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Blütenstand locker, verlängert, 3- bis 20-blutig. Tragblätter eiförmig bis linealisch-lanzettlich, 1-nervig, mit Ausnahme der untersten viel kürzer als die milchweissen Blüten.Fruchtknoten zylindrisch, gerade oder schwach gebogen, meist ungestielt (seltener kurzgestielt), kahl oder kurz-drüsenhaarig, 6-rippig. Aeussere Perigonblätter 10 bis 16 mm lang,eiförmig-lanzettlich, spitz; die seitlichen innern elliptisch, kürzer oder fast so lang als dieäussern. Lippe ungefähr halb so lang als die äussern Perigonblätter. Hinteres Glied beider-seits in eine stumpf-dreieckige Spitze auslaufend, am Grunde etwas sackförmig, das Säulchenzum grössten Teil einschliessend; das vordere Glied breiter als lang, aus fast herzförmigemGrunde stumpf-dreieckig, mit 3 bis 7 kleinen, etwas krausen, rötlichgelben Längsleisten(Fig. 444 b). Narbenhöhle breit-nierenförmig. — V, VI.
Zerstreut auf Bergwiesen, in Waldlichtungen, an buschigen Bergabhängen; von derEbene bis in die Voralpen (vereinzelt bis ca. 1400 m). Fehlt aber stellenweise über grössereGebiete vollständig oder tritt nur sehr selten auf (so im norddeutschen Flachlande und invielen Alpentälern).
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (fehlt in der ungarischen Tief-ebene; nördlich bis Skandinavien), Kaukasusländer, Kleinasien, Vorderasien, Afghanistan,Ural, Nordafrika.
Aendert wenig ab: f. longibracteäta Harz. Die untern 3 Tragblätter 7 bis 5 cm lang, die obernlineal-lanzettlich, länger als der Fruchtknoten, ca. 1 cm lang oder länger (Selten). — f. citrina (M. Schulze).Lippe innen mit einem orange Flecken oder Blüte ganz orangegelb. In Norddeutschland bei Driesen in derNeumark gesammelt. — Von Bastarden sind einzig bekannt: 1. C. pallens Rieh. X C. ensifolia Rieh.,bei Genf (am Mont Saleve) und angeblich in Thüringen (bei Eisenberg) beobachtet. 2. C. pallens Rieh.X Epipactis atropurpurea Rafin. (vgl. pag. 379).
CXCV. Limodörum x ) Sw. Dingel.
Zu dieser Gattung zählt einzig die folgende Spezies.
722. Limodörum abortfvum Sw. (= Orchis abortivus L., = Seräpias abortiva Scop.,= Epipactis abortiva Scop., — Neottia abortiva Clairv., = Centrösis abortiva Sw., = Jon-örchis abortivus Beck). Unechter Dingel. Ital.: Fior di legna, Fiammone. Taf. 75,
Fig. 4 und Taf. 68, Fig. 17.Ausdauernd, 20 bis 50 (75) cm hoch. Grundachse beinahe horizontal, kurz,ziemlich dick, sehr tief im Boden sitzend, mit zahlreichen, bis 10 mm dicken, gekrümmten,fleischigen, brüchigen, an der Spitze oft geteilten Wurzeln, im obern Teile Knospen treibend,aus denen sich im nächsten Jahre die Blütenstengel entwickeln. Stengel kräftig, feinge-streift, besonders im untern Teil dick, stahlblau bis schmutzig-violett, mit nur wenigenkurzen, scheidenförmigen, sitzenden, am Rande welligen, in den Achseln knospen-tragenden Blättern. Blütentraube locker, 4 bis viele violette Blüten tragend. Tragblättereiförmig-lanzettlich, verwaschen violett, im untern Teile mehr grünlich, die obern meistohne Blüten. Aeussere Perigonblätter ziemlich gleich lang (bis 20 cm lang), aufrecht-abstehend, hellviolett mit dunkleren Adern, die seitlichen innern schmäler und kürzer(Taf. 68, Fig. 17), spitz. Lippe undeutlich gegliedert, ohne Sporn 15 bis 17 mm lang, blass-violett, innen violett geädert. Hinteres Glied schmal, kurz, rinnig, der Saum konkav, vorderesbreiter, länglich, ungeteilt, am Rande wellig gekerbt, genagelt, dem hintern Gliedaufsitzend. Sporn so lang oder länger als der Fruchtknoten, nach abwärts gerichtet, hell-violett bis fast weisslich. Säulchen gross, aufrecht, gelblich und verwaschen-violett, vom
] ) Schreibfehler aus aißödcoQOV [haimddoron], Name einer rotblühenden Pflanze (gr. alj.ia [haima] = Blut)' bei Theophrast (Hist. plant, lib. VIII. cap. 8).