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2. Monocotyledones 2 (1907)
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lang als der blassgrüne, nicht gedrehte, fast 3-kantige Fruchtknoten, sackartig, stumpf.Säulchen kurz, stumpf-kegelförmig. Staubbeutel purpurrot. V bis IX.

Häufig auf ungedüngten Wiesen, auf Weiden, Wildheuplanken, an grasigen Ortender Alpen und Voralpen; von ca. 1700 bis über 2500 m (Piz Forun in Graubünden, 2780 m).Besonders auf Kalk.

Ausserhalb der Alpenkette erscheint die Art im schweizerischen Jura (vom Reculet bis zum Weissensteinbei Solothurn und bis zur Hasenmatte) und ganz vereinzelt im badischen Jura (Kohlhalden bei Bonndorf, 800 m).In den Alpentälern oder in den Voralpen steigt Nigritella nigra zuweilen tief hinab (Einsiedeln in der Schweiz 880 m,Tram bei Landeck im Oberinntal 900 m, am Plansee ca. 980 m, Leutasch in Nordtirol 1170 m, Geierberg beiSalurn in Südtirol 1080 m, Kottes in Niederösterreich 800 m, am Sattel bei Aussee ca. 1000 m, Hüttkopf imZürcher-Oberland 1170 m).

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Auvergne, Jura, Apennin, Karpaten, Sieben-bürgen, Balkan, Skandinavien.

Diese Art ist in der Färbung der Blüte etwas veränderlich : f. rdsea Goiran. Blüten rosa. Tragblätter rötlich(Hie und da; stellenweise fast häufiger als der Typus oder denselben [wie z. B. in den Sanntaleralpen und im obernMürztale in Steiermark und Niederösterreich] ganz ersetzend). f. p äl 1 i da Robert Keller. Perigonblätter rein weiss,an der Spitze rötlich (Selten in der Schweiz [Maladerser Heuberge, Göscheneralp, Lenzerheide] und im südlichen Tirol[Grasleithen, um Bozen. Monte Baldo] beobachtet). f. flava Jaccard (= f. lutea Mario Jaeggli). Blüten hellgelb(Schweiz: Alp Thyon oberhalb Sitten, Goeschenen, Monte Camoghe, Alp Palfris im St. Galler Oberland). f. varie-g ä t a Vollmann. Perigon weiss und rotgefärbt (Selten). Uebrigens tritt N. nigra zuweilen (so nach P f a f f um Bozen)in allen Farbentönen von weiss durch rosarot bis schwarzpurpurn auf. f. longibracteäta Beck. Tragblätterlänger als die Blüten. Aehre daher schopfig (Tirol: Patscherkofel im Inngebiet). Bei einer ähnlichen Form sind dieoberen Blüten gänzlich abortiert (nach L. Keller). Nigritella nigra ist eine der bekanntesten und populärstenAlpenpflanzen (daher auch die vielen Volksnamen!). In den Alpen ist sie (gern auf kalkreichem Boden) aufsonnigen, nicht gedüngten Weiden und Matten (wird durch Düngung vertrieben!) ziemlich verbreitet, wenngleich sie immer nur einzelstehend auftritt (immerhin oft 5 bis 6 Exemplare auf 1 m 1 ). Mit Vorliebe erscheintsie in den Horstseggenrasen (Bd. II, pag. 104) oder in der Blaugrashalde (Bd. I, pag. 268), gern in Gesellschaftvon andern Orchideen (Coeloglossum viride, Gymnadenia albida), ferner von Potentilla aurea, Anthyllis, Carexatrata, Agrostis alpina etc. Vom Weidevieh wird das Männertreu im allgemeinen stehen gelassen. Wird esdurch Zufall doch mit andern Gräsern genossen, so wird die Milch blau und Käs und Butter erhalten einenVanille-Geruch (Stebler). Als Besucher und Bestäuber konnte H. Müller nicht weniger als 53 Insekten,(darunter 48 Falter) nachweisen. Die Pollinien kleben sich aber hier der Unterseite des Rüssels an undwerden dann auf die unter dem engen Sporneingang liegende Narbe gebracht. Selbstbestäubung ist aus-geschlossen (Knuth). In der Schweiz (Glarus, Uri, Zürich) und in Krain ist die Gattung gesetzlich geschützt.

708. Nigritella rubra (Wettstein) Richter (= N. suaveolens Dollin., = N. frägrans Fleisch-mann, = Gymnadenia rubra Wettstein). Rotes Kohlröschen. Fig. 437 und Taf. 68, Fig. 23.

Ausdauernd, 10 bis 25 cm hoch. Knollen 2- oder 3-teilig, mit keulenförmig-ver-längerten Abschnitten. Stengel aufrecht. Grundständige Blätter linealisch, rinnig, ziemlichdick, kahl, 3 bis 7 cm lang und 3 bis 5,5 mm breit; die stengelständigen kleiner, aufrecht,zugespitzt. Blütenstand eiförmig bis verlängert (besonders zur Fruchtzeit), gedrängt, mitzahlreichen rosa gefärbten (Taf. 68, Fig. 23), nach Vanille duftenden Blüten. Tragblätterden obersten Stengelblättern ähnlich, 2-nervig, ungefähr so lang als die Blüten, grün oder+ rötlich überlaufen. Perigonblätter frei, lanzettlich, 4 bis 6 mm lang und ca. 2 mm breit,rosarot, alle gleich breit, die seitlichen inneren zuweilen etwas kürzer. Lippe ungefährso lang wie die übrigen Perigonblätter (4 bis 5 mm), eiförmig, zugespitzt, nach dem Grundehin tütenartig zusammengezogen, ungeteilt (Fig. 437 b, c), zuweilen lappig-gekerbt oder mit2 sehr kurzen Seitenlappen, nervig. Sporn kurz, etwa 7 3 s0 l an g als der blassgrüne (oftetwas rötlich überlaufen) Sporn. Pollinien gross, grünlich-gelb. V bis VII (blüht gewöhnlich[doch zuweilen auch gleichzeitig mit nr. 707] etwas früher als nr. 707)-

Stellenweise auf Wiesen, grasigen Plätzen der östlichen Alpen; von ca. 1600 bis2300 m (Valentinalpe in Kärnten 2135 m, Val Laschadura in Ost-Rätien 2250 m, Val minorin Graubünden 2300 m). Auf Kalk und Schiefer.