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getrennt und nur durch wenige schwache Fäden verbunden. Da die Staubbeutel sich bereits vor der Ent-faltung der Blüten öffnen und die Pollenmassen sich an den obern Rand der unter ihnen liegenden Narben-flächen legen, erfolgt leicht Selbstbestäubung. C. rubra vermehrt sich ausserdem auf ungeschlechtlichem Wegedurch Sprosse, welche sich auf den Wurzeln bilden (Kirchner).
1. Blüten normal rot. Stengel oberwärts kurzhaarig. Fruchtknoten kurzhaarig. C. rubra nr. 719.1*. Blüten weiss. Stengel (und meistens auch der Fruchtknoten) kahl.........2.
2. Blüten milchweiss. Laubblätter deutlich 2-zeilig, lanzettlich, spitz. . . C. ensifolia nr. 721.2*. Blüten gelblichweiss. Laubblätter länglich-eiförmig bis eiförmig-lanzettlich C. pallens nr. 720.
719. Cephalanthera rubra (L.) Rieh. (= Epipäctis rubra All., = E. purpürea Crantz,= Serapias rubra L., = S. grandiflora Schmidt, = S. longifolia Huds.). Rotes Wald-
vögelein. Taf. 75, Fig. 1 und Taf. 68, Fig. 7.. 8, 9, 10.
Ausdauernd, 20 bis 50 (65) cm hoch. Grundachse lang, fast walzlich, mit zahl-reichen, büscheligen, dicken Wurzeln. Stengel hin und hergebogen, oberwärts kurzhaarigund oft etwas überhängend. Laubblätter länglich, spitz, abstehend, längsnervig, kahl,oberseits dunkelgrün, unterseits mehr blaugrün, die mittlem am grössten, die obern lanzettlich.Tragblätter lanzettlich, spitz, in der Regel länger als der Fruchtknoten, kurzhaarig, dieuntersten die Blüte meist überragend. Blütenstand locker, 2- bis 12- (und mehr-) blutig.Perigonblätter gross (15 bis 20 mm lang), zur Blütezeit offen, an der Spitze etwas nach auswärtsgebogen, schön rosa oder rotlila, selten weiss gefärbt, länglich-lanzettlich, zugespitzt. Lippeetwa so lang wie die übrigen Perigonblätter (Taf. 68, Fig. 10), tief 3-lappig, ungespornt, quer2-gliedrig; das hintere Glied hohl, weisslich, mit 2 aufrechten, zum Säulchen parallel stehenden,abgerundeten Oehrchen, das vordere weiss, rot gesäumt, länger als breit, fast 3-eckig, eirund,allmählich zugespitzt, am Rande kerbig-gekräuselt, mit erhabenen, zuweilen gekräuselten,parallel verlaufenden, in der Regel gelblichen Längsleisten. Staubbeutel rotviolett. — V, VI.
Stellenweise in lichten, trockenen Laub- und Nadelwäldern, an buschigen Hügeln,auf Waldwiesen; von der Ebene bis in die Vorberge (in Tirol angeblich bis 1800 m).Gern auf Kalk.
Diese Art, die zu den prächtigsten einheimischen Orchideen gehört, erreicht im norddeutschen Flachlandeihre Nordvvestgrenze. Nach Ascherson und Graebner wurde sie westlich beobachtet bis Magdeburg: Egeln—Hakel—Zerbst—Beizig—Potsdam—Nauen—Kremmen—Neuruppin und bis Mecklenburg (Röbel—Krivitz—Schwerin).Fehlt in der Ebene von Hannover und wahrscheinlich auch in Schleswig-Holstein vollständig. In lichten Föhren-wäldern erscheint sie zuweilen in Gesellschaft von Epipäctis latifolia (nr. 715), Goodyera repens (pag. 390), Monotropahypopitys, Pirola seeunda und rotundifolia, Calluna, Juniperus communis und Antennaria dioica, während sie ansonnigen, buschigen Abhängen (bei Mittenwald in Oberbayern) mit verschiedenen thermophilen Arten (Luzulanivea [Bd. II, pag. 179], Anthericum ramosum [Bd. II, pag. 202], Digitalis ambigua) auftritt.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (nördlich bis Belgien, Däne-mark, Skandinavien), Kaukasusländer, Kleinasien, Persien.
720. Cephalanthera pällens Rieh. (= C. alba Simonkai, = C. grandiflora S. F. Gray,= C. Damasönium Druce, = C. latifolia Janchen, = Seräpias latifolia Mill., = S. Dama-sönium Mill., = S. grandiflora L., = S. nivea Vill., = Epipäctis alba Crantz). Fig. 443.
Ausdauernd, 20 bis 60 cm hoch. Grundachse gewöhnlich horizontal kriechend,mit hellbraunen, nach der Spitze zu zuweilen gabelig-geteilten Wurzeln. Stengelkräftig, kahl, nicht selten etwas hin und hergebogen, oberwärts durch die herablaufendenBlätter kantig, am Grunde mit häutigen, locker anliegenden Scheidenblättern. Laubblätterlänglich-eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, zugespitzt, hellgrün, an den Rändern etwaswellig, mit vorspringenden Längsnerven. Blütenstand locker, 3- bis 8-blütig. Tragblätteraufrecht-abstehend, lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich, nach der Spitze zu allmählich anGrösse abnehmend, die unteren laubblattartig und viel länger als die Blüten. Frucht-