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2. Monocotyledones 2 (1907)
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ganz allmählich verschmälerte Abschnitte gespalten, mit langen, dicken, fleischigen, weiss-lichen Nebenwurzeln. Stengel steif-aufrecht, stielrundlich, am Grunde mit 2 bis 3 eng-anliegenden, spitzen Scheidenblättern. Laubblätter freudiggrün, gewöhnlich 4 bis 5 (6),etwas entfernt, die untern länglich-verkehrteiförmig bis länglich-lanzettlich, vorn breiter,stumpf, kurz zugespitzt, abstehend bis aufrecht, die obern kleiner, lanzettlich, spitz,allmählich in die Tragblätter übergehend. Aehre meist schmal (zuweilen zylindrisch-eiförmig), 2 bis 6 cm lang (oder noch etwas länger), massig dicht. Blüten klein, nickend,weisslich bis gelblich-weiss, schwach wohlriechend. Tragblätter eiförmig bis lanzettlich, zu-gespitzt, krautig, 3-nervig, so lang oder meist länger als der fast 3-kantige, spindelförmige,gedrehte Fruchtknoten. Perigonblätter zu einem glockigen bis fast kugeligen Helm zu-sammenneigend; die äusseren fast eiförmig, stumpf, 3-nervig (Taf. 74, Fig. 4a), gekielt, dieseitlichen innern kürzer, aus dem kurzen Nagel plötzlich verbreitert, undeutlich 3-lappig.Lippe nach vorwärts gerichtet, 3-lappig. Mittellappen zungenförmig. Seitenlappen verkürztbis fast so lang als der Mittellappen. Sporn walzenförmig, stumpf, ca. '/a bis */s so langals der Fruchtnoten, gelblich, nach abwärts gerichtet. Säulchen kurz. Pollinien kurz, keulen-förmig, gelblich, ihre Stielchen etwas kürzer als die kleinen, nackten Drüsen. V bis IX.Zerstreut auf Wiesen und Triften, an grasigen Abhängen; besonders im Gebirge(in den Alpen bis 2550 m: Franzenshöhe am Stilfserjoch).

In Deutschland besonders in den Alpen, ausserdem im Elsass (Hochvogesen, z. B. auf dem Hohneck,Sulzer Belchen, Bressoir, Rotenbach), in Baden (mehrfach im Schwarzwald, z. B. Kandel, Triberg, Schauinsland,Belchen, Saigerhöhe, Blauen), in Württemberg (Calw-Zavelstein, Baiersbronn im Oberamt Freudenstadt, Dobelund Herrenalb im Oberamt Neuenbürg, Schwarzer Grat), in Bayern (Bayerischer Wald, Fichtelgebirge, Spessart,Rhön) und zerstreut in Mitteldeutschland (nördlich vereinzelt bis Schleswig und Neuvorpomniern; nicht aberin Brandenburg und Ostpreussen). In O esterreich ausser den Alpen auch im Böhmerwald, Erz- und Riesen-gebirge und Gesenke.

Allgemeine Verbreitung: Europa (im Süden nur auf den Gebirgen und stellen-weise ganz fehlend, nördlich bis Island), Grönland.

Aendert wenig ab: f. tricüspis Beck. Seitenzipfel der Lippe so lang oder länger als der Mittelzipfel(Hie und da). Die schwach duftenden, weissen Blüten mit sehr engem Sporneingang werden wahrscheinlich durchFalter bestäubt und können einen sehr starken Fruchtansatz erzielen. Wie Coeloglossum viride (pag. 363) hatauch diese Art ihre grösste Verbreitung auf den Weiden und Triften der Alpen, Voralpen (inkl. Schweiz. Jura;fehlt aber dem Aargauer Jura und der Lägern), von wo sie gleichfalls gelegentlich bis in die Talsohlen herab-steigt (Isone im Tessin 750 m, Tram bei Landeck im Inntal 900 m, Satnitzhöhe in Kärnten ca. 700 m).

711. Gymnadenia COnopea 1 ) R.Br. (= Orchis conopeus L., = Satyrium conopeumWahlenb.).Mücken-Nacktdrüse. Ital.: Orchide garofanata. Taf. 74, Fig. 5 und Taf. 68, Fig. 21.

Zu den Bezeichnungen Gugghudel [von Kuckuck] (Kärnten: Bleiberg); Christusfuss (Kärnten:Ferlach), Schärpranken [die fingerförmigen Knollen werden mit den Pranken der Schermaus = Maulwurf ver-glichen] (Xiederösterreich), Geiss [Aehnlichkeit der Wurzelknollen mit einem Geisseuter!] (Graubünden:St. Antonien), Kühstrichel [Kuheuter!] (Steiermark) vgl. Orchis pag. 336.

Ausdauernd, (10) 25 bis 60 cm hoch. Knollen ziemlich dick, plattgedrückt,2-spaltig, mit handförmig-geteilten, kurzen Lappen. Stengel schlank, steif-aufrecht, stiel-rund (selten schwach-kantig), hell-gelblichgrün, am Grunde mit 1 oder 2 häutigen, eng-anschliessenden Scheidenblättern. Laubblätter breit- bis schmal-lanzettlich, bläulichgrün,in der Regel ungefleckt, die unteren zu 3 bis 5 einander genähert (5 bis 15 mm breit),an der Spitze zuweilen etwas zusammengezogen, nervig, oberseits rinnig, unterseits gekielt,am Rande hie und da sehr fein gezähnelt, die obersten fast tragblattartig. Blütenstand

! ) Gr. y.O)i<op;< [könops] = Mücke, Stechmücke; nach der Blütenform. Die oft zu begegnende Be-zeichnung conopsea ist grammatikalisch unrichtig.