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(Zweibrücken) bekannt. — 33. O. purpüreus Huds. X O. latifdlius L. (= O. Guestphalicus Richter), in West-falen (zwischen Oelde und Stromberg), von Wilms beobachtet. — 34. O. Morio L. X O. laxiflorus Lam. (= O.alätus Fleury), bei Genf nachgewiesen. Weitere Kombinationen sind unsicher; ebenso sind schon Tripel-undQuadrupelbastarde „konstruiert" worden. Ueber weitere Bastarde — von Orchis-Arten mit Vertretern vonanderen Gattungen — vgl. die Gattungen Anacamptis (pag. 335), Serapias (pag. 359), Himantoglossum (pag. 361),Coeloglossum (pag. 364), Aceras (pag. 360), Nigritella (pag. 367) und Gymnadenia (pag. 371). — Da die Orchis--Bastarde im allgemeinen als solche ziemlich schwierig zu erkennen sind und in ihren Merkmalen sehr starkvariieren, ist hier von der Beschreibung der zahlreichen Bastarde abgesehen worden. Ausführliches hierüberin den auf pag. 321 Anm. 1 angeführten Werken von M. Schulze und bei Ascherson und Graebner.
CLXXXIV. Seräpias 1 ) L. Stendelwurz.
Die Gattung, deren Vertreter zu den schönsten einheimischen Arten gehören, ist im Mittelmeergebietmit 4 Arten vertreten (S. lingua L. [Taf. 73, Fig. 3], S. cordigera L., S. longipetala Poll., S. p arviflöraPari, und S. Tödari Tineo). Im Gebiete einzig die folgende Art.
701. Serapias longipetala 2 ) Pollini (= S. hirsüta Lap., = S. lancifera St. Amans,= Serapiastrum longipetalum Eaton). Langblütige Stendelwurz. Franz.: Helleborine;ital.: Satirio incappocinto, ßocca di gallina, Linguetta; im Tessin: Golescion. Fig. 435.
Ausdauernd, 15 bis 40 cm hoch. Knollen ungeteilt, fast kugelig.Stengel stielrund, kantig, oberwärts fast stets rotviolett überlaufen.Laubblätter aus scheidigem Grunde lineal-lanzettlich, spitz, bläulich-grün, rinnig, längsnervig. Aehre gewöhnlich verlängert, mit 2 bis 8(selten mehr) grossen, spiralig und locker gestellten Blüten. Tragblätterin der Regel die Blüten überragend, lang-lanzettlich, zugespitzt, meistrotviolett überlaufen (seltener grün), mit dunkelroten oder violettenAdern. Fruchtknoten verlängert-linealisch, 3-kantig, nicht gedreht,grün. Perigonblätter einen spitzen Helm bildend; die äusserenlanzettlich, zugespitzt, rötlichviolett, innen dunkler, mehrnervig, mitpurpurroten oder violetten Nerven, ineinander verklebt, die seitlicheninneren aus breitem, fast 3-eckigem Grunde in eine lange, pfriemlicheSpitze ausgezogen, am Grunde schwarzpurpurn, 3-nervig, an denRändern weisslich, oft wellig kraus (zuweilen gekerbt), etwas kürzerals die ihnen anliegenden und mit ihnen verklebten äusseren Perigon-blätter (Fig. 435 d). Lippe spornlos, 3-lappig, in der Regel 1 1 /s mal solang als die Perigonblätter, am Grunde mit 2 hervortretenden,linealischen, weisslichen oder rötlichen, _+ genäherten Schwielen.Seitenlappen (Fig. 435 c) vorn abgerundet bis stumpf-eckig, aufgerichtet,dunkelpurpurrot, nach dem Grunde zu heller. Mittellappen ungeteilt,länger und schmäler (oder kaum breiter) als die Seitenlappen, ausschmalem Grunde eiförmig - lanzettlich bis eiförmig-zugespitzt, nachabwärts gerichtet, hängend, ganzrandig oder schwach gekerbt, + rötlich-braun, das Mittelfeld fast sammetartig. Säulchen schmal, nachvorwärts gerichtet, mit einem langen, oft fast geraden, grünen oderrötlichen Mittelbandfortsatz (Fig. 435 e, f). Pollinien trübgrün, mitweisslichen Stielchen, an gemeinsamer, von einem Beutelchen um-schlossener Drüse. — IV bis VI.
Auf feuchten Wiesen, an grasigen Abhängen, in Kastanien-wäldern, auf dürren Hügeln, meist gesellig; nur im Süden (im Tessinbis 1000 m ansteigend).*) Bezeichnung der alten Griechen für eine Orchis-Art: wohl nach Serapis, dem ägyptischen Gotte.5 ) Lat. löngus = lang und gr. nszaXov [petalon] = Blumenblatt.
Fig. 435. Serapias longi-petala Poll. a HabitusC/3 natürl. Grösse), b Blüte(von der Seite), c Lippe mitSäulchen, ^Innere seitlichePerigonblätter (weiss be-randet) und äussere, e und/Säulchen von der Seite undvon vorn.