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einem Gemisch von Gewürznelken mit Benzoe). Aeussere Perigonblätter länglich, stumpflich,die seitlichen abgerundet und weit abstehend (Taf. 74, Fig. 6 a); die seitlichen innerenfast eiförmig, stumpflich, etwas kürzer. Lippe fast so breit als lang, gewöhnlich seicht3-lappig, mit stumpfen, ganzrandigen Lappen. Seitenlappen abgerundet. Mittellappen längerund meist breiter, spitz. Sporn fadenförmig, 4 bis 5 mm lang, kaum so lang oder bis 6 malkürzer als der Fruchtknoten, herabhängend, schwach nach auswärts gekrümmt. — VI bis VIII.Stellenweise gesellig auf feuchten, moorigen (seltener trockenen) Wiesen, auf lichten,feuchten Waldplätzen, überwachsenem Geröll, in Felsschluchten, in Fichten- und Föhren -wäldern, unter Krummholz, in Flachmooren; von der Ebene bis in die alpine Region(Val dell'Orso im östlichen Graubünden, 2300 m). Fast nur auf Kalk (doch auch auf Horn-blendeschiefer).
In Deutschland zerstreut im südlichen und mittleren Gebiet; im norddeutschen Flachlande nur inder Altmark (Klein Schwechten unweit Goldbeck), in Ostpreussen (im Forstrevier Nassawen im Kr. Stallupönen)sowie zerstreut in Westfalen (für das Königreich Sachsen fraglich). Fehlt in Oesterreich gänzlich in Mährenund Schlesien; in Böhmen sehr selten (Vsetat und Welenka). Auf Urgestein zuweilen auf grössere Streckenhin vollständig fehlend; so wird die Art für den grössten Teil der Zentralalpen von Tirol, für den Adamello-und Cima d'Asta-Stock nicht angegeben.
Allgemeine Verbreitung: Gemässigtes Europa (nördlich bis Südskandinavien).
Aendert etwas ab: f. ecalcaräta Rchb. Blüten ungespornt (Selten). — var. boreälis (Fries)Rchb. Pflanze niedrig. Laubblätter viel schmäler. Blüten kleiner und heller als beim Typus (Alpen). —var. Idae Goiran. Pflanze niedrig (10 bis 12 cm hoch), mit lockerer, armblütiger Aehre. Tragblätter so langoder länger als die Blüten (Hochalpen). — var. oxyglössa Beck. Lippe fast oder völlig ungeteilt, oft spitz(Selten und zuweilen an Exemplaren mit sonst geteilten Lippen). —• G. odoratissima, die in allen Farben-abstufungen von dunkelrotviolett bis zum reinweiss auftritt, ist besonders in der montanen und subalpinenRegion verbreitet. Auf steinigen, überwachsenen Geröllhalden erscheint sie hier gern in Begleitung vonErica carnea, Bellidiastrum Michelii, Tofieldia calyculata (Bd. II, pag. 189), Piatanthera bifolia (nr. 713),Potentilla Tormentilla, Helleborus niger (in den nordöstlichen Kalkalpen), Petasites niveus, Orchis maculatus,Carduus defloratus, Valeriana tripteris etc. Von kleinen Exemplaren der vorigen Art unterscheidet sie sichsofort durch den intensiven Geruch. — G. conopea und odoratissima sind der Bestäubung durch Schmetterlingeangepasst und zwar die dunkleren Formen mehr Tagfaltern, die helleren (namentlich nr. 712) Nachtfaltern.Der Sporn, welcher einen sehr engen Eingang aufweist, ist oft bis hoch hinauf mit freiem Nektar angefüllt.Von Bastarden sind bekannt: 1. G. conopea R. Br. X G. odoratissima (L.) Rieh. Lippe 3-lappig (mitstumpfen Lappen). Seitenlappen fast rhombisch. Mittellappen eiförmig oder vorgezogen. Sporn etwas kürzerbis so lang (zuweilen auch etwas länger) als der Fruchtknoten (Hie und da mit den Erzeugern). — 2. G. conopeaR. Br. X G. albida Rieh. (= G. Schweinfürthii Hegelmaier, = G. Aschersönnii Brügger). Blüten blassrosaoder weisslich. Perigonblätter gewöhnlich grösser als bei G. albida, +_ abstehend. Sporn etwa lVübis2malso lang als der Fruchtknoten (Selten). — 3. G. odoratissima Rieh. X G. albida Rieh. (= G. SträmpffiiAschers.). Sehr selten (Graubünden: bei Samaden und Alp Ozerra im Puschlav; Freiburg-Schweiz: PetitMorveau; Niederösterreich: Krummbachsattel des Schneeberges). — 4. Orchis incarnatus L. X G. conopea Rieh.(= Orchigymnadenia Vollmänni Max Schulze). Blüten mit Ausnahme der gefleckten Lippe denen vonnr. 712 sehr ähnlich. Knolle, Stengel und Blätter von O. incarnatus (Oberbayern: bei der Aumühle unweitSchäftlarn im lsartal). — 5. O. latifolius L. X G. conopea R. Br. (= G. Facchi'nii Dalla Torre et Sarntheim,= G. comigera Rchb., = G. Lebrünii Camus, = Orchigymnadenia comigera Aschers, et Graebner). AlsSeltenheit in Deutschland (Suhl, Klein-Dölzig bei Leipzig), im Engadin (Silvaplana) und vielleicht in Südtirol(Campolongo di Araba) beobachtet. — 6. Orchis maculatus L. X G. conopea R. Br. (= G. L egrandiäna Camus,= Orchis Heinzeliänus Reichardt). Bis jetzt einzig in Niederösterreich (Schneeberg) und im Riesengebirge(Krummhübel) nachgewiesen. — 7. Orchis maculatus L. X G. odoratissima Rieh. (= Orchis Regeliänus Brügger).In der Schweiz (Uto bei Zürich), in Bayern (Lechfeld bei Augsburg) und in Niederösterreich (Josephsberg beiMitterbach) beobachtet. — 8. G. conopea R. Br. X Piatanthera bifolia Rchb. (= G. Chodäti Lendner, vgl.Bull, de l'Herb. Boissier. III. 1903). Kürzlich in der Westschweiz (Peney bei Genf) entdeckt. — 9. Anacamptispyramidalis Rieh. X G. conopea R. Br. (= Gy mnanaeä mp tis Anacamptis Aschers, et Graebner). Bishernur in Westfalen (Nienberge bei Münster) beobachtet. —Weitere Kombinationen (Orchis globosus L. X G. conopeaR. Br. [= Orchis Vallesiacus Spiess], O. maculatus L. x G. albida Rieh. [= Orchis Bru niänus Brügger],O. sambucinus L. X G. albida R. Br.) sind unsicher. Vgl. auch Nigritella (pag. 367).