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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Fehlt in Deutschland gänzlich. In Oesterreich einzig im südlichen Tirol (im Val Vestina bei Turano,bei Trient | bei Vigolo-Vattaro], Valsugana [Madonna d'Onea bei Borgo, bei Telve, Pantarso, Val Onca, Savara]und bei Castellano bei Rovereto), in Krain (im Wippachtale von Sturia [bei Haidenschaft] bis St. Veit verbreitet;nach Paulin briefl.) und im Küstenland (nicht selten). In der Schweiz einzig im südlichen Tessin (um Locarno,Orselina, Vico Morcote, Cremenaga, Tesserete, um Lugano, bei Osogna, am Camoghe, Mendrisio etc).

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (von der Provence bis Kleinasien,Cypern und Palästina).

Aendert %venig ab: var. refracta Murr. Mittellappen der Lippe breiter und kürzer, fast horizontalzurückgebrochen, + breit gerändert oder auf ein kleines Läppchen beschränkt. Perigonblätter viel breiter undkaum länger als die Seitenlappen (Südtirol: bei Vigolo-Vattaro). Von Bastarden wurde bis jetzt einzigS. longipetala Pol). X Orchis pictus Loisel. (= S. Garbariörum Murr) als Seltenheit in Südtirol (Vigolo-Vattaro) konstatiert. - Diese prächtige, auffällige Orchidee verhält sich im Tessin und in Südtirol ähnlich wieAndropogon gryllus (Bd. I, pag. 183), Silene Armeria, Cistus salvifolius, Gnaphalium luteo-album, Limodorumabortivum (nr. 722), Ophrys BertoIoni(pag. 332) etc., die aus dem Mittelmeergebiet in die warmen Täler der Südalpeneindringen. Während sie im allgemeinen feuchte Bergwiesen bevorzugt, tritt sie zuweilen auch auf den trockenenWiesen (nach Jaeggli am Monte Camoghe) von Nardus stricta (Bd. I. pag. 372), in Gesellschaft von Festucaovina subsp. capillata, Plantago serpentina, Narcissus poetlcus (nr. 671), Calluna, Hippocrepis, Echium, Trifoliummontanum etc. auf.

CLXXXV. Aceras 1 ) R. Br. Fratzenorchis.

Ausser nr. 702 gehört nur noch A. longibracteätumRchb. (Lippe breiter, weniger gelappt) aus dem Mittelmeergebiet zudieser Gattung.

702. Aceras anthropöphorum 2 ) (L.) R. Br. (= Ophrysanthropophora L., = Orchis anthropöphorus All., = Seräpiasanthropöphora Jundzill, = Loroglössum anthropöphorumRieh.). Gemeiner Fratzenorchis, Ohnhorn, Spornlos.Franz.: Porte-hommes, Homme pendu; engl.: Man-Orchis;ital.: Ballerino. Fig. 436 und Taf. 68, Fig. 14.Ausdauernd, 20 bis 35 cm hoch. Knolle ungeteilt,dick, kugelig-elliptisch, mit ziemlich dünnen Nebenwurzeln.Stengel stielrund, aufrecht, kahl, hellgrün, am Grunde mitstumpfen, durchscheinend-häutigen Niederblättern. Laub-blätter aus scheidigem Grunde länglich- bis eiförmig-lanzettlich, bläulichgrün, mit deutlichen Nerven. Blüten-ähre reichblütig, verlängert, schmal-walzlich, oben ziemlichdicht, unten locker, mit zahlreichen, etwas unangenehmriechenden Blüten. Tragblätter lanzettlich - zugespitzt,1-nervig, kürzer als der Fruchtknoten, gelblich-grün.Letzterer verlängert-linealisch, gedreht, kürzer als dieLippe. Aeussere Perigonblätter eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, konkav, helmartig zusammenneigend, im unternTeile miteinander schwach verklebt, hellgrün (Taf. 68,Fig. 14), an den Rändern etwas violett oder bräunlich; dieseitlichen inneren aufrecht, linealisch, stumpflich, fast solang als die äussern. Lippe 3-lappig, gelbgrün, ohne Sporn,oft (nach den Rändern hin) rötlich überlaufen, nach abwärtsgebogen, doppelt so lang als die äusseren Perigonblätter,

Fig. 436. Aceras anthropöphorumR. Br. Habitus (»/a natürl. Grösse).

') Gr. aprivativum = ohne und jesoag [keras] = Hörn (bei unserer Pflanze auf den Sporn derBlüte übertragen).2 ) Gr. äv&Qamog [änthropos] = Mensch und rpegco [phero] = trage; nach der Form der Lippe.