Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
370
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

370

+ verlängert (bis fast 20 cm lang), annähernd zylindrisch, ziemlich locker. Tragblätter eiförmig-lanzettlich, lang zugespitzt, grün, an den Rändern gewöhnlich etwas violett überlaufen, 3-nervig,etwa so lang (selten etwas länger) als der Fruchtknoten. Blüten ziemlich klein, gewöhnlich ein-farbig rotviolett, fleischfarben oder seltener rein weiss, unangenehm riechend. Perigonblättergetrennt, die seitlichen äusseren stumpf (seltener spitzlich), die seitlichen innern breiterund etwas kürzer (Taf. 68, Fig, 21). Lippe aus keilförmigem Grunde verbreitert, breiterals lang, breit 3-lappig. Lappen meist eiförmig, stumpf und ziemlich gleich gross, zuweilenfein gekerbt. Mittellappen hie und da stark verlängert und dann vorn zurückgeschlagen.Sporn fadenförmig, 13 bis 14 mm lang, spitz, nach abwärts gerichtet, + gebogen, meist1 1 /a bis 2 mal so lang als der fast walzenförmige, stark gedrehte, grüne oder verwaschenviolette Fruchtknoten. Säulchen sehr kurz, stumpf. Klebkörper lanzettlich, dem Stiele derPollinien seitlich angeheftet. Narbenhöhle quer verkehrt-nierenförmig. V bis VIII.

Ziemlich häufig und meist gesellig auf etwas feuchten Wiesen, auf Heide- undWaldwiesen, an buschigen oder grasigen Abhängen; von der Ebene bis in die alpineRegion (bis 2370 m). Vorwiegend auf kalkreicher Unterlage, stellenweise auch auf Urgestein.

Allgemeine Verbreitung: Gemässigtes Europa, Kaukasusländer, Kleinasien.

Diese in einzelnen Gegenden als die häufigste zu bezeichnende Orchidee ist namentlich in ihrer Trachtund in der Gestalt der Lippe sehr veränderlich. Hieher u. a. var. typica Beck. Lappen der Lippe ganzrandigmit breit-keilförmigem Grunde. Blüten purpurlila, seltener (var. örnithis Beck) rein weiss (Die verbreitetsteForm). var. ecalcaräta M. Schulze (= Orchis pelörius Poir.). Sporn gänzlich fehlend (Selten).f. claväta Max Schulze. Perigonblätter kurz. Sporn keulenförmig. var. crenuläta Beck. Seitenlappender Lippe breiter, am Rande gekerbt-gezähnelt (Zerstreut durch das ganze Gebiet). var. inodöra Fries. Pflanzeschlank. Stengel nur im unteren Teile mit schmalen, einander genäherten Blättern, unter der Aehre blüten-lose, genäherte Tragblätter tragend. Lippe nicht lang ausgezogen. var. Sibirica Rchb. Lippe schmäleials beim Typus, lang-keilförmig, an den Seitenrändern wellig (Vereinzelt). var. alpi'na Rchb. f. Stengelniedriger, 10 bis 20 cm hoch. Aehre kurz-walzenförmig, wenigblütig. Blüten dunkler. Lippe jederseits meistmit 2 dunkleren Flecken (Triften der Alpen). var. densiflöra Fries. Pflanze meist kräftig und hoch.Laubblätter sehr breit, zuweilen fast 2-zeilig gestellt. Aehre sehr gross, nicht selten bis über 20 cm lang,besonders anfangs pyramidenförmig, meist sehr dicht. Blüten etwas grösser wie beim Typus und oft mehrrötlich. Sporn kürzer, meist nicht viel länger als der Fruchtknoten (Nicht sehr selten). var. intermediaPeterm. (== G. pseudoconopea Gren.). Laubblätter breit-linealisch. Blütenstand stark verlängert, schmal,spitz. Blüten nur etwa halb so gross als beim Typus, nach Hyazinthen duftend. Obere Perigonblätter aufrecht,nicht zu einem Helm zusammenneigend (Selten). f. vi'ridiflöra L. Keller und H. Fleischmann (vgl. Ver-handl. der Zool.-botan. Gesellsch. Wien, Bd. 57, 1907). Knolle tief kämmig-geteilt. Blätter lineal. Perigon-blätter klein, grün. Lippe breit-dreilappig, 2 bis 2,5 mm lang und 3 mm breit. Seitenlappen abgerundet.Fruchtknoten 7 bis 8 mm lang, fast gerade aufrecht, der Spindel beinahe angedrückt (Niederösterreich: Krumm-bachgraben am Schneeberg). Ausserdem sind von dieser Art zahlreiche Missbildungen beobachtet worden(Blütenstand gegabelt oder an der Spitze Blätter tragend, Blüten vollständig verkümmert und dann Tragblätterlang Hnealisch, Blüten 4- oder mehrzählig, Perigonblätter und Sporn + zerschlitzt oder einzelne Perigonblätterlippenähnlich etc.).

712. Gymnadenia odoratfssima Rieh. (= G. suaveolens Rchb., = Örchis odoratissimusL., = Satyrium odoratissimum Wahlenb.). Wohlriechende Nacktdrüse. Taf. 74, Fig. 6.

Ausdauernd, (10) 15 bis 30 (50) cm hoch. Knollen + tief (jedoch niemals bis zumGrunde) 2-spaltig, mit meist 2-lappig geteilten Abschnitten. Stengel schlank, unten stielrund,oberwärts ± deutlich kantig, am Grunde mit langen, locker anliegenden, spitzen Scheiden-blättern (das oberste zuweilen laubblattartig). Laubblätter linealisch bis linealisch-lanzettlich,spitz, oberseits etwas glänzend, unten gekielt, kaum nervig, die untern einander genähert,fast 2-zeilig gestellt, die obern tragblattartig. Blütenstand anfänglich kegelförmig, zuletztwalzlich, ± verlängert, ziemlich gedrängt (oder unterwärts etwas locker). Tragblätterlanzettlich, zugespitzt, 3-nervig, ungefähr so lang als der gedrehte, hellgrüne Fruchtknoten.Blüten klein, purpurrot, hellrosa-violett bis weisslich (selten ganz weiss), angenehm duftend (ähnlich