Lippe. c Säulchen mit Narbeund überragender,gestielter Antherevon vorn, d von hinten.

*) Lat. ensis = Schwert und fölium = Blatt; nach der schwertförmigen Gestalt der Blätter.