Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
368
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

368

2. Sporn fadenförmig. Laubblätter lanzettlich bis linealisch-lanzettlich......... 3.

2* Sporn walzenförmig, ca. '/» so lang als der Fruchtknoten. Blüten weisslicbgrün (Taf. 74. Fig. 4 a).

Untere Laubblätter länglich-verkehrteiförmig................G. albida nr. 710.

3. Sporn H/s bis 2 mal so lang als der Fruchtknoten (Taf. 68, Fig. 21). Blüten wenig duftend

G. conopea nr. 711.3*. Sporn kürzer oder höchstens so lang als der Fruchtknoten. Blüten stark und angenehm duftend

G. odoratissima nr. 712.

709. Gytnnadenia CUCulläta 1 ) Rieh. (= Örchis cucullatus L., = Habenaria cucullätaHofft, = Himantoglössum cucullätum Rchb.). Kapuzen-Nacktdrüse. Fig. 438.

Ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Knollen queroval, nichtselten ± tief ausgerandet und deshalb oft stumpf-zweilappig, ander Oberfläche dicht papillös. Stengel kantig, oft etwas hin undhergebogen, hellgrün, am Grunde mit anliegenden, lanzettlichen,zugespitzten Scheidenblättern. Laubblätter meist 2, am Grundegenähert, aus keilförmigem Grunde länglich bis breit-elliptisch,zuweilen fast rundlich, ziemlich dick, mit zahlreichen Längs- undQuernerven, unterseits glänzend, das untere Blatt fast immer grösserals das obere. Am Stengel ausserdem noch 1 bis 2 linealisch-lanzettliche, entfernte bis fast gegenständige, tragblattartige, aufrecht-abstehende, gewöhnlich 3-nervige Blätter. Aehre ziemlich locker,8- bis 24-blütig, in der Regel deutlich-einseitswendig. Tragblätterlanzettlich, meist zugespitzt, 1-nervig, am Rande (wie die Laub-blätter) zuweilen mit sehr feinen Papillen besetzt, meist kürzer alsder Fruchtknoten oder die untern so lang oder länger als dieBlüten. Perigonblätter helmartig zusammenschliessend, hell fleisch-farben bis rotlila, die äusseren länglich-linealisch, spitz oder zu-gespitzt, 1- bis 3-nervig, die seitlichen inneren linealisch, 1-nervig.Lippe zu den übrigen Perigonblättern fast horizontal stehend,schmal, tief 3-teilig (Fig. 438 c), papillös rauh, weisslich oder hell-fleischfarben, zuweilen etwas purpurrot punktiert. Mittellappenlänger und breiter als die fadenförmigen Seitenlappen, nach vornverschmälert, oft fast 3-eckig, ± spitz. Sporn fadenförmig, kürzerals der gedrehte Fruchtknoten, etwas nach vorn gekrümmt. Staub-beutelfächer parallel. Klebdrüsen länglich oder spateiförmig, mitdem Rücken des Säulchens fast parallel gestellt (Fig. 438 e). Narben-höhle stumpf. Ende VII, VIII (zuweilen nicht in jedem Jahr blühend).Sehr selten in moosigen Wäldern (Kiefer-, Fichten- oder seltener Mischwälder; imGebiet einzig im nordöstlichen Deutschland.

In Deutschland in Ostpreussen vereinzelt im Kreis Johannisburg (Niedersee bei Samordey), KreisNeidenburg (Forst Kaltenborn, Belauf Eichwerder), Kreis Goldap (Forst Warnau bei Iszlaudszen auf derRominter Heide), Kreis Fischhausen (Lochstädt, zwischen Cranz und Sarkau im Forst Fritzen Belauf Grenz)und in Posen (Jagdschützer Forst bei Hoheneiche).

Allgemeine Verbreitung: Russland, Galizien, Polen, Ostpreussen, Posen,Sibirien, Dahurien.

710. Gymnadenia älbida (L.) Rieh. (= G. lücida Schur, = Coeloglössum albidum Hartm.,= Habenaria albida Sw., = Satyrium albidum L., = Örchis alpinus Crantz, = Bicchia

älbida Pari., = Peristylus albidus Lindl.). Weisse Nacktdrüse. Taf. J4, Fig. 4.Ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Knollen bis zum Grunde in dünne, stielrundliche,

Fig. 438.Gymnadenia cucullätaRieh. i7 Habitus ( l /2 natürl.Grosse), b Blüte mit Tragblatt.cLippe. d Säulchen, e EinzelnesPollinium mit Klebscheibe.

') lat. cucüllus = Kapuze; nach der Gestalt des Helmes.