Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
375
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

375

Tafel 75.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Cephalanthera rubra. Blütenstengel. 2. Epipacäs palustris. Blütenstengel. 3. Epipaäis atropurpurea. Blütenstengel.

Fig. 4. Limodorum abortivum. Blütenstengel. 5. Goodyera repens. Habitus. 6. Spiranthes autumnalis. Habitus.

2. Laubblätter länger als die Stengelglleder (selten kürzer).............. 3.

2* Mittlere Blätter klein, kürzer als das Stengelstück zwischen 2 Blättern. Blütenstand arm- und

lockerblütig..........................E. microphylla nr. 71".

3. Blüten rotviolett oder braunrot, nach Vanille duftend. Vorderes Glied der Lippe am Grunde mit2 gekerbten, krausen Höckern...................E. atropurpure a nr. 716.

3.* Blüten grünlich. Vorderes Glied am Grunde mit 2 glatten (zuweilen fehlenden) Höckern

E. latifolia nr. 715.

715. Epipactis latifolia All. (= E. viridans Beck, = Seräpias Helleborine a. latifolia L.,= S. latifolia Willd., = Helleborine latifolia Druce.) Grüne Sumpfwurz. Fig. 440 und 441.

Ausdauernd, (18) 20 bis 50 (90) cm hoch. Grundachsekurz, ziemlich dick, stielrundlich, zuweilen neben dem Blütenstengelnoch nichtblühende Sprosse (Fig. 440 a). Wurzeln weisslich, etwasfleischig. Stengel aufrecht oder etwas hin und hergebogen, oberwärts± flaumig, grün oder oberwärts violett überlaufen, am Grunde mit ziem-lich kurzen, hellbräunlichen Scheidenblättern. Laubblätter länglich-lanzettlichbis breiteiförmig, + abstehend, die mittlem gross, in der Regellänger als dieStengelinternodien, unterseits oder auch beiderseits (aufden Nerven und an den Rändern) etwas rauh, grün, schlaff, ±. stengel-umfassend, die obersten tragblattartig. Blütenstand locker, meistverlängert, fast einseitswendig, mit zahlreichen, mittelgrossen, grün-lichen bis rötlichen (sehr selten weissen), vor dem Aufblühennickenden, duftenden (ein wenig nach Baldrian) Blüten. Trag-blätter breit-linealisch bis lanzettlich, zugespitzt, vielnervig, abstehendoder nach abwärts gerichtet, gewöhnlich so lang oder länger (dieunteren bis 3 mal so lang) als die Blüten. Fruchtknoten meistverlängert, 6-rippig, etwas kurzhaarig bis kahl. Perigonblätteranfangs glockig, zuletzt aber weit abstehend, eiförmig bis lanzettlich,8 bis 12 mm lang; die äussern gewöhnlich zugespitzt, an der Spitzezurückgebogen (Fig. 440 b), 3- bis 5-nervig, mit grünlichen, aussennur zum Teil durchscheinenden Seitennerven und mit kielartighervortretendem Mittelnerven, die seitlichen inneren zuweilen kürzer,spitz, gekielt. Lippe rötlich, stumpfwinkelig zum Fruchtknotengestellt, kürzer als die übrigen Perigonblätter; hinteres Glied vornmit enger Mündung, auf der ganzen Fläche Honig abscheidend,vorderes Glied unbeweglich, herz- oder eiförmig, zugespitzt, vertieft,_+_ fein gekerbt, am Grunde gewöhnlich mit 2 glatten Höckern. Staubbeutel breit, fast3-eckig, gelblich. Frucht länglich-verkehrteiförmig, ca. 11 mm lang und 6 mm breit,hängend, gestielt. VI bis IX.

Zerstreut und meist vereinzelt in Gebüschen, in Wäldern, auf Waldwiesen, anbuschigen Stellen; von der Ebene bis in die Voralpen (bis ca. 1500 m).

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt im Norden), gemässigtesAsien (östlich bis Japan), Himalaya, Nordafrika.

Fig. 440. Epipactis lati-folia All, a öi Habitus ( ! /3 nat.Grösse); neben dem Blüten-stengel findet sich die Anlage zueinem nichtblühenden Spross.l> Blüte (vergrössert).