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2. Monocotyledones 2 (1907)
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am Grunde mit 2 glänzenden, weisslichen, deutlich getrennten Schwielen, oberseits-ziemlich dicht und fein papillös. Seitenlappen sehr schmal, spitzlich. Mittellappenvorgestreckt, schmal-linealisch, fast bis zur Mitte in 2 den Seitenlappen ähnliche, aberetwas kürzere, + nach aussen gebogene Abschnitte geteilt, zwischen denselben zuweilenein fadenförmiges Zähnchen. Säulchen sehr kurz. Staubbeutel aufgerichtet, stumpf.Pollenmassen hellgelb, durch weissliche Stiele mit der gemeinsamen, rundlich-elliptischen,sattelförmigen Klebdrüse verbunden. Narbenhöhle gross, schief. V, VI.

Selten und zerstreut an kurz berasten, sonnigen Hügeln, in lichten Gebüschen oderBergwäldern; nur auf Kalk. Vereinzelt auch im Alpengebiet (ob Veyge im Kanton Waadtbis 1200 m, Tchiboz im Wallis 1240 m).

In Deutschland selten in Baden (Radolfszell, Schiener Berg, Gailingerberg und mehrfach imRheingebiet von Istein an abwärts), in Elsass-Lothringen (Strassburg, Rufach, Metz usw.), in der bayer. Pfalz(Zweibrücken, Schatthausen, Oestringen), in der südlichen und mittlem Rheinprovinz (abwärts bis Linz a. Rh.;ziemlich häufig im Moseltal und bei Trier) und früher in Thüringen (bei Berka a. d. lim und bei Ziegelroda).Für Württemberg sehr fraglich [früher für Urach und Arnegg bei Blaubeuren angegeben]. Fehlt in O ester-reich gänzlich. In der Schweiz vor allem im Westen, sonst selten und besonders im Jura [noch auf demRanden; früher auch am Westende der Lägern], doch auch bei Oberhofen und Sigriswyl im Kanton Bern,,bei Sursee im Kanton Luzern, Stein a. Rh. etc.).

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (in den östlichen Ländern selten),,in Westeuropa nördlich bis Belgien, Luxemburg und England (Kent). Ausserdem zerstreutauf der russischen Ostsee-Insel Oesel.

Aendert wenig ab: f. flavescens Zimmermann. Perigon- und Tragblätter blassgrün, die letzterenniemals rötlich berandet. Lippe hochgelb (Kienberg bei Freiburg i. Br.). A. anthropophorum ist ein echtermediterraner Typus, der ähnlich wie LImodorum abortivum, Ophrys aranifera, Himantoglossum hircinum etc.aus dem Süden durch das Tal der Rhone an den Genfersee und bis in den schweizerischen Jura, mit der Moselnach Lothringen und an den Niederrhein und mit der Säone ins Elsass und nach Baden etc. gelangte. Aufden ober-elsässischen Kalkvorhügeln tritt Aceras in der Bromus erectus-Heide (Bd. I, pag. 357) auf, inGesellschaft von Peucedanum Alsaticum, Falcaria Rivini, Aster amellus, Veronica teucrlum und prostrata,Stachys rectus, Ophrys Arachnites (nr. 676), Himantoglossum, Euphorbia verrucosa etc. (nach Issler). ImSchweiz. Jura gehört Aceras wie verschiedene andere südeuropäische Arten (Prunus Mahaleb, Coronilla Emerus,.Buxus, Saponaria ocymoides, Trinia glauca, Lithospermum purpureo-caeruleum, Lactuca perennis, Ophrys api-fera (nr. 679), Arabis muralis, Bupleurum falcatum, Aster linosyris. Euphrasia lutea usw.) zu den charakteristischen,Bestandteilen der sonnigen Steilhalden (garides). Von Bastarden sind als grosse Seltenheiten konstatiert worden :1. Aceras anthropophorum R. Br. X Orchis Simia Lam. (= Orchi-Aceras Bergöni Camus),selten in Baden (Niederrimsingen am Tuniberg, Pfaffenweiler) und in der Westschweiz (Rolle, Bellenice beiGenf). 2. Aceras X Orchis militäris L., mehrfach mit den Erzeugern in Baden und in der Schweiz beobachtetund 3. A ceras X Orchis purpüreus Huds., selten bei Freiburg i. Br. (Schönberg) und am Niederrhein,(in Ziegenbusch bei Linz). Weitere Kombinationen sind unsicher.

CLXXXVI. Himantoglossum 1 ) Sprengel. Riemenzunge.

Diese Gattung ist in Europa nur durch die folgende Art vertreten. In Thüringen wird sie Hammel-schwanz, im Elsass Bocksgeil genannt.

703. Himantoglossum hircfnum 2 ) Spreng. (= Satyrium hircinum L., = Loroglössum

hircinum Rieh., = Aceras hircinum Lindl.). Bocks-Riemenzunge. Engl.: Lizard Orchis;

ital.: Barbone, Fior cappoccia. Taf. 73, Fig. 4 und Taf. 68, Fig. 12.

Ausdauernd, bis 90 cm hoch. Knollen ungeteilt, länglich, seltener kugelig. Stengelgewöhnlich kräftig, oberwärts etwas kantig, beblättert. Laubblätter aus scheidigem Grundeeiförmig bis länglich, netzaderig, ziemlich fleischig, anfangs blaugrünlich, zur Blütezeit

') Gr. lf.{,dg [himäs; gen. Ifidwog] = Riemen und y/.&ooa [glössa] = Zunge; nach den langen Seiten-lappen der Lippe.

2 ) Lat. hircus = Bock; wegen des Blütengeruches.