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2. Monocotyledones 2 (1907)
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E. latifolia ist ziemlich veränderlich (namentlich auch in der Grösse der Blätter und Internodien):var. platyphylla Irmisch (= var. viridans Aschers., = var. pycnostächys K. Koch). Pflanze kräftig.Stengel oberwärts kurz flaumig, grün (nicht grau), unten etwas violett überlaufen. Laub-blätter breiter, meist zugespitzt, weniger derb, dunkelgrün, etwas glänzend, länger als dieInternodien, die mittlem am grössten, meist breit-eiförmig. Blütentraube ziemlich dicht undreichblütig. Perigonblätter grünlich, etwas violett überlaufen, meist gleich gross. HinteresGlied der Lippe tief konkav (fast halbkugelig), aussen hellrot, innen dunkler rotviolett, vorderesbreit-herzeiförmig, kurz zugespitzt, am Grunde mit 2 deutlichen Höckern, hellrot (Häufig).Hieher auch f. interrüpta Beck. Einzelne Tragblätter (am Grunde oder in der Mitte derAehre) ohne Blüten (Selten). f. gräcilis Dageförde (Fig. 441). Pflanze zierlicher, 20 bis35 cm hoch (nähert sich nr. 717). Stengel zart. Blätter 3 bis 4, die unteren eiförmig (bis5 cm lang und bis 2 cm breit), die obern schmäler, lanzettlich, hellgrün, glatt, so lang oderwenig länger als die Internodien. Blütentraube locker, ziemlich einseitswendig, 5- bis 10-blütig. Trag-blätter breit, die untern bis über doppelt so lang als die Blüten. Perigonblätter schmal, lanzettlich,deutlich 1-nervig. Fruchtknoten schlank, erst beim Verblühen walzenförmig. VI bis Ende VII.Bei Ebersvvalde bei Berlin an sumpfigen, quelligen Stellen, in Gesellschaft von Impatiens nolitangere und Circaea Lutetiana von Dageförde beobachtet). Aehnliche gedrungene Formen mitkurzem (bis 6 cm langem) Blütenstande und grünen Blüten werden von der Meeresküste erwähnt.

f. orbicülaris Richter. Blätter fast kreisrund, ungefähr so breit als lang und etwaso lang als die Stengelglieder, kurz bespitzt, dem Stengel anliegend, das oberste meist ver-längert, spitz. Blütenstand dicht. Blüte meist grünlich, nickend. 2. var. purpürea Celak.

~"\ 9} Blätter mattgrün, mit kräftigen, weisslichen Nerven. Perigon schmutzig-purpurrot. Höcker der

Lippe kegelförmig-erhaben, fast glatt, zwischen ihnen keine besondern Leisten (Selten).

3. var. viridiflora Irmisch (= var. värians Aschers.). Pflanze schmächtiger, nurca. 18 bis 30 cm hoch. Stengel schlank, grün, selten sehr reichblätterig (f. foliösaLeimbach). Blätter schmal, ziemlich derb, unterseits (durch vorspringende Längsleisten)faltig, glanzlos, die mittlem oft 4 bis 5 mal länger als die Stengelglieder. Traube locker,armblütig. Aeussere Perigonblätter meist lanzettlich, gelblichgrün (zuweilen schwach violettangehaucht); die seitlichen innern heller gefärbt. Hinteres Glied der Lippe wenig konkav,ziemlich elliptisch, weiss oder grünlichweiss, innen rosarot oder bräunlich: vorderes meisteiförmig, spitz, am Grunde ohne oder mit ganz undeutlichen Höckern. Schnäbelchen fehlend

(Zerstreut in schattigen Nadelwäldern). Als Unterart wird wohl am besten auch hieher gezogen: E. väriansFleischmann et Rechinger (= E. sessilifölia Peterm., = Helleborine purpuräta Druce, = E. latifolia All. e. violäceaAschers.). Pflanze meist kräftig, 25 bis 60 (70) cm hoch. Stengel oft sehr dick, im untern Teile häufigglänzend, stets bis zur Spitze +. violett überlaufen, am Grunde mit locker anliegenden, spitzen, violettenScheidenblättern. Laubblätter klein (die mittlem meist kürzer, seltener etwas länger als die Stengel-glieder), graugrün, besonders auf der Unterseite violett überlaufen, die untersten stark scheidenartig. Blüten-stand verlängert (bis 20 cm lang), sehr dicht, nicht einseitswendig. Blüten erst nach dem Verblühen hängend.Tragblätter länger (höchstens die obersten kürzer), abstehend oder nach abwärts gebogen, meist + violettüberlaufen. Fruchtknoten bis 17 mm lang und 8,5 mm breit, zart trübrötlich überlaufen, erst nach dem Grundezu allmählich in den 4 mm langen Stiel verschmälert. Perigonblätter glockig-abstehend, beim Verblühenzusammenneigend, aussen grünlich (bisweilen nach der Spitze zu etwas violett), innen trübgelblichgrün. Lippehöchstens so lang als die seitlichen innern Perigonblätter, durchschnittlich 8 mm lang; hinteres Glied aussengrünlichweiss, innen ganz hellviolett, vorderes herzförmig, 4 mm lang und 5 mm breit, am Rande wellig, ander Spitze zurückgeschlagen, am Grunde mit oder ohne Höckerchen. Blüht spät, erst im VIII, IX. Zerstreut(oder übersehen?). E, värians hat schon sehr viele Deutungen erfahren. Während sie schon als BastardE. latifolia X E. microphylla angesprochen wurde, wird sie von andern (Gremli) zu E. atropurpurea gezogenoder aber als selbständige Art behandelt. Verschiedene Uebergangsformen verbinden sie mit E. latifolia. Beieiner seltenen Spielart (1. rösea Erdner) ist die ganze Pflanze rosa gefärbt. Mit Spiranthes aestivalis gehörtsie zu den spätest blühenden Orchideen (vgl. auch K. O. Hoffmann, Allgem. botan. Zeitschr. 1907, pag. 197).

Fig. 441.

E p i p a c t i s

latifolia All.

f. gräcilis

Dageförde.

Habitus

( J /3 nat. Grösse:

nach einerOriginal-Photo-graphie vonDageförde).

716. Epipactis atropurpurea Rann. (= E. rubiginosa auet, = E. atrörubens Schult.,= E. media Fries, = E. purpürea Hol., = Serapias latifolia Scop., = S. microphylla Mer.,= Helleborine atropurpurea Schinz et Thellung). Braune Sumpfwurz. Taf. 75, Fig. 3,

und Taf. 68, Fig. 2 a.

Diese Art wird nach häufigem Vorkommen am Meeresstrand Strandvanille, in BraunschweigFinkenkraut genannt.